Nightmare Reaper im Test: Einer der besten Shooter des Jahres
Test
Außen retro, innen ein Brett: Die unscheinbare Indie-Überraschung entpuppt sich im Test als modernes Action-Juwel. Wir haben den Mix aus Rogue-lite und Loot Shooter rauf und runter gespielt. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer hinter die pixelmatschige Fassade blickt, wird mit einem der besten Singleplayer-Shooter des Jahres belohnt.
Vor ein paar Jahren waren sie plötzlich da: Ego-Shooter im Retro-Stil, grafisch oft zum Fürchten, spielerisch dafür absolute Granaten. Egal ob Dusk, Project Warlock, Ion Fury oder Amid Evil, sie alle brachten Ballerspaß wie aus den 90er-Jahren zurück und kassierten völig zu Recht tolle Wertungen. Nightmare Reaper befindet sich also in bester Gesellschaft - und geht sogar noch ein paar Schritte weiter! Hinter der pixeligen Retro-Optik verbirgt sich nämlich nicht nur ein brachialer Shooter, sondern auch viele moderne Spielideen, die zu einem fesselnden Gesamtpaket verschmelzen. Drei Jahre Entwicklungszeit hat Nightmare Reaper allein im Early Access verbracht, die Mühe merkt man dem Ergebnis an. Seit dem 28. März ist die Shooter-Überraschung fertig, fliegt aber trotz toller User-Wertungen (94 Prozent auf Steam) noch bei vielen Spielern unter dem Radar. Wir sagen: zu Unrecht! Denn Nightmare Reaper ist ein Riesenspaß, wenn man sich darauf einlässt. Und das kann erstaunlich viel Zeit kosten: Nightmare Reaper lässt sich zwar "schon" in etwa 20 Stunden durchspielen, für unseren Test haben wir aber mehr als die doppelte Zeit investiert.
Edna rastet aus
Nightmare Reaper wirft euch direkt ins Geschehen: Ihr spielt eine junge Frau, die sich in einer düsteren Klinik wiederfindet. In ihrem Zimmer, ein trostloses Gefängnis, entdecken wir ein paar Notizen auf dem Schreibtisch. Eine tragische Hintergrundgeschichte deutet sich an. Zunächst könnt ihr aber nicht mehr tun, als euch ins Bett zu legen. Jedes Mal, wenn eure Heldin die Augen schließt, gibt sie sich ihren Albträumen hin: Sie erwacht dann in einem zufallsgenerierten Level, der von vorne bis hinten mit Gegnern, Beute, Fallen und Herausforderungen gepflastert ist. Keine NPCs, keine Dialoge, keine Cutscenes. Gameplay pur.
Quelle: PC Games
Die Arenen werden mit jeder Runde kniffliger, werfen aber eine wertvolle Ressource ab.
In diesem Artikel
Anfangs seid ihr in stockfinsteren Höhlen unterwegs, später geht's auch in Wälder, Minen und Büros, in versunkene Tempel, Krankenhäuser und Raumstationen, in überwucherte Grotten und bizarr zerklüftete Hafengegenden. Der Levelgenerator gibt sich dabei gar nicht erst die Mühe, glaubhafte Umgebungen zu bauen: Alle Levels sind im Grunde aus Blöcken zusammengesetzt, als hätte man sie zuvor in Minecraft ausgegraben. Es gibt Sackgassen, seltsam platzierte Aufzüge und Treppen, die uns in die Irre führen. Verschlossene Türen werden natürlich mit Schlüsseln geöffnet, außerdem kommen später Schalter zum Einsatz, die neue Wege freigeben. Nach einer Weile erhalten wir auch einen Greifhaken, mit dem wir riesige Distanzen überwinden können, ab hier wird das Leveldesign noch abgefahrener. Zum Glück ist kein Level so groß, dass man sich lange darin verlaufen kann. Schließlich steht Action satt auf dem Programm!
Purer Ballerspaß
Die meiste Zeit über seid ihr damit beschäftigt, irgendwelche Monster von der Bildfläche zu putzen. Die Biester sind recht abwechslungsreich, strunzdumm und schön aggressiv - wer auf geradlinige Action steht, wird bestens bedient. Grafisch werden zwar alle Gegner als matschige 2D-Sprites dargestellt, doch lasst euch von dem altmodischen Pixel-Design nicht täuschen: Gerade in den ersten Stunden werden euch die Gegner mächtig unter Druck setzen. Ab und zu spawnen auch starke Elite-Feinde mit besonderen Eigenschaften. Vielleicht füllt sich ein Raum auch schlagartig mit einer ganzen Horde schießwütiger Zombie-Soldaten! Oder es wird ein zufälliger Effekt ausgelöst, beispielsweise krachen dann plötzlich Eiszapfen von der Decke oder die Schwerkraft wird auf den Kopf gestellt. Positive Zufallsereignisse gibt es natürlich auch, etwa wenn auf einmal unzählige Fässer um euch spawnen, die wertvollen Sammelkram enthalten können. Da darf man sich dann die Hände reiben, denn im Beutesystem liegt eine große Stärke von Nightmare Reaper!
Quelle: PC Games
Nightmare Reaper bietet ungezügelten Retro-Ballspaß mit einer irren Waffenauswahl.
Waffen ohne Ende
Egal ob in Truhen, Kisten oder anderen Behältern, überall sind zufällige Waffen versteckt, teilweise hinterlassen auch besiegte Gegner neue Wummen. Die Auswahl ist beeindruckend: Über 80 Nah- und Fernkampfwaffen sind im Angebot, oft mit zweitem Feuermodus. Ihr erbeutet Maschinenpistolen und Shotguns, Granat- und Raketenwerfer, Motorsägen, Energieschwerter, Kettenpeitschen, Zauberstäbe, magische Bücher, Eiskanonen, Wurf-Äxte und vieles mehr. Wer Glück hat, erwischt vielleicht einen handlichen Atombombenwerfer, eine gewaltige Orbitalkanone oder eine magische Urne, die fliegende Geister erschafft, die eure Feinde dann automatisch aufs Korn nehmen. Aber nicht nur die Vielfalt begeistert. Die meisten Waffen machen auch einfach richtig Laune, fühlen sich kräftig an und sorgen für deftige Splattereffekte - davon können sich auch viele AAA-Shooter mal ein paar Scheibchen abschneiden.
