Mercenaries 2: World in Flames

Test Christian Schönlein

LIEFERSERVICE
Mercenaries 2: World in Flames Die Vielfalt der gegebenen Möglichkeiten ist aber auch bitter nötig, kaschiert sie doch die im Kern simple Spielmechanik: Geld und Benzin, das für den Einsatz von Flugzeugen notwendig ist, erhaltet ihr für absolvierte Aufträge, die Ressourcen findet ihr aber auch in der Spielwelt. Markiert ihr den Gegenstand und werft eine Rauchgranate, kommt euer Helikopterpilot geeilt und holt die Ware ab. Bei Kontaktpersonen kauft ihr euch dann Nachschub in Form von Munition, Sprengsätzen, aber auch Panzer oder eben verschiedene Luftangriffe, die ihr dann wiederum in weiteren Aufträgen einsetzt und so weiter.

Drei solcher "Objekte" legt ihr in Slots ab, auf die ihr während einer Mission stets Zugriff habt. Sobald ihr nun ein solches Objekt geliefert haben wollt, wählt ihr es via Digikreuz an, werft eine Rauchgranate um eurem Piloten die Abwurfstelle anzuzeigen und erhaltet kurz darauf die Lieferung. Verschwenderisch sollte man trotzdem nicht sein. Wer permanent seine Piloten auf den Plan ruft, steht schnell ohne Benzin da. Und ohne Benzin könnt ihr vielleicht gerade dann keinen Luftangriff ordern, wenn ihr ihn dringend braucht, um ein Missionsziel abhaken zu können. Dann müsst ihr im besten Fall ein paar Fahrzeuge in die Luft jagen, wodurch ihr mit kleinen Benzintanks belohnt werdet. Im schlimmsten Fall ist aber Backtracking angesagt, um größere Mengen Benzin heranzukarren und einen Auftrag überhaupt erst erledigen zu können.

MAN SPRICHT DEUTSCH
Mercenaries 2: World in Flames Übrigens, der Kampfjetpilot, den ihr während des Spiels rekrutiert, hört auf den Namen Misha und ist ein stets betrunkener Russe. Ein Beispiel, für den sehr eigenwilligen Humor, der Mercenaries 2 auszeichnet. Auch die Sprüche der Söldner sind immer wieder für einen Lacher gut. In der zweiten Mission sollt ihr eine Villa erobern um dort ein Hauptquartier zu errichten. Unsere Kontaktperson warnt uns, dass wir mit starker Gegenwehr zu rechnen haben: "Der Besitzer hatte wohl Angst, dass jemand seine Villa plündern könnte." Der psychopathische Schwede Mattias Nilsson quittiert das mit den Worten: "Was? Ich will die Bude doch nicht plündern. Ich will nur alle töten und sie mir unter den Nagel reißen!".

Dank vollständiger Lokalisation dringen solche Sprüche auf Deutsch an euer Ohr. Die Sprecher wirken allerdings gerade anfangs ein wenig unpassend. Stellt ihr die PS3 im Hauptmenü auf Englisch, bekommt ihr zwar Originalton, aber auch die englischen Stimmen wirken oft deplaziert. Wirklich nervig sind aber erst die Sprachsamples eurer Gegner. Die Wiederholen sich nicht nur schnell, es wurde auch noch an Synchronsprechern gespart. So klingt ein Rebell genau wie ein Elitesoldat. Es sind solche Kleinigkeiten, durch die das Söldnerabenteuer teilweise an Atmosphäre einbüßen muss.

Der Titel fühlt sich einfach nicht wirklich nach "Next Gen" an und bleibt, was Gesamtatmosphäre angeht, hinter dem offensichtlichen Konkurrenten GTA IV zurück. Dafür läuft das Spiel bis auf wirklich wenige Ausnahmen flüssig. Selbst wenn ihr im Helikopter über die Spielwelt kreist, bricht die Framerate kaum ein. Um eine solche Performance zu gewährleisten, gingen die Entwickler aber eben auch ein paar Kompromisse ein. So werden kleinere Objekte wie Steine oder Grashalme ab einer gewissen Distanz einfach nicht mehr dargestellt. Und wo in Liberty City selbst Speichen ausmodelliert sind, sind Autoreifen bei Mercenaries einfach... naja... halt rund.

BESSER ALS GTA IV?
Mercenaries 2: World in Flames Ob man mit Mercenaries 2: World in Flames nun Spaß hat oder nicht liegt wie so oft vor allem am persönlichen Geschmack. Kein Open World-Spiel ist perfekt, selbst Genre-Primus GTA IV hat einige Macken. Es liegt am Spieler, ob er über diese hinwegsehen kann oder nicht. Wenn euch durchgeknallte Söldner sympathischer sind als der grimmige Nico Bellic und euch mächtige Explosionen ein fettes Grinsen aufs Gesicht zaubern, dann ist Mercenaries 2: World in Flames das richtige Spiel für euch. Wer viel wert auf Story und eine stimmige Gangster-Atmosphäre legt, möchte vielleicht lieber in Liberty City bleiben.

Meinungen

Wertung zu Mercenaries 2: World in Flames (PS3)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Große, offene Spielwelt, die sich stets weiter öffnet und viel Abwechslung bietet.Explosionen, Zerstörung, Krawall und Remmidemmi! Nirgends knallt es schöner.Sehr trockener und bissiger Humor. Mercenaries 2 nimmt sich selber nicht allzu ernst.Der Mehrspieler-Modus klingt richtig lecker. Wir freuen uns auf den Nachtest.
Durch viele kleine Macken in der Präsentation büßt Mercenaries 2 an Atmosphäre ein.Im Kern ist das Spielprinzip sehr viel simpler als es den Anschein hat.

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