Metal: Hellsinger in der Vorschau: Doom trifft Crypt of the Necrodancer - mit Video!
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Einen Ego-Shooter mit einem Rhythmus-Spiel kreuzen? Das klingt im ersten Moment nach einer gewagten Idee. Die Entwickler von The Outsiders haben sich dennoch an dieser ausgefallenen Mixtur versucht und daraus ein eigenes Spiel gemacht - Metal: Hellsinger. Das wurde kürzlich im Rahmen des IGN Summer of Gaming offiziell vorgestellt und durfte von uns bereits angespielt werden.
Beat Aim, AUDICA, Pistol Whip - das sind die prominentesten Ergebnisse, wenn man auf Steam nach dem Stichwort Rhythmus-Shooter sucht. Diese Namen sagen euch rein gar nichts? Nun, das könnte daran liegen, dass zwei der drei Titel exklusiv VR-Headset-Besitzern vorenthalten sind. Und die sind, trotz des Verkaufsbooms im Rahmen des Release von Half-Life Alyx, doch noch immer recht rar gesät. Vielleicht ist der Grund aber auch der, dass sich das Genre bis dato einfach noch nicht so richtig in der breiten Masse etabliert konnte.
Die Entwickler von The Outsiders wollen das nun endlich ändern. Dafür hat sich das Studio hinter dem mittlerweile eingestellten Darkborn etwas ganz Besonderes ausgedacht: In seinem neuesten Spiel Metal: Hellsinger (jetzt kaufen 26,99 € ) vermischt es Elemente aus Crypt of the Necrodancer mit der Action eines Doom und legt darüber den perfekten Beat zum Headbangen. Wie sich der Mix spielt, und vor allen Dingen anhört, durften wir bereits mit einer ersten Demo ausprobieren und den Machern dann im Rahmen einer knapp 30-minütigen Präsentation unsere brennendsten Fragen stellen.
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Ballern zum Beat
"Wir wollen den Shooter mit dem härtesten Metal-Feeling aller Zeiten machen", so äußern sich die Entwickler von The Outsiders im Interview über ihr neuestes Projekt. Das klingt zunächst einmal nach einem ziemlich ambitionierten Vorhaben. Gerade dann, wenn man bedenkt, dass mit der Bethesda-Ballerorgie Doom Eternal gerade erst im vergangenen März ein wirklich stahlharter Genrevertreter mit berechtigten Ansprüchen auf den Action-Thron erschienen ist. Doch: Das schwedische Studio rund um David Goldfarb, ehemals Game Director bei DICE und Overkill, hat eine interessante Idee, wie man dem Ziel trotzdem gerecht werden könnte.
Quelle: Funcom / The Outsiders
Metal: Hellsinger in der Hands-on-Vorschau. (3)
Statt einfach nur auf eine ordentliche Ladung Blut und Blei zu setzen, will man im Vergleich zur Konkurrenz vor allem den Sound noch mehr in den Fokus rücken. Der scheppert natürlich auch in Doom Eternal beachtlich. Die Tracks von Mick Gordon laufen allerdings weitestgehend im Hintergrund. Metal: Hellsinger befördert seine treibenden Rhythmen indes zum zentralen Element, um das die restliche Spielerfahrung herum aufgebaut wird: Während ihr mit eurem Charakter in Ego-Perspektive durch diverse Level streift und ordentlich die Fetzen fliegen lasst, reicht es nicht, willkürlich dem nächstbesten Gegner eine Ladung Schrot in die Visage zu befördern. Stattdessen müsst ihr beim Schießen den Rhythmus der Musikuntermalung treffen und so einen Punkte-Multiplikator in die Höhe treiben. Je mehr Taktgefühl ihr dabei beweist, desto besser wird euer Spielerlebnis.
Eure Leistung hat nämlich auch direkte Auswirkungen auf den Soundtrack des Titels. Der besteht aus mehrschichtigen Stücken, die bei steigendem Multiplikator um je eine zusätzliche musikalische Facette erweitert werden. Startet ihr zu Levelbeginn also nur mit Schlagzeug und einem groben Gitarrenriff, entfaltet sich am Ende schließlich die volle Performance inklusive epochalem Gesang. Das klingt nicht nur geil, sondern treibt einen auch dazu an, stets sein Bestmögliches zu geben. Schließlich will man die Klänge von Metal: Hellsinger in all ihrer Fülle und Qualität genießen.
Ein dämonisches Guitar Hero
Der Shooter entwickelt so eine ähnliche Motivation wie beispielsweise Rockband oder Guitar Hero, Namen die die Entwickler neben Crypt of the Necrodancer offenkundig als Inspirationsquelle nennen. Auch bei Doom haben sich The Outsiders das eine oder andere abgeschaut - vor allem am Arcade-Modus, in dem es ebenfalls um Tempo und das Sammeln von Punkten geht.
Quelle: Funcom / The Outsiders
Metal: Hellsinger in der Hands-on-Vorschau. (5)
Um diesem Vorbild gerecht zu werden, muss natürlich besonders das Shooter-Gameplay stimmen. Glücklicherweise können die Macher hier auf einiges an Baller-Expertise zurückgreifen. David Goldfarb, Studiomitbegründer von The Outsiders, arbeitete vorher bereits an Spielen wie Battlefield Bad Company 2, Battlefield 3 oder Payday 2 mit. Ein Fundament, auf dem sich durchaus aufbauen lässt. Vor allem was Movement, Zielmechanik und Gegnerverhalten betrifft, konnte das Team aus Goldfarbs vorherigen Projekten wichtige Erkenntnisse ziehen.
Entsprechend kann sich Metal: Hellsinger spielerisch echt sehen lassen: Ihr rennt durch eine lineare Spielwelt, die durch magische Siegel immer wieder in kleinere Arenen aufgeteilt wird. In denen werdet ihr mit Gegnern überschüttet, denen ihr dann Stück für Stück die Lichter ausknipst. Dank eines ansehnlichen Arsenals wird das nicht so schnell langweilig. Angreifende Dämonen könnt ihr mit euer Klinge zerstückeln, ihnen mit der klassischen Shotgun den Schädel wegpusten oder sie mit Akimbo-Pistolen durchlöchern. Jede Waffe verfügt zudem über eine aufladbare Ultima-Attacke, die nochmal für zusätzlichen Bums sorgt. Alles in allem knallen die Gefechte echt ordentlich rein, auch weil sie dank schneller Ausweichbewegungen, markiger Sounds oder gelungenem Trefferfeedback wirklich flott und stimmig inszeniert sind.
Doom lässt grüßen
Einfach nur wild rumballern dürft ihr allerdings nicht, en wenig "Strategie" ist schon gefragt. Schließlich müsst ihr stets ein Auge auf Lebensenergie und Munitionsanzeige behalten. Wenn die sich dem Ende nähern, kommt ein aus Doom bekannter Tick zum Einsatz: der Glorykill. Der heißt in Metal: Hellsinger "Slaughter", funktioniert technisch aber nach dem gleichen Prinzip. Habt ihr einen Feind gestunnt, verpasst ihr ihm mit einem Druck auf die entsprechende Taste einen markigen Finisher. Daraufhin hagelt es Munition und Heilsplitter, als hättet ihr gerade eine dämonische Pinata verprügelt. Dieses Ressourcen-Management trägt zum recht knackigen Schwierigkeitsgrad des Shooters bei, unfair oder gar unspielbar war unsere Demo aber zu keinem Zeitpunkt.
Quelle: Funcom / The Outsiders
Metal: Hellsinger in der Hands-on-Vorschau. (2)
Apropos Anspruch: Neben euren diversen Schießprügeln habt ihr im Spiel auch durchgängig einen Totenkopf dabei, der als Waffe sowie als eine Art Metronom fungiert. Bewegt ihr den Schädel zum Takt, haltet ihr euren Multiplikator auch außerhalb der Kampfphasen hoch. So sind selbst plötzlich auftauchende, dickere Brocken kein Problem. Neben diversem Standard-Kanonenfutter - bisher gab es mit Skelettkriegern und Co. leider nur drei Gegnertypen zu sehen - trafen wir in unserer Anspielversion nämlich auch auf einen mehrphasigen Endgegner mit Lebensleiste.
Zudem hingen fast all unsere Feinde an mysteriösen Fäden. Dadurch sah es teilweise so aus, als würdet ihr in Metal: Hellsinger auf höllische Marionetten schießen. Was es damit auf sich hat, wollten uns die Entwickler aber noch nicht verraten. Auch die Geschichte wurde uns gegenüber nur grob angedeutet: Die dreht sich wohl um die weibliche Hauptfigur namens "The Unknown" - ein Wesen halb Mensch, halb Dämon. Mit der begebt ihr euch auf einen blutigen Rachefeldzug, um "Red Judge", die Herrscherin der Hölle, zu entthronen. In der Folge kämpft ihr euch durch acht verschiedene Ebenen der "Infernal Planes", die neben dem typischen Leveldesign rund um Lava, Feuer und mysteriöse Steinarchitektur auch mit ausgefalleneren Umgebungen wie einer Eiswelt aufwarten sollen.
Quelle: Funcom / The Outsiders
Metal: Hellsinger in der Hands-on-Vorschau. (6)
Große Namen spucken große Töne
In unserer Demo war davon bisher leider noch nicht so viel zu sehen. Das eine spielbare Level von Metal: Hellsinger machte optisch einen soliden Eindruck, konnte mit dem Blockbuster-Effektfeuerwerk eines Doom Eternal aber natürlich nicht mithalten. Immerhin zu hören bekamen wir jedoch einiges. Der Titel wartet nämlich mit einigen namhaften Synchronsprechern auf: Die Rolle von "Red Judge" wird beispielsweise von der US-Schauspielern Jennifer Hale verkörpert, die unter anderem auch die weibliche Version von Commander Shepherd in der Mass-Effect-Trilogie vertonte. Als Erzähler konnte man sich Troy Baker sichern, der sich in der Spielebranche bereits als die englische Stimme von Booker DeWitt oder Joel aus The Last of Us einen Namen machte.
Quelle: Funcom / The Outsiders
Metal: Hellsinger in der Hands-on-Vorschau. (1)
Darüber hinaus sind natürlich noch diverse bekannte Musiker mit an Bord. Unter anderem haben sich Matt Heafy (Trivium), Mikael Stanne (Dark Tranquility), Alissa White-Gluz (Arch Enemy) oder Björn Strid (Soilwork) am Sountrack für Metal: Hellsinger beteiligt. Entsprechend haut die Musikuntermalung ordentlich rein und lässt den Eindruck aufkommen, als würde man mit jedem neuen Level ein eigenes Metal-Album abspielen. Top!
Die einzig schlechte Nachricht ist da wohl nur noch der aktuelle Status Quo des Spiels: Momentan befindet sich Metal: Hellsinger noch in der recht frühen Entwicklungsphase. Die Entwickler gehen daher nicht von einem Release vor 2021 aus. Dann soll der Titel aber sowohl für den PC als auch beide Sony- und Microsoft-Konsolen erscheinen und neben der Kampagne noch weitere Inhalte wie einen Challenge Mode beinhalten. Es bleibt uns also nichts Anderes übrig, als gespannt dran zu bleiben und zu hoffen, dass The Outsiders in den kommenden Monaten weitere Infos folgen lassen.
