Metro: Last Light im Test - Das hat uns nicht gefallen + Wertung

Test Stefan Weiß

Mit einer fantastischen Grafik und erstklassigen Effekten steckt Metro: Last Light seinen Vorgänger Metro 2033 locker in die Tasche. Doch kommt das Herzstück des Spiels - der Ego-Shooter-Teil - leider nicht ohne KI-Altlasten aus. Wo die Stärken und Schwächen des atmosphärischen Endzeit-Abenteuers liegen, verraten wir euch im Test.

Das hat uns nicht gefallen

Für Neueinsteiger mitunter schwer nachvollziehbar: Der Handlungsfaden

Wer allerdings noch nichts mit Metro 2033 (Spiel oder Buch) am Hut hatte, dürfte angesichts der Informationsfülle gleich zu Beginn etwas überfordert sein. Wer etwa sind Hunter und Miller? Was ist die Hanse oder der Orden? Versteckte Tagebücher, die ihr beim Erkunden der Spielwelt finden könnt, beantworten euch zum Glück einige dieser Fragen, andere Sachverhalte muss man eben einfach als gegeben hinnehmen.

Tipp: Falls ihr Metro-Neulinge seid, schaut euch zum Beispiel das Survival-Guide-Video zu den Fraktionen im Spiel an, um zusätzliche Infos zu erhalten.

Die Art und Weise, wie Last Light seine Geschichte rund um die geheimnisvollen Schwarzen und den bevorstehenden Krieg in der Metro zwischen den menschlichen Fraktionen erzählt, ist nicht gerade auf ungeduldige Spieler zugeschnitten und stellenweise schwer verständlich. Bedingt durch Artjoms Gabe, auf übersinnliche Weise mit den Schwarzen zu kommunizieren, bekommt ihr im Verlauf der Story teils sehr psychedelisch anmutende Sequenzen zu Gesicht. Sie passen gut zum dargestellten Setting, wirken aber hier und da gewöhnungsbedürftig.

Hinschauen und zuhören – ja, anfassen – nein: Zu wenig Interaktion

Die Spielwelt in Metro: Last Light strotzt nur so vor Details, vor allem, wenn ihr die belebten Stationen erreicht. Fast jeder NPC hat etwas zu erzählen. Schade nur, dass Artjom bei den vielen Dialogsequenzen, wie schon im Vorgänger, ein stummer Fisch bleibt. Das lässt auf Dauer die an sich gut gemachten Erzählsequenzen langatmig und gestreckt wirken, hier wäre ein bisschen Interaktion seitens der Hauptfigur doch wünschenswert gewesen. Man fühlt sich zu oft wie ein stiller Zuschauer, den man an hübschen Theaterkulissen schlicht vorbeiführt. Es wäre grandios gewesen, die Stationen beispielsweise zu nutzen, um für den Spieler hier die Möglichkeit zu eröffnen, an lukrative oder spannende Nebenaufgaben zu gelangen, die ihn tiefer in die Spielwelt einführen. Das geschieht leider nur ansatzweise. Auch Details, wie etwa, dass die Gegner mit dicken Rüstungen versehen sind, von denen sich aber auch nicht das kleinste Teil erbeuten lässt, wirken nicht konsequent durchdacht. Es würde doch so gut ins Szenario passen, sich im Laufe der Zeit eine hübsche Rüstung zulegen zu können. An einer Stelle im Spiel schnappt sich Artjom in einer geskripteten Sequenz einen Helm, später erhält er mal einen Schutzanzug. Dabei wird jedoch nicht ersichtlich, inwieweit ihn das nun schützt oder nicht.

Verbesserungswürdig: Die KI

Auf dem Schwierigkeitsgrad Normal entpuppte sich Last Light regelrecht als Spaziergang. Selbst im Hardcore-Modus vermissten wir auf Dauer schon etwas die Herausforderung. Das liegt, wie schon in Metro 2033, hauptsächlich an der nach wie vor nicht gerade clever agierenden Gegner-KI. Es gibt keine fatalen Aussetzer, aber es fällt beim intensiven Spielen doch schnell auf, dass die Gegner taktische Möglichkeiten schlichtweg nicht erkennen.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Im Level Depot kommen uns acht schwer bewaffnete Soldaten entgegen, alle mit Scheinwerfern und Waffen mit Zieloptik versehen. Wir verschanzen uns unbemerkt in einem Raum, der drei Zugänge hat. Zwei Gegner kommen durch einen Eingang zu uns herein, bemerken uns nicht, obwohl sie direkt vor uns stehen und sie uns eigentlich erkennen müssten. Wir schalten die Typen mit zwei Kopftreffern aus, die restlichen Gegner sind alarmiert. Doch anstatt sich jetzt die drei Eingänge zunutze zu machen, um uns so von verschiedenen Seiten zu attackieren, marschiert einer nach dem anderen in den Raum und lässt sich problemlos wegpusten. In einer anderen Situation halten es die Gegner nicht für nötig, ihre Stellung zu wechseln, obwohl wir sie unter Feuer nehmen. Nein, sie halten auch noch brav den Kopf über die Deckung, genau in unsere Schusslinie. Schade, denn wenn man dieses KI-Verhalten erst mal durchschaut hat, fällt eine gehörige Portion Spannung bei den Schusswechseln weg. Deutlich besser verhalten sich dagegen die Mutantenmonster. Gerade, wenn es mehrere auf einmal sind, versuchen die Biester, uns zu umzingeln oder von der Seite her anzuspringen. Dabei kommt man schon mitunter ins Schwitzen.

Gehen auf Dauer flöten: Unterschiede bei den Waffen

Die vielen Aufrüstoptionen für eure Knarren sind zwar schön und gut, haben aber letztlich einen Nachteil: Wer fleißig modifiziert, kommt zu dem Schluss, dass sich beinahe alle Schießeisen am Ende gleich anfühlen. Eine Schrotflinte richtet mit einem verlängerten Lauf auch auf größere Entfernung gezielt Schaden an und eine aufgepeppte Pistole mutiert schon fast zum Scharfschützengewehr.

Fazit: Schon sehr gut, aber es gibt halt auch Macken!

Metro: Last Light hält an den Stärken des Vorgängers fest, die tolle Atmosphäre, die düstere, beklemmende Geschichte, eklige Monster, satte Soundeffekte. Dazu gibt's reichlich Action, das passt alles. Egal ob ihr in unzureichend beleuchteten U-Bahn-Tunneln oder auf der bizarr-schönen, im Vergleich zu Metro 2033 etwas freier erkundbaren Oberwelt unterwegs seid: Die Mischung aus blendender Optik, großartigen Effekten und vielen liebevollen Details wie Wasser-, Blut- oder Schlammspritzer auf der Gasmaske erzeugt eine grandios Stimmung. Sie zieht euch sofort ins Geschehen und lässt euch bis zum Ende nicht mehr los. Trotzdem gibt es auch ein paar Dinge, die wir gerne noch verbessert sehen würden. So kommt etwa die Interaktion mit der grandios dargestellten Spielwelt einfach zu kurz, zu linear wird man da hindurchgeführt. Warum kann man keine Spinde mit Vorhängeschlössern knacken? Warum lassen sich Gegner nur bedingt plündern, zum Beispiel nicht auch Teile deren Rüstung? Die Spielwelt bietet haufenweise schöne Details, doch vieles davon ist reine Kulisse. Das stört etwas, ebenso wie die Tatsache, dass sich die Gegner munter nach links und rechts um die Ecke lehnen können, wir aber nicht – bitte patchen!
Wie gut die PS3-Version von Metro: Last Light abschneiden, testen wir noch - ein Update mit Wertung und Infos folgt in Kürze!

Meinung

Infos zur PC-Technik von Metro: Last Light

Wertung zu Metro: Last Light (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Metro: Last Light (X360)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Packende Atmosphäre, die einen schlicht umhautErnste und düstere Hintergrundgeschichte, die den Spieler mit menschlichen Abgründen konfrontiertSchöne Mischung von Tunnel- und Oberflächenmissionen, was für eine gute Abwechslung sorgtFantastische Grafik und Effekte
Das Kernelement, der Shooter-Teil, muss schon wie der Vorgänger mit einer nur mäßigen KI auskommenDie wunderschön gestaltete Spielwelt bietet nur eingeschränkte Interaktionsmöglichkeiten.Einige Missionen wirken fast wie 1:1 aus dem Vorgänger übernommen (Schienenfahrt, Banditenlager)Zu einfache Schleichpassagen
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