Mit dem mitgelieferten Mikrofon wird es dann richtig lautstark, denn eure Truppen wollen auf dem Spielfeld mit Kommandos wie "Stürmen", "Links", "Zurück", "Sammeln" oder "Einkesseln" befehligt werden. Aber Vorsicht - da Odama nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden kann, erleiden auf dem Spielfeld auch eure eigenen Krieger den Heldentod. Das senkt die Moral der Truppe und führt im schlimmsten Fall zur absoluten Verweigerung.
Aber auch dafür hat Odama eine Lösung parat. Erneut kommt die Glocke Ninten-Bell ins Spiel. Hinter zerstörten Häusern findet ihr nicht nur einen Zeitbonus, den ihr dringend brauchen werdet bei den knackigen Vorgaben, sondern auch rote Herzsymbole, die der Glocke einen silbernen Glanz verleihen. Trefft ihr jetzt mit Odama die Glocke, legt sich ein grüner Schleier auf die Kugel.
Fortan werden nicht nur eigene Truppen verschont, sondern getroffene Feinde der eigenen Armee hinzugefügt. Mit einem Druck auf den Z-Button schickt ihr diese für euch an die Front und die Moral der eigenen Truppe steigt sofort. Nur wenn die Truppe gehorcht, habt ihr eine Chance, denn auf jedem Schlachtfeld wartet eine neue Herausforderung.
Mal müssen eure Mannen Leitern aufsammeln, um diese an unüberwindliche Steilwände zu lehnen, oder ein zweites Paar Flipperarme erobern (Befehl "Sammeln"), um anschließend erst Schutzmauern einzureißen und dann einen überdimensionalen Feldherren zur Aufgabe zu zwingen.
Gefährliche Flüsse können nur durch das Montieren ein Zahnrades und sofortige Schleusenschließung (Befehl "Schließen") überwunden werden oder Felsen werden verschoben, damit Odama auf Plattformen entlangkugeln kann, um den Endgegner zu erwischen. Während des Kampfes habt ihr kaum Zeit, die detaillierten und unterschiedlich gestalteten Kampfschauplätze eines Blickes zu würden.
Die vielen Truppen auf dem Feld, Flüsse, die sich ihren Weg suchen, sowie kleine Explosionen sind optisch gelungen und verbreiten zusammen mit der japanischen Sprachausgabe und dem Kampfgeschrei eine gute Kriegsatmosphäre. Und dennoch bleibt ein fader Nachgeschmack!
Nicht ganz rund!
Nintendo gebührt jede Menge Respekt dafür, einen so exotischen Titel wie Odama in Europa zu veröffentlichen, denn der Mix aus Strategie und Flipper ist nicht jedermanns Geschmack.
Obwohl die Grundidee genial ist, offenbart Odama schnell einige Schwächen. Um dem Spieler Zeit zu lassen, die Truppen zu befehligen und gezielt zu flippern, hat Entwickler Vivarium auf eine realistische Ballphysik verzichtet.
Dadurch spielt sich Odama aber etwas träge und nicht sehr schnell - das wird Flipperfreunde ärgern. Das Spielkonzept setzt den Spieler von Anfang an stark unter Druck, überfordert ihn sogar. Besonders Anfänger werden sich schnell die Kugel geben und Odama frustriert den Rücken zuwenden: Flippern, Aufgaben erledigen, Truppen befehligen, Zeitlimit beachten - perfekte Multitasking-Fähigkeiten sind gefordert.
Die einzelnen Kampf-Schauplätze sind zwar gelungen, hätten aber noch viel mehr Abwechslung vertragen können. So flippert ihr auf Dauer immer nach Schema-F: Schlüssel suchen, Leitern besorgen, Brücken bauen und zum Tor stürmen. Der interessante Ansatz von Odama ist lobenswert und Flipperprofis werden dank des knackigen Schwierigkeitsgrades ordentlich gefordert! Die Bilder stammen übrigens noch von der englischsprachigen PAL-Fassung, die Verkaufsfassung wird aber deutsche Texte bieten.
