Metroid Prime Remastered im Test: Pflichtkauf! So gut war das Meisterwerk noch nie

Test Felix Schütz
Metroid Prime Remastered im Test: Pflichtkauf! So gut war das Meisterwerk noch nie
Quelle: PC Games

Seit Jahren gefordert, nun endlich da: Aus dem Nichts hat Nintendo ein Remaster von Metroid Prime veröffentlicht. Doch diese Neuauflage geht weit über das übliche Maß hinaus: Stark verbesserte Grafik und eine frische Steuerung machen Metroid Prime Remastered zur bislang besten Fassung - und zu einem der besten Spiele für die Nintendo Switch.

Höhere Auflösung, noch ein bisschen Politur drauf... und fertig! Nach diesem Muster sind leider immer noch viele Neuauflagen gestrickt. Diese Remastered-Versionen zielen meist auf das schnelle Geld und werden ohne die Hingabe entwickelt, die sie eigentlich verdient hätten. Aber es gibt auch leuchtende Gegenbeispiele, die zeigen, wie man es richtig macht! Und nur wenige strahlen so schick wie Metroid Prime Remastered.

Lange, viel zu lange mussten die Fans auf diese Switch-Umsetzung warten! Immer wieder heizten Release-Gerüchte die Vorfreude an, immer wieder folgte die Enttäuschung. Und dann kommt plötzlich Nintendo um die Ecke, zeigt eine kurze Video-Präsentation - und lässt einfach mal so Metroid Prime Remastered (jetzt kaufen 39,99 € ) vom Stapel. Eines der meisterwarteten Metroid-Spiele seit Jahren - als Shadow Drop! Der Jubel war groß, allein der Preis sorgte für ein paar Fragezeichen: 40 Euro für ein Spiel, das schon vor vielen Jahren als Trilogie für die Wii erschienen ist? Und das jetzt nicht mal Teil 2 und 3 umfasst? Ganz schön viel Geld für ein 21 Jahre altes Spiel! Doch nachdem wir wieder stundenlang in Metroid Prime Remastered versunken sind, können wir eines sicher sagen: Diese Neuauflage ist ihren Preis wert.

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Tipp: Auch in unserem Podcast berichtet Felix ausführlich über seine Eindrucke zu Metroid Prime Remastered.

Keine neuen Inhalte

Betrachten wir zunächst die inhaltlichen Neuerungen, das ist nämlich schnell erledigt: Euch erwartet exakt das gleiche Spiel wie damals auf dem Gamecube und später auf der Wii. Wirklich neu ist da nur eine Bonusgalerie, die ihr nach und nach freischaltet und in der ihr euch dann Artworks und 3D-Modelle anschauen oder Musikstücke anhören könnt. Das ist zwar nicht mehr als ein Extra, doch gerade die 3D-Figuren lohnen sich - damit erkennt man nämlich erst so richtig, wie viel Arbeit in die neue Grafik geflossen ist. (Dazu später mehr!)

Auch im mobilen Modus sieht die Neuauflage richtig gut aus. Quelle: PC Games Auch im mobilen Modus sieht die Neuauflage richtig gut aus.

Die Steuerung: Ihr habt die Wahl!

Bei der Steuerung sollte nun wirklich jeder Spielertyp glücklich werden, denn in der Neuauflage stehen mehrere Varianten zur Auswahl:

  • Die klassische (und sehr eigenwillige) Gamecube-Steuerung
  • Die Bewegungssteuerung von der Wii-Umsetzung
  • Und neu: Eine zeitgemäße Twin-Stick-Steuerung

Die angestaubte Gamecube-Steuerung dürfte heute nur noch die wenigsten Spieler interessieren. Wer sie nicht mehr kennt: Damit bewegt ihr Samus nur über den linken Analogstick und schaut immer nach vorn; wer sich umsehen will, muss dazu eine Schultertaste gedrückt halten. Das wirkt mittlerweile ganz schön veraltet, ist für Gamecube-Nostalgiker aber vielleicht genau das Richtige! Ähnlich verhält es sich mit der Bewegungssteuerung: Die funktioniert mit den Switch-Controllern sehr gut, damit spielt es sich genau wie in der Metroid Prime Trilogy auf der Wii. Als Bonus könnt ihr auch noch eine Gyro-Funktion aktivieren und den Cursor lenken, indem ihr die Konsole neigt - aus unserer Sicht zwar eine reine Spielerei, aber wer so etwas mag, kommt auf seine Kosten.

Metroid Prime Remastered (Switch, 2023) Quelle: PC Games Wie früher könnt ihr wieder eine Lock-On-Funktion nutzen und das Fadenkreuz so auf Gegner fixieren. Immer noch praktisch! Gut erkennbar: Stark verbesserte Beleuchtung und viel detailreichere Umgebungen (sieht man gut an dem verkohlten Riesenvieh). Quelle: PC Games Gut erkennbar: Stark verbesserte Beleuchtung und viel detailreichere Umgebungen (sieht man gut an dem verkohlten Riesenvieh).

Das Highlight ist aber die neue Twin-Stick-Steuerung, denn damit spielt sich Metroid Prime über weite Strecken endlich wie ein ganz normaler Shooter: Mit dem linken Stick dürft ihr laufen und strafen, mit dem rechten Stick blickt ihr frei in alle Richtungen. Das ist guter Shooter-Standard, den viele Spieler heutzutage schlichtweg erwarten. Und das fühlt sich im Test so natürlich an, als hätte es schon immer dazugehört. Egal ob man Gegner ins Visier nimmt (die Lock-On-Mechanik ist immer noch ein Muss!), sich mit dem Morph-Ball durch enge Gänge schlängelt oder präzise Sprungpassagen meistert, das geht alles wunderbar von der Hand. Mängel finden sich nur im Detail, zum Beispiel das etwas umständliche Abfeuern der Super Missile (die man aber eh kaum braucht). Oder dass man zur Waffenauswahl nun die X-Taste gedrückt halten muss. Das ist für Kenner vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, fällt dann aber nicht mehr groß ins Gewicht.

Und da wir eh gerade über Details meckern: Hier und da hätten wir auch nix gegen etwas mehr Komfort gehabt. Die Map Marker aus Metroid Dread hätten wir zum Beispiel gerne auch in Prime gesehen. Oder eine Autosave-Mechanik, damit man nicht immer zwingend zum nächsten Speicherpunkt latschen muss. Doch Metroid-Profis brauchen natürlich weder das eine noch das andere - für die ist das Spiel gut so, wie es ist.

Grafikupgrade vom Feinsten

Die auffälligste Verbesserung von Metroid Prime Remastered ist aber natürlich die Grafik. Die wurde nämlich nicht einfach nur ein bisschen aufgehübscht, sondern wirklich grundlegend überarbeitet. Auch wenn das Gameplay identisch mit dem Original bleibt, wurden alle Modelle, Texturen, Effekte und Umgebungen ausgetauscht und durch moderne Varianten ersetzt. Das Ergebnis ist für Switch-Verhältnisse ziemlich beeindruckend: Die gesamte Levelgeometrie besitzt nun viel mehr Details und Strukturen, es wurden also nicht einfach nur neue Texturen darüber geklebt. Die gibt es aber natürlich auch, alle Oberflächen sind nun schärfer, detailreicher und haben nun beispielsweise auch sanfte Glanzeffekte.

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