Review zu MultiVersus: Selbst in der Vollversion noch eher "Pass" als "Smash"

Test Christopher Holler Stefan Wilhelm
Ein offizielles Poster zu MultiVersus mit Batman und Shaggy und der Mitte. Die anderen Charaktere sind um die beiden herum verteilt.
Quelle: Player First Games / Warner Bros. Games

Der Smash-Bros.-Klon von Warner ist da! MultiVersus vereint sämtliche Helden aus Filmen, Serien und Cartoons von Warner Bros. Das schöne Roster hat Potenzial, doch die Vollversion konnte uns im Vergleich zu Beta nicht begeistern.

Unterwegs im Multiversum

Der Online-Modus funktioniert größtenteils gut. Der Rollback-Netcode macht zwar eindeutig einen besseren Job als das Peer-to-peer-System bei Smash Bros. Ultimate, dennoch kam es manchmal zu Rucklern und darauffolgenden Teleportierungen.

Während im Eins-gegen-eins fast keine Verbindungsprobleme aufgetreten sind, kamen die bei Runden mit vier Spielern schon eher vor. Die Verbindung war am flüssigsten, wenn wir mit einem festen Teampartner nach Gegnern gesucht haben.

Dass im normalen Matchmaking auch Stages mit extra Gefahren vorkommen, ist akzeptabel. Dennoch hoffen wir beim bald anstehenden Ranked Modus auf lediglich kompetitiv zugelassene Arenen. Schließlich soll dort das Geschehen nicht von zufallig fallenden Bomben auf Townsville und dem Autoscrolling in Dexters Labor gestört werden.

Der erste Blick auf Jason aus Freitag, der 13. Quelle: Warner Bros. Review zu MultiVersus: Selbst in der Vollversion noch eher "Pass" als "Smash" (13)

Show me your moves!

Die größte Schwäche, die MultiVersus im Vergleich zu Smash Bros. hat, zeigt sich allerdings im Design der Movesets: So haben Nintendos Figuren wie Mario, Link, Kirby und Samus schon in ihren Ursprungsspielen etablierte Angriffsmuster, die sich auf ein Fighting Game übertragen lassen.

So wirft Mario Feuerbälle, Link schwingt sein Schwert, Kirby saugt Gegner ein und Samus entlädt ihre Armkanone auf den Gegner. Da Fans der jeweiligen Spiele bereits mit den Angriffen vertraut sind, fühlen diese sich in Smash Bros. umso intuitiver an.

Dieses Privileg hat MultiVersus nicht. Die Cartoon- und Seriencharaktere hatten zwar schon teilweise Auftritte in Spielen, doch die lassen sich schlecht auf einen 2D-Platform-Fighter übertragen. Klar sind viele Angriffe von den Ursprüngen der Kämpfer inspiriert, doch wirklich vertraut fühlen sich die Moves nicht an.

Neben vielen einzigartigen Kämpfern fällt bei anderen eine mangelnde Vielfalt der Attacken auf: So haben sowohl Wonder Woman, Shaggy, Arya, Joker als auch die Bananenwache einen äußerst ähnlichen seitlichen Spezialangriff in der Luft. Dabei greift der Charakter mit einem Schub nach vorne an.

Einen Stampfer mit Aufpralltreffer finden wir bei Shaggy, Iron Giant, Superman und wieder bei der Bananenwache. Das waren nur zwei Beispiele, doch beim genauen Hinschauen finden sich noch mehr. Hier lässt die Kreativität der Attacken deutlich zu wünschen übrig.

Apropos unkreative Angriffe: Viele Manöver wurden fast direkt aus Smash Bros. kopiert, andere haben immerhin einen extra Kniff. Dadurch entsteht zwar für Kenner ein vertrautes Gefühl, doch das Original bleibt dennoch interessanter.

Bugs Bunny gegen Finn aus Adventure Time Quelle: Warner Bros. Review zu MultiVersus: Selbst in der Vollversion noch eher "Pass" als "Smash" (11)

Ist nix, Doc?

Letztlich gibt es wenig Gründe, MultiVersus zu bevorzugen, falls man Smash Bros. bereits besitzt. Als Free-to-Play-Titel ist es bisher immerhin erfolgreich, wenn man sich die Spielerzahlen ansieht. Ob Warner und Player First Games eine Wiederholung der Tragödie von 2023 vermeiden können, wird sich aber zeigen.

Das Roster ist zweifellos nicht zu unterschätzen und viele Charaktere sind einzigartig, während andere ein bisschen zu viel von Nintendos Prügler übernehmen.

Der Online-Modus ist besser als der von Smash Bros. und im Gegensatz zu Nintendos Abomodell auch kostenlos. Wenn wir kein Geld für MultiVersus ausgeben wollen, müssen wir das auch nicht.

Dafür kann es länger dauern, bis wir unseren Wunschkämpfer freischalten. Das ganze Roster nimmt umso mehr Zeit in Anspruch.

Während MultiVersus kompetitiv interessant sein kann, ist die Erfahrung für Gelegenheitsspieler nur mittelmäßig. Dabei hat der Doubles-Fokus zwar Potenzial, doch wenn das restliche Spiel noch so unvollständig ist, reicht das leider nicht, um uns langfristig zu überzeugen.

Wertung zu MultiVersus (PC)

Wertung:

6.0 /10
Fazit

Nettes Roster und spaßiges Gameplay versus viel Grinding, Free-to-Play-Schwächen und teils uninspirierte Charaktere: MultiVersus schafft es aktuell noch nicht, Smash Bros. vom Thron zu stoßen.

Wenn MultiVersus länger überleben will, sollten die Entwickler schnellstmöglich die Feinheiten ausbessern und so oft wie möglich Content nachliefern. Ein paar Erweiterungen sind bereits unterwegs, doch ob das reicht, wird letztlich die Spielergemeinschaft entscheiden. Transparenz: Die oben erwähnte Preview-Version sowie eine extra Menge InGame-Währung (Gleamium) wurden von Warner Bros. bereitgestellt.

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