Test zu Monster Hunter World: Iceborne: Herausfordernd, riesengroß und voller toller Ideen!

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Test zu Monster Hunter World: Iceborne: Herausfordernd, riesengroß und voller toller Ideen!
Quelle: PC Games 

Zugänglicher, offener im Leveldesign und spektakulärer als alle Vorgänger: Mit Iceborne knüpft Capcom an die Qualitäten des bereits genialen Hauptspiels Monster Hunter World an. Wir verraten euch im Test zu Monster Hunter World: Iceborne warum die Erweiterung so gut ist.

Rollenspiel-Liebhaber unter euch erinnern sich bestimmt noch an Blood & Wine, die erstklassige Erweiterung zu CD Projekts The Witcher 3. Wer hier nicht nur die Hauptquest, sondern auch sämtliche Nebenaufgaben bewältigen wollte, war locker 40 Stunden und mehr beschäftigt. Was das mit Iceborne zu tun hat? Ganz einfach: Auch Iceborne versteht sich als Add-on zum Hauptspiel Monster Hunter World (jetzt kaufen / 26,99 € )- und dringt in Spielzeit-Regionen vor, die man heutzutage kaum mehr mit einer klassischen Erweiterung verbindet. Im Gegenteil: Was hier alles geboten wird, rangiert im Grunde genommen auf Vollpreisniveau. Doch der Reihe nach.

Ein neues Abenteuer beginnt

Chronologisch gesehen knüpft Iceborne dort an, wo das Hauptspiel aufhört. Kaum scheint die größte Gefahr in der Neuen Welt gebannt, müssen sich die tapferen Jäger der Fünften Flotte bereits mit dem nächsten Problem auseinandersetzen. Denn der sonst nur im Korallenhochland beheimatete Flugwyvern Legiana wird plötzlich im Uralten Wald gesichtet. Also macht ihr euch zusammen mit der Wildexpertin auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber keine 30 Minuten später findet ihr euch in der Raureif-Weite wieder. Gemeint ist ein komplett neues Gebiet im Nordwesten der Karte - so weit entfernt von Astera, dass das Flottenkommando schon bald beschließt, direkt vor Ort eine komplett neue Basis zu errichten.

Tiefer Schnee und beißender Frost geben hier den rauen Ton an und legen den Grundstein für eine Geschichte, die euch, je nach Monster-Hunter-Erfahrung, zwischen 20 und 40 Stunden bei der Stange hält. Endgame-Content nicht mitgerechnet! Die Story selbst wird dabei einmal mehr in Form von rasant geschnittenen Ingame-Zwischensequenzen sowie zahlreichen, leider nie allzu tiefgründigen Dialogen inszeniert. Schade: Euer Alter Ego kann weiterhin nicht sprechen, was - wie schon im Hauptspiel - häufig befremdlich wirkt. Gleiches gilt für die Tatsache, dass sich Story-relevante Zwischensequenzen erneut nicht überspringen lassen. Serienveteranen stören solche Kritikpunkte jedoch weniger, denn unterm Strich erfüllt der Plot seinen Zweck und reiht das aneinander, was schon Monster Hunter World zum Bestseller machte: Mitreißende Kämpfe gegen extrem gefährliche Bestien, die sich nur mit viel taktischem Geschick und konstanter Vorbereitung zu Fall bringen lassen.
Der Schwierigkeitsgrad im Mehrspieler-Modus skaliert endlich dynamisch. Würden bei dieser Glavenus-Jagd die Hälfte der Teilnehmer plötzlich das Match verlassen, würde das Spiel die Herausforderung umgehend für zwei Spieler optimieren. Quelle: PC Games  Der Schwierigkeitsgrad im Mehrspieler-Modus skaliert endlich dynamisch. Würden bei dieser Glavenus-Jagd die Hälfte der Teilnehmer plötzlich das Match verlassen, würde das Spiel die Herausforderung umgehend für zwei Spieler optimieren. Dies gilt insbesondere für das zweite und dritte Spieldrittel, wo ihr es mit einigen wirklich mies gelaunten Zeitgenossen zu tun bekommt - Bestien, die selbst Kennern eiskalte Schauer über den Rücken jagen! Nehmen wir beispielsweise den Brachydios. Dieser erstmals in Monster Hunter 3: Ultimate eingeführte Kampfwyvern feiert in Iceborne sein 4K-Comeback und hält Jäger unter anderem mit klebrigem, hochexplosivem Schleim auf Trab, den er wie Tellerminen am Boden auslegt. Aber auch Publikumslieblinge wie Barioth (Monster Hunter 3), Nargacuga (Monster Hunter Freedom Unite), Glavenus (Monster Hunter Generations), Tigrex (Monster Hunter Freedom 2) und Zinogre (Monster Hunter Portable 3rd) dürften bei langjährigen Jägern für wohlige Gänsehaut sorgen.

Brandgefährliche Subspezies

Nebst Apex-Monstern aus früheren Serienteilen trefft ihr auf Subspezies bereits bekannter Kreaturen. Schöne Beispiele hierfür sind der Korallen-Pukei-Pukei sowie der Nachtschatten-Paolumu. Während Erstgenannter seinen Kopf ab sofort in bestimmte Blätter im Boden steckt, sich mit Wasser vollsaugt und dieses dann wie eine Art Hochdruckstrahl auf seinen Widersacher richtet, sondert Letztgenannter nun erstmals Betäubungswolken ab. Geratet ihr damit in Kontakt, ist ein kurzes Nickerchen mitten auf dem Schlachtfeld nahezu unausweichlich. Doch damit nicht genug: Im Spielverlauf kommt es zum Showdown mit vielen weiteren Subspezies, die Capcom nicht nur optisch, sondern auch im Hinblick auf ihr Verhaltensmuster gehörig umgekrempelt hat und so für spannende neue Herausforderungen sorgt.

Highlight in Sachen Monsterdesign bleiben gleichwohl die eigens für Iceborne geschaffenen Störenfriede, allen voran das auch auf dem Cover abgebildete Flaggschiff-Ungetüm Velkhana. Der Herrscher der Raureif-Weite zählt zu den stolzesten Kreaturen im Monster-Hunter-Universum und beachtet vorbeilaufende Jäger zunächst gar nicht. Doch wehe, ihr sucht Stress und greift ihn an! Dann erhebt sich Velkhana blitzartig in die Lüfte, überzieht große Teile seines Körpers mit einer harten Eisschicht, nimmt euch mit seinem gefährlichen Eisatem ins Visier und versucht, euch mit seinem rasiermesserscharfen Stachel von den Füßen zu fegen. Oder wie wäre es mit dem Beotodus? Dank flossenähnlicher Gliedmaßen und einem eisbrechenden Horn schwimmt dieser zähe Fischwyvern gewandt und nahezu lautlos durch den Tiefschnee und springt jedem an die Gurgel, der in sein Territorium eindringt.
Die neue Basis Seliana bietet zahlreiche Annehmlichkeiten wie etwa dieses Thermalbad. Außerdem ist Seliana weit weniger verwinkelt als Astera. Quelle: PC Games  Die neue Basis Seliana bietet zahlreiche Annehmlichkeiten wie etwa dieses Thermalbad. Außerdem ist Seliana weit weniger verwinkelt als Astera. Ein weiterer Bewohner der Raureif-Weite hört auf den Namen Banbaro, den Capcom famos als Hybrid aus T-Rex und Elch designt hat und der sich unter anderem mit einem schaufelähnlichen Geweih zur Wehr setzt und in Notsituationen sogar ganze Bäume entwurzelt, nur um sie dann wie ein Planierraupen-Schild vor sich herzuschieben. Mit anderen Worten: Die Neuzugänge (von denen wir einige aus Spoilergründen besser nicht erwähnen) begeistern! Müsste man etwas an ihnen aussetzen, dann höchstens, dass ihre Anzahl im Vergleich zu bereits bekannten beziehungsweise umgestalteten Bestien etwas zu gering ausfällt. Dies dürfte allerdings vorrangig Spieler stören, die die Capcom-Serie bereits seit einigen Jahren kennen.

Wunderschöne Raureif-Weite

Aber genug der Monster-Analyse und weiter zur Raureif-Weite, der zweiten großen Spielspaß-Säule von Iceborne. Das neue Gebiet lässt sich direkt nach Story-Start (Durchspielen des Hauptspiels ist Voraussetzung!) frei erforschen und konfrontiert euch mit allerlei spannenden Herausforderungen. Eine davon ist die klirrende Kälte: Hüfthoher Tiefschnee, harsche Winde und nicht zuletzt die überall anzutreffenden Eisformationen sorgen für Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts. Die Folge: Unvorbereitete Jäger frieren schon bald wie verrückt und sind übersät von kleinen Eiszapfen. Schlimmer noch: Je länger dieser Zustand anhält, desto weniger Ausdauer steht ihnen im Kampf zur Verfügung. In vielen Duellen nicht selten das Todesurteil! Umso wichtiger ist es, rechtzeitig mit Heißgetränken, passendem Rüstzeug oder einem Bad in einer heißen Quelle vorzusorgen.
Pinguine zählen zu den eher harmlosen Bewohnern der Raureif-Weite und meiden den direkten Kontakt zu Menschen. Einfangen per Netz ist daher leider nicht möglich. Quelle: PC Games  Pinguine zählen zu den eher harmlosen Bewohnern der Raureif-Weite und meiden den direkten Kontakt zu Menschen. Einfangen per Netz ist daher leider nicht möglich.
Eine weitere Herausforderung des neuen Gebiets - aber auch eine Chance für gewagte Sprungmanöver - resultiert aus der allgegenwärtigen Vertikalität. Von den Eiszapfen-besetzten Höhlen unterhalb der Karte bis hoch zum verschneiten Gipfel müsst ihr hier so manchen Höhenmeter überwinden, genießt dann allerdings auch ziemlich imposante Ausblicke. Wer fleißig die Augen offen hält, findet in der Raureif-Weite zudem viele interessante Möglichkeiten für Umgebungsinteraktionen. In einer Höhle etwa katapultieren euch Geysire meterhoch in die Luft - ein Traum für Liebhaber der Insektengleve! Anderenorts sackt das Eis bei heftigen Kämpfen meterweit nach unten, und an bestimmten Stellen könnt ihr sogar tosende Lawinen in Gang setzen, die jedem Monster Umgebungsschaden im dreistelligen Bereich zufügen.

Ebenfalls cool: Nach Abschluss bestimmter Nebenmissionen erhaltet ihr die Möglichkeit, die Map auf dem Rücken eines lokalen Reittiers zu erkunden. Direkt steuern dürft ihr euer Mount zwar nicht, wohl aber ein Ziel auf der Karte vorgeben. Plus: Der sogenannte Trupplerritt funktioniert nicht nur in der Raureif-Weite, sondern auch auf allen anderen Karten des Hauptspiels. Im Uralten Wald etwa dient dann ein Jagras als vierbeiniges "Taxi", während im Tal der Verwesung Girros diesen Job übernehmen.

Sinnvolle Komfortverbesserungen

Der Trupplerritt ist allerdings nicht die einzige neue Komfortfunktion in Iceborne. Die Schleuder zum Beispiel steht nun jederzeit zur Verfügung, selbst dann, wenn ihr mit gezückter Waffe durch die Gegend rennt. Zahlreiche Usability-Gedanken machte sich Capcom darüber hinaus beim Layout der neuen Basis Seliana. Zur Erinnerung: Wer in Astera Wichtiges zu erledigen hatte, musste je nach Zielort zwischen verschiedenen Ebenen der Basis wechseln - und bei Gebrauch der Liftanlagen nervige Ladezeiten ertragen. Nicht so in Seliana: Hier sind Hotspots wie die Schmiede, die Ressourcenzentrale, die Küche oder das brandneue Dampfwerk (welches euch nach Anlieferung von Brennstoff mit Items belohnt) in einem gut zugänglichen Bereich vereint. Laufwege und die Zeit, sich auf eine Mission vorzubereiten, fallen somit erfreulich kurz aus. Eine lobende Erwähnung gebührt außerdem der "Hunter Helper"-Funktion. Die Idee hier: Helft ihr einem Jäger mit niedrigerem Rang in einer Notsituation aus der Patsche, winken zusätzliche Belohnungen. Ein ebenso simpler wie genialer Ansatz, der sowohl Neulingen als auch Veteranen Vorteile bietet.
Die neue Klammerklaue funktioniert wie ein Enterhaken und katapultiert euch auf den Körper einer Bestie. Dort angekommen könnt ihr bis zum Abwurf austeilen. Quelle: PC Games  Die neue Klammerklaue funktioniert wie ein Enterhaken und katapultiert euch auf den Körper einer Bestie. Dort angekommen könnt ihr bis zum Abwurf austeilen. Abschließend noch ein paar Worte zum überarbeiteten Kampfsystem. Dieses profitiert zum einen von zahlreichen neuen Moves für jede der insgesamt 14 verschiedenen Waffen. Das bei Veteranen beliebte Hunting Horn etwa lässt sich nun tollkühn in den Boden rammen und wild im Kreis drehen. Trifft jetzt ein Gegner auf die so erzeugten Schallwellen, verursacht die Waffe massiven KO-Schaden. Zum anderen ist da die Klammerklaue. Diese aus vier Metallkrallen bestehende Apparatur ist nichts anderes als ein jederzeit einsetzbarer Enterhaken. Statt also wie früher umständlich von höher gelegenen Levelpositionen auf ein Monster zu springen, visiert ihr nun einfach den gewünschten Körperbereich an und zieht euch - Rico aus Just Cause 4 lässt grüßen - an den Feind heran.

Gutes Timing und entsprechende Ausdauerreserven vorausgesetzt, könnt ihr dann für einige Sekunden ununterbrochen wüten und die betroffene Körperregion schwächen. Klingt ziemlich mächtig? In der Tat. Wann und wie häufig man die Klammerklaue einsetzt, ist allerdings jedem selbst überlassen. Doch glaubt uns: In späteren Kämpfen werdet ihr das Ding brauchen! Nicht zuletzt, weil es auch den sogenannten Zurückschrecken-Schuss ermöglicht. Hier bündelt euer Held seine gesamte Schleudermunition für einen einzigen Schuss. Trifft dieser sein Ziel, taumelt euer Widersacher für kurze Zeit. Jetzt schnell aufsitzen und gezielt in die nächste Umgebungsfalle losten. Adrenalin pur!

Meinung

Wertung zu Monster Hunter: World (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Monster Hunter: World (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Haufenweise coole MonsterMotivierender Endgame-ContentLiebevoll inszenierte Raureif-WeiteSehr übersichtlicher neuer HUB-BereichKlammerklaue fügt sich prima einPraktische DetailverbesserungenTonnenweise neue AusrüstungSchwierigkeitsgrad im Koop-Modus skaliert endlich dynamisch
Zu wenige echte Monster-NeuzugängeWeiterhin lange LadezeitenDer Held ist noch immer stumm wie ein FischNicht alle Dialoge sind vertontPlot mit verschenktem PotenzialStory-Zwischensequenzen nicht überspringbarKeine neuen Ideen in Sachen MissionsdesignHäufiges Backtracking
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