Wir testen den brandneuen Shooter Medal of Honor: Warfighter von Entwickler Danger Close. Mehrere Redakteure ballern sich derzeit durch die Einzelspielerkampagne von EAs neuem Kriegsspektakel, fertigen Bildmaterial an, tauschen ihre Eindrücke aus. Einen ersten Einblick vor dem fertigen Test plus selbst erstellte Screenshots geben wir euch bereits heute!
Hauptsache undurchsichtig – Drehbuchautor durchgefallen
Eine wohl durchdachte Story, so etwas muss nicht in einem Shooter enthalten sein, trotzdem wünscht man sich doch, ansatzweise zu verstehen, was der eigentlich rote Faden ist, und um was für Charaktere es sich handelt, seien es die Guten oder die Bösen. In dieser Disziplin bekleckert sich Medal of Honor: Warfighter jedoch nicht gerade mit Ruhm. Eben noch im Jemen – jetzt auf unserer Showbühne – auf den Philippinen … der ständige Schauplatzwechsel und die Vermischung von Rückblenden, Gegenwart und undurchsichtigen Zwischensequenzen, da kann selbst Jack Bauer aus 24 noch etwas von lernen. Es mag modern sein, die Zuschauer oder in diesem Fall die Spieler im Unklaren über die Zusammenhänge zu lassen, Warfighter schießt dabei jedoch zu sehr über das Ziel hinaus. Bedingt durch den kruden, zusammenhanglos wirkenden Plot will einfach keine Bindung zu den Figuren aufkommen, die man durch die Gefechte steuert, was schade ist. Auch nach elf der insgesamt dreizehn Kampagnenmissionen fragen wir uns immer noch, worum es nun eigentlich bei dieser Jagd nach dem gefährlichen PETN-Sprengstoff geht.
Alles irgendwie zigmal durchgekaut und Schwächen der KI
Die einzelnen Missionen stellen für sich betrachtet, unterhaltsame Shooter-Kost dar, mit exzellenter Technik unterlegt, keine Frage – ABER – was Warfighter eindeutig fehlt, ist der sprichwörtlich zündende Funke, der einen – ganz platt gesprochen – bei den Eiern packt. Zu sehr verfallen die Entwickler in "obligatorisches" Missionsdesign – da ist die obligatorische Helikopter-Mission, bei der man per Bordgeschütz die Gegner dezimiert, da ist der obligatorische Scharfschützeneinsatz, oder die Erstürmung einer befestigten Anlage mit Geiseln drinnen. Trotz aller technischen Coolness ist das Kampagnenerlebnis mit zu wenigen Aha-Effekten gewürzt.
Beim Stichwort KI-Leistung leistet sich Warfighter hin und wieder unschöne Patzer, wenn beispielsweise unsere Kollegen es nicht auf die Reihe bekommen, uns Deckung zu geben oder wenn Gegner wie erstarrt hockenbleiben, bloß weil wir hier und da dem eigentlich vorgegebenen Skript-Event etwas zuvorgekommen sind.
