WIE SPIELT ES SICH?
Doch die Frage, die euch alle am brennendsten interessiert, lautet sicher: Wie spielt sich Mario Party 8 mit der Wii-Fernbedienung? Haucht Nintendos neues Eingabegerät der Serie frischen Wind ein? Wie ist es um die Einsteigerfreundlichkeit des achten Teils bestellt? Und kommt es zuweilen zu wilden Fuchteleien vor dem Bildschirm? Wir haben etliche Partien mit vier Mitspielern in der Redaktion bestritten und sind geteilter Meinung: Zwar sind einige der mehr als 60 Minispiele richtig klasse designt und glänzen durch eine coole Steuerung, die so auf dem GameCube nicht möglich war: In der „Ruder-Regatta“ paddeln beispielsweise zwei Doppelteams gegeneinander – jeder Spieler muss seine Wii-FB also passend zum Ruderrhythmus seines Teamkollegen bewegen, was in der Praxis zu lustigen Gestikulationen vor der Flimmerkiste führt. Doch es gibt auch einige 08/15-Minispiele, die spielerischen Feinschliff vermissen lassen. Im 3-gegen-1-Minispiel „Goldfänger“ kippen drei Spieler ständig Bob-ombs in eine Aparatur; der andere Mitstreiter muss diesen Angriffen ausweichen. Gesteuert wird hier, indem ihr auf dem Digikreuz lauft und mittels 1- und 2-Knöpfen werft, also ganz klassisch. Wir sind enttäuscht, dass so viele Minispiele auf traditionelle Weise gespielt werden. Uns überkommt der Verdacht, dass viele Spiele direkt aus den Vorgängern recycelt wurden oder für einen etwaigen GameCube-Nachfolger „auf Halde“ produziert wurden, noch ehe Hudson die Wii-Entwicklungs-Kits erhielt.
In einem anderen Minispiel kommt es darauf an, eine bestimmte Zeit auf einer Analoguhr schnellstmöglich einzustellen. Neigt ihr die Wii-Fernbedienung nach links, dreht ihr den Minutenzeiger zurück. Kippt ihr den Controller nach rechts, spult ihr die Zeit vor. Bei diesem Minispiel hätten wir uns eine höhere Präzision unserer Eingaben gewünscht, aber im Großen und Ganzen funktioniert die Erkennung der Fernbedienungs-Kommandos ordentlich.
Auch die Sensorleiste der Wii wird manchmal unterstützt – etwa bei der Schneeballschlacht: Ein Spieler steuert hier eine Wurfmaschine und pfeffert die eisigen Geschosse auf die Mitstreiter ab, indem er die Wii-FB auf den Bildschirm richtet. Die anderen Spieler weichen springend und umherlaufend aus. Wir begrüßen übrigens, dass das Nunchuk generell nicht unterstützt wird. Stellt euch nur vor, welche Kosten es verursacht hätte, wenn ihr für eine Vierspieler-Partie die entsprechende Hardware hättet kaufen müssen!
ALLES NEU ODER WAS?
Auch außerhalb der Minispiele gibt es einige Neuerungen, die aus dem Gebrauch der Wii-Fernbedienung resultieren. Zum Beispiel würfelt ihr nicht mehr, indem ihr wie auf dem GameCube und dem Nintendo 64 mit der A-Taste die Bewegung des Würfels stoppt. Stattdessen reißt ihr dazu den Controller nach oben. Ihr würfelt stattdessen, indem ihr die Wii-Fernbedienung rasch nach oben reißt – doch sonderlich frisch ist dieser Steuerkniff nicht. In technischer Hinsicht ist Mario Party durchweg zweckmäßig geraten: Die Qualität liegt auf dem Niveau von Mario Party 7, wird aber durch gelegentliche Mii-Einbindung aufgewertet. Einerseits werden eure Miis als Symbol für den Speicherstand eingeblendet, darüber hinaus wandern sie manchmal als Zuschauer durchs Bild oder ihr kontrolliert sie bei speziellen Minispielen im Extraspiel-Palais. Dort wartet auch eine Variante von Wii Sports Bowling auf euch – Aufmachung und Steuerung ähneln der Vorlage sehr, doch zum Wurf der Kugel müsst ihr die A-Taste (statt des B-Triggers) gedrückt haltet. Das ist bei Wii Sports intuitiver gelöst. Die Mii-Einbindung ist generell sehr überschaubar.
Gemogelt haben die Entwickler beim 16:9-Modus: Hauptmenü und Intro werden zwar im Breitbildmodus gehalten, doch startet ihr ins eigentliche Spiel, werden das Spielbrett und die Minispiele wie gehabt in 4:3 präsentiert. Links und rechts zieren dann bunte Balken den Bildschirm. Wenigstens wird als Ausgleich Raumklang in Dolby Pro Logic II geboten
NUR EIN UPDATE?
Eines vorweg: Mario Party 8 ist kein Pflichtkauf. Dazu ist der Spielablauf zu zäh und bei den Minispielen gibt es viel Mittelmaß. Auch die Mikrofon-Unterstützung, die in Mario Party 6 eingeführt wurde, sowie die Achtspieler-Duelle in Mario Party 7 vermissen wir. Dennoch ist Hudsons Serie auch weiterhin ein echter Spaßbringer, wenn ihr zwei oder mehr Mitspieler bei euch versammelt. Es ist ein Heidenspaß, seine Konkurrenten mit Bob-ombs zu überschütten oder ihnen in der letzten Runde einen Stern wegzustibitzen. Der Wii-Bonus hält sich in Grenzen, dafür haben die Entwickler eine Sache extrem gut verinnerlicht: Sie liefern das ab, was die Fans erwarten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
