Mega Man Legacy Collection für Switch im Kurztest: Der blaue Bomber kehrt auf Nintendos Flaggschiff zurück
Test 13,49 €
Sei es nun als passionierter Retro-Gamer der ersten Stunde oder als Jungspund, der seine ersten Spielerfahrungen auf dem Smartphone gesammelt hat: Von dem niedlichen Roboter namens Mega Man sollte wohl so ziemlich jeder Zocker schon mal etwas gehört haben, auch wenn Väterchen Capcom seine Ikone in den letzten Jahren gehörig mit Missachtung gestraft hat.
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Abseits der recht überraschenden Ankündigung des offiziell elften Teils samt neuer Engine - unzählige Ableger und Spin-offs nicht miteinbezogen - hat der blaue Maschinenkrieger sich zuletzt eher in Sammlungen früherer Abenteuer auf modernen Systemen blicken lassen. Nun dürfen sich auch Besitzer einer Switch mit der Mega Man Legacy Collection (jetzt kaufen 28,33 € / 13,49 € ) 1 und 2 in auf klassische Platformer-Action der alten Schule stürzen.
Gewohnte Kost
Die erste Sammlung beinhaltet die ersten sechs 8-Bit-Abenteuer von Mega Man, die zwischen 1987 und 1993 erschienen und das Fundament des Erfolges ebneten. Alleine schon Mega Mans Sprite-Animation lässt Nostalgie-Herzen höher hüpfen. Hüpfen ist dabei das passende Stichwort. Von einzelnen Features (Charge Shot, Slide, etc.) der jeweiligen Episoden abgesehen, ist die Prämisse eines jeden Mega Man-Spiels gleich: Mehr oder weniger unbeschadet den zu Beginn ausgewählten Level überstehen, den Boss besiegen, sein individuelles Waffensystem an sich reißen und damit gegen seine Robo-Kollegen vorgehen. Das sorgt auch gut 30 Jahre später noch für anspruchsvolle Unterhaltung, auch wenn nicht verheimlicht werden soll, dass gerade der erste Teil noch mit unfairem Leveldesign und Fehlern im Detail zu kämpfen hat. Vor allem aber der direkte Nachfolger sowie Mega Man 3 sind heute noch wahre Perlen des Run&Gun-Genres, die man zumindest mal gespielt haben sollte.
Anspruch weggespült
Um Anfängern einen leichteren Einstieg zu ermöglichen, hat Capcom für die Switch-Version abermals in die Modernisierungskiste gegriffen. Mittels einer Rückspul-Funktion könnt ihr, sollte Mega Man zum Beispiel in einen Abgrund stürzen, das Geschehene flugs rückgängig machen und den Sprung ein weiteres Mal versuchen. Dass dadurch fundamentale Designentscheidungen des Spiels nichtig gemacht und eine Herausforderung quasi nicht mehr existent ist, scheint bei Capcom wohl niemanden zu stören oder gar aufgefallen zu sein.
Ein Glück, dass diese Funktionen in den Challenge- und Remix-Modi nicht vorhanden ist, richten sich diese doch klar an Kenner der Serie.Weiterhin trüben noch kleine Unüberlegtheiten den Gesamteindruck der Collection. Warum etwa kann nicht ein Lieblingstrack ausgewählt werden, während man sich durch die umfangreichen Artworks und Illustrationen wühlt? Wieso steht hierfür nicht der Touchscreen zur Verfügung? Und über all dem trohnt die allgegenwärtige Frage, warum Mega Mans Retro-Reihe auf zwei Collections aufgeteilt werden musste. Wer bereits die Legacy Collection für 3DS besitzt, sollte nur zur Switch-Version greifen, wenn er unbedingt alles vom blauen Bomber haben muss oder sich erneut ins Leaderboard-Rennen stürzen möchte.
