Max Payne 2

Test Uwe Hönig

Bei Max Payne 2 geht eine Menge zu Bruch. Bei Max Payne 2 geht eine Menge zu Bruch. Nichts für Kids
Ob mit Zielhilfe oder ohne, Max Payne ist nicht gerade zimperlich. Getroffene Gegner fliegen spektakulär durch die Luft (vor allem bei aktivierter Bullet Time) und hinterlassen deutliche Blutspritzer auf der Einrichtung. Deshalb hat der Titel keine Jugendfreigabe erhalten, was aber vollkommen in Ordnung geht. Die Gewaltdarstellung ist nicht die brutalste, die wir je gesehen haben, erinnert aber gelegentlich an John-Woo- oder Quentin-Tarantino-Filme. Spätestens wenn der tapfere Held mitten in der Zeitlupe in einer wahnsinnig coolen Drehung das Magazin wechselt und Sie fassungslos vor dem Bildschirm zuschauen, wissen Sie, was wir meinen ... Darauf basiert eigentlich der gesamte Spielspaß - auf immer neuen, spektakulären Auseinandersetzungen in Zeitlupe! Zusätzlich verändert sich die Optik, ein Filter lässt die Farben verblassen und ein kleiner, aber gelungener Unschärfe-Effekt bewirkt, dass die Szenerie unwirklich erscheint. Vorsicht ist aber trotz möglicher Zeitmanipulation angebracht: Am unteren Bildschirmrand läuft nämlich eine kleine Sanduhr ab, während Sie sich in Bullet Time gegen Verbrecherhorden durchsetzen. Nachdem die Leiste aufgebraucht ist, wechselt das Spiel nicht mehr in die Zeitlupe - aber nur keine Sorge, ein paar Augenblicke in Normalzeit füllen die Sanduhr langsam aber stetig wieder auf.

Der Waffenmeister
Sie haben mehrere Möglichkeiten, die spektakuläre Verlangsamung zu aktivieren. Zum einen gibt es den halsbrecherischen Sprung, der automatisch mit dem Beginn der Bullet Time ausgeführt wird. Sie brauchen dazu einfach nur auf die linke Schultertaste zu drücken und gleichzeitig in die gewünschte Richtung zu laufen, schon hechtet Max wie ein junger Gott nach rechts, links, vorne oder hinten. Währenddessen wird - wahlweise mit zwei Knarren gleichzeitig - geballert, was das Zeug hält, und sogar wenn Sie bereits auf dem Boden liegen, können Sie noch weiterfeuern, bis das Magazin leer ist. Dieser Move verbraucht übrigens keine Energie aus der Sanduhr. Wenn Sie nicht springen wollen, können Sie auch mit der B-Taste stehenden Fußes die Zeitlupe aktivieren. Das ist gerade dann sehr günstig, wenn man durch Türen stampft, hinter denen gut hörbar die Schurken rumlungern. Unter den insgesamt 13 Waffen befinden sich solch durchschlagende Ballermänner wie eine AK-47, Maschinenpistolen oder die beliebte Schrotflinte. Meh-
rere Handfeuerwaffen runden das Angebot ab und sind im Gegensatz zu langläufigen Waffen auch im Doppelpack einsetzbar. Sehr wichtig sind die oft in Schränken versteckten "Painkiller", mit denen Sie bei Bedarf Ihre knappe Lebensenergie per Knopfdruck auffrischen können.

Gigantische Technik
Neben der unglaublich coolen Optik mit tollen Texturen und hervorragenden Effekten sticht bei Max Payne 2 vor allem die Spielphysik hervor. Die finnischen Entwickler Remedy haben mit der potenten Havok-Engine eine der modernsten Spiele-Technologien am Markt erworben und mit ihrer eigenen, ebenfalls ausgezeichneten MaxFX!-Grafik-Engine kombiniert. Neben ausgefallenen Sterbe-Animationen kann die Physik-Engine noch einiges mehr: Objekte in den Levels können umgeworfen oder beispielsweise auch durch Beschuss bewegt werden. So ergeben sich physikalisch korrekte Szenen mit kinoreifer Dramatik. Glasflaschen, Kisten, Stühle, Schränke, Kartons, Vasen ... fast alles fliegt bei Berührung durch die Gegend und Explosionen können die Gegenstände eindrucksvoll zersplittern lassen. Das Spiel läuft dabei fast immer flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde, ab und an schleichen sich kleine Ruckler ein, die man aber locker verschmerzen kann. Untermalt wird das Spektakel von grandiosen Soundeffekten in Dolby Digital 5.1 und einem passenden Soundtrack, der bei entsprechenden Spielszenen ordentlich Stimmung macht. Insgesamt ist Max Payne 2 der absolute Überhammer für alle Action-Fans - wir können dazu nur noch eines sagen: un-bedingt zugreifen!

Wertung zu Max Payne 2: The Fall of Max Payne (XB)

Wertung:

90 /10

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