NBA 2K19 im Test für PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch: Cheater und Mikrotransaktionen sabotieren die Topwertung
Test
Offline die derzeit beste Sport-Simulation, online ein Desaster - so lässt sich der 2019er-Jahrgang der NBA2K-Reihe kurz und knapp beschreiben. In unserem Test zu NBA2K19 für PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch begründen wir unser Urteil.
Mit über zehn Millionen verkauften Einheiten ist NBA2K18 der erfolgreichste Teil der Franchise-Geschichte. Gleichzeitig straften Fans die Sportsimulation aufgrund der omnipräsenten Mikrotransaktionen mit einem Metacritic-Score (PS4) von 1.6 ab, auf Steam lesen sich die über 12.000 Reviews größtenteils negativ. Wir nehmen es gleich vorweg: Auch am frisch erschienenen 2019er-Jahrgang von NBA2K werden sich die Geister scheiden. Während sich Solisten über den enormen Umfang, die TV-reife Inszenierung und das im Detail verbesserte Gameplay freuen, ärgern sich Online-Baller über Pay2Win-Elemente, Cheater und einige technische Baustellen. Doch der Reihe nach ...
NBA 2K19 im Test:Cheater und Mikrotransaktionen sabotieren die Topwertung
NBA2K19 im Test: Erst China, dann die NBA
Quelle: PC Games
NBA2K19 im Test: Foto-Shooting und Charaktererstellung in einem: Zu Beginn eurer Karriere definiert ihr Aussehen, Position und Attribute eures Alter Egos. Auf Wunsch auch per Face-Scan-App.
Der neue Story-Modus von NBA2K19 hört auf den Namen "The Way back" und lässt unser Alter Ego auf der Karriereleiter in Richtung NBA einen Umweg über China (hier sprechen die Kommentatoren Mandarin, genial!) und die G-League gehen, nachdem er beim Draft von keinem Team ausgewählt wurde. Ob es die Charaktererstellung zu Beginn ist, die Inszenierung des Drumherums oder die Qualität vieler Dialoge: Im Vergleich zum letzten Jahr können sich die Entwickler spürbar steigern. Die Handlung geht für ein Sportspiel unterm Strich okay, auch wenn es einige unlogische Situationen gibt und uns unser "Held" mit seiner weinerlichen Art stellenweise nervt.
Gut, dass man die Sequenzen auf Wunsch abbrechen kann, und sobald der Traum von der NBA wahr geworden ist, fährt der Story-Aspekt eh zurück und die Charakterprogression rückt in den Fokus. Wer einen guten Vertrag bei seinem Team abschließt und Nebenaktivitäten meistert, verdient deutlich mehr Einheiten der Ingame-Währung VC als im letzten Jahr. Dennoch dauert es, bis wir uns eine hohe Durchschnittswertung erspielt haben. Falls ihr parallel VC für kosmetischen Kram ausgeben wollt, müsst ihr umso mehr "grinden" und euch in Geduld üben, oder eben die Geldbörse zücken. Immerhin: Frisuren gibt's jetzt kostenlos!
Quelle: PC Games
NBA2K19 im Test: Ein Hauch von NBA Jam: Wenn ihr durch starke Aktionen den Entfesselt-Balken füllt, verwandelt ihr euch per Knopfdruck für kurze Zeit in einen Superstar.
NBA2K19 im Test: Mehr Modi, als man spielen kann
Quelle: PC Games
NBA2K19 im Test: 2K konnte einige bekannte Schauspieler wie Haley Joel Osment für den Story-Modus von NBA2K19 gewinnen. Wer will, kann die schick inszenierten Sequenzen jederzeit abbrechen.
Wenn wir im Karriere-Modus unser Apartment verlassen, landen wir in unserem Viertel, das in NBA2K18 erstmals eingeführt wurde. Dort finden wir Streetball-Courts, Geschäfte, Fitnesszentren oder auch den Zugang zu abgedrehten Minispielen wie Trampolinball. Es nervt zwar, dass wir die Features nicht einfach über ein Menü auswählen dürfen, doch fällt die Zone immerhin kompakter aus als im letzten Jahr. Von hier aus starten wir übrigens nicht nur den 5vs5-Modus Pro-Am (endlich mit privatem Matchmaking), wir können auch eine Crew für 3vs3-Partien aufbauen, für sie eigene Trikots entwerfen und an Turnieren teilnehmen.
Ergänzt werden diese Modi und die bereits erwähnte Karriere durch die aus den Vorgängern bekannten Blacktop, 2KU (das Tutorial), Mein Team und Meine Liga. Bei letztgenanntem Modus steht euch erneut eine Story-Variante zur Verfügung, die euch mit so endlos langen wie dröge inszenierten und zudem nicht vertonten Dialogen torpediert. Spart euch das! Wer wirklich jede Facette der Liga kontrollieren will, findet in der normalen Liga-Version sein Glück. Zumal wir endlich Zugriff auf diverse alte Draft-Jahrgänge haben und damit auf Wunsch die NBA-Geschichte neu schreiben können.
Neues winkt auch in Mein Team, etwa der Modus Triple Threat, in dem wir drei Spieler unserer Sammlung gegen die besten Trios der NBA oder menschliche Widersacher führen. Den Kader und das ganze Drumherum bauen wir erneut über Kartenpakete auf, die wir uns erspielen oder kaufen können - ähnlich wie bei Ultimate Team in FIFA.
Quelle: PC Games
NBA2K19 im Test: Im neuen Modus Triple Threat von Mein Team führt ihr NBA-Stars in kurzweilige 3vs3-Partien gegen die CPU oder andere Spieler.
NBA2K19 im Test: Fortschritt auf dem Court
Quelle: PC Games
NBA2K19 im Test: Die Mikrotransaktionen sowie die Ingame-Währung VC sind in NBA2K19 leider allgegenwärtig und wirken sich vor allem online auf die Spiel-Balance aus.
Fast jeder einzelne Modus besitzt das Potenzial für hunderte Stunden Spielspaß. Laune macht das Spiel jedoch speziell Basketball-Fans, die Partien gegen die CPU bevorzugen. Auch, weil NBA2K19 in Sachen Inszenierung auf und abseits des Courts weiterhin die Referenz im Sport-Genre ist und es die Entwickler darüber hinaus geschafft haben, die Simulation spielerisch weiter zu verbessern: Die neue Entfesselt-Option lässt uns etwa für kurze Zeit auf dem Feld heiß laufen, wenn wir mehrere zu unserem Spielstil passende Aktionen erfolgreich durchführen konnten. Außerdem reagiert die Verteidigung deutlich klüger auf unsere Angriffe, weswegen wir häufiger mit Blöcken arbeiten und Spielzüge laufen lassen müssen, um das Bollwerk zu knacken.
Von diesen und weiteren Detail-Verbesserungen (es gibt zum Beispiel endlich eine Wurfanzeige für Korbleger) profitieren natürlich auch die Online-Modi. Doch leiden die zu sehr unter Cheatern, dem Einfluss der Mikrotransaktionen sowie technischen Problemen wie Verbindungsabbrüchen oder einem flackernden Bild, um wirklich Spaß zu machen.
