Nicht ohne meine Crew
Ihr dürft eure Protzkarre individuell lacken.
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Ein richtiger Street-Racer braucht in Palmont natürlich auch eine furchtlose Crew, die ebenso adrenalinsüchtig ist wie ihr Anführer. Und von solchen Verrückten gibt es in eurer Heimat jede Menge, die ihr für euer Team anheuern könnt. Da wäre der dickliche Freak Neville, der euch gleich von Anfang an begleitet und feindliche Wagen blockt, oder die süße Japanerin Yumi, die für euch Abkürzungen sucht. Leider wirkt sich diese strategische Komponente in den Rennen kaum aus und gaukelt dem Spieler mehr Tiefgang vor, als tatsächlich vorhanden ist.
Individuell, aber schnell
Wer "Need for Speed" hört, denkt an abgefahrenes Tuning, denn das hat die Reihe in den letzten Spielen geprägt. Der dahinter stehende Individualismus wird auf den Straßen von Palmont groß geschrieben. Aber nicht nur optisches Tuning im Form von individuellen Crew-Logos, Wagenfarbe oder getönter Front-scheibe gehört zum guten Ton, auch leistungsförderndes Pimpen ist angesagt.
Diesmal können neben der üblichen experimentellen Schrauberei an Fahrwerk, Bremsen oder Nitro-Einspritzung sogar einige Teile individuell angepasst werden. Mit dem neuen Autosculpt-Tool verändern sich die Lufteinlässe des Frontspoilers in Höhe und Breite oder die Form des Heckspoilers. Irgendwann ist aber die Leistungsgrenze jedes Automobils erreicht und es gibt nur eine Lösung: einen schnelleren Schlitten!
Beim Händler eures Vertrauens stehen über 50 Boliden aus drei unterschiedlichen Kategorien bereit: Tuner, Exoten und - ganz neu! - auch Muscle-Cars. Sucht euch aus fast 40 Jahren Automobilgeschichte euren Favoriten aus: Shelby GT500, Mercedes-Benz SLR McLaren, Lamborghini Murcielago oder den beliebten Nissan Skyline, um nur ein paar Namen zu nennen.
Zu viel des Guten
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"Wo viel Licht, da auch viel Schatten", sagt ein altes Sprichwort und könnte für NfS: Carbon treffender nicht sein. Electronic Arts brennt in Palmont ein Feuerwerk an Lichteffekten ab. Scheinwerfer leuchten in den Nachthimmel, Laternen tauchen auch die dunkelsten Ecken der Stadt in ein gleißendes Licht, während die Reklametafeln an den Häusern mit den Neonscheinwerfern der Autos um die Wette strahlen. Über zu wenig Atmosphäre kann sich der GC-Street-Racer nicht beklagen, allerdings hat sich fernab davon an den verwaschenen Texturen und der ständig einbrechenden Framerate, die schon beim Vorgänger zu beklagen waren, nicht viel geändert.
Zurück in die Werkstatt
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Es ist wie mit einem Neuwagen: Man hat sich so sehr auf ihn gefreut, um nach weniger als den ersten hundert Kilometern festzustellen, dass die eigenen Erwartungen enttäuscht wurden. Sicherlich kann die coole Inszenierung und das The Fast and the Furious-Setting begeistern, aber unter der Haube hat NfS: Carbon wenig. Es bietet solide Rennspielkost, aber lediglich marginale Unterschiede zum Vorgänger und ist mittlerweile nur noch der Schatten einer ehemals großen Serie, deren inflationäre Neuauflagen den Spielspaß mit jedem weiteren Teil sinken lassen.
Die neuen Features wie Autosculpt, Wingmen oder Driftrennen gleichen die schwächelnde Technik und vor allem den geringen Umfang von maximal 15 Stunden nicht aus. Eletronic Arts sollte über die fragwürdige Politik voreiliger Veröffentlichungen und lieblos entwickelter Sequels nachdenken, sonst fehlt nicht mehr viel und es rückt schon bald in der spielerischen Pannenstatistik im internationalen Rennspielzirkus ein paar Plätze nach oben.
