Mad Max im Test: Öde Aufgaben, schwerfällige Story

Test Peter Bathge
Mad Max ist ein solides Open-World-Actionspiel, nicht mehr, nicht weniger.
Quelle: PC Games

Was taugt Mad Max? PC Games testet das Open-World-Actionspiel für PC, PS4 und Xbox One. Und stellt fest: Wer Spaß am Erforschen des Ödlands haben will, muss Geduld mitbringen. Viel Geduld. Mit Video-Review und allen Infos zur PC-Technik!

Mad Max: Inhalte um des Umfangs willen

Es ist schon irre: Da schafft es Avalanche, das Ödland optisch überhaupt nicht öde zu gestalten - und vergisst dann einfach, diese tolle große Spielwelt auch mit unterhaltsamen Inhalten zu füllen. Stattdessen gibt's eine die Spielzeit streckende Beschäftigungstherapie, gegenüber der selbst der Sammelwahn in Assassin's Creed sinnvoll und nachhaltig wirkt. Denn in Mad Max gibt es viel zu wenige Aktivitäten: Wir reißen Scharfschützentürme und Vogelscheuchen ab, fahren (wenig spannende) Rennen mit vorgegebenen Karren und suchen hunderte sogenannte Suchbereiche nach Schrott ab. Die Umgebung erkunden wir mal ausnahmsweise nicht, indem wir auf Türme klettern, sondern indem wir Max mit einem Heißluftballon in die Höhe befördern - das Prinzip bleibt aber gleich, inklusive freischaltbarer Schnellreisepunkte.

Die erwähnten Lager existieren in vier Varianten, bei denen wir entweder:

  • alle Gegner besiegen
  • alle Gegner besiegen und eine Ölpumpe in die Luft sprengen
  • alle Gegner besiegen und mehrere Treibstofftanks in die Luft sprengen
  • alle Gegner und deren Boss besiegen

Automatisch herumfahrende Konvois greifen wir an, um unsere Karre mit neuen Kühlerfiguren auszustatten. Quelle: PC Games Automatisch herumfahrende Konvois greifen wir an, um unsere Karre mit neuen Kühlerfiguren auszustatten. Ach ja und dann ist da noch die stupide Suche nach den Minen, für die wir alle paar Sekunden aus dem Wagen aussteigen müssen. Dieses magere Angebot wiederholt sich in einer Tour - wer wirklich alles machen will, kann locker 40 bis 50 Stunden in Mad Max verbringen. Und ja, diese Kritik trifft im Kern natürlich auf jedes aufgeblähte Open-World-Spiel zu, von Far Cry bis Watch Dogs. Aber bei Mad Max fiel uns diese Einfallslosigkeit der Entwickler eben besonders stark auf - vielleicht auch, weil abgesehen von diesem endlosen Anfahren von Icons auf der Weltkarte lange Zeit nichts anderes zu tun ist.

Mad Max: Stotternder Start

Kein Spoiler: Mad Max-typisch gibt's kein Happy End. Quelle: PC Games Kein Spoiler: Mad Max-typisch gibt's kein Happy End. Der Start geht mächtig in die Hose, eine Story scheint zu Beginn von Mad Max gar nicht zu existieren. Die simple Prämisse: Max will seinen V8-Motor zurück, nachdem er den bekannten Interceptor zu Beginn des Spiels an einen (im übertragenen wie im Wortsinne blassen) Bösewicht verloren hat. Das war's. Erst kurz vor Schluss führt die Story neben der Plaudertasche Chumbucket dann auch mal andere erinnerungswürdige Charaktere ein und die Figur Max darf sich ein bisschen weiterentwickeln. Tatsächlich gehen die Entwickler mit der Lizenzvorlage auf angemessene Art und Weise um. Max selbst, der über weite Strecken des Spiels stoisch und desinteressiert wirkt, wird auf geschickte Weise mit seiner Vergangenheit konfrontiert und agiert einmal mehr als ungewollter Held.

Die Schrotflinte lässt sich für schick gemachte Finisher einsetzen. Quelle: PC Games Die Schrotflinte lässt sich für schick gemachte Finisher einsetzen. Bis es so weit ist, dauert es aber viel zu lange! Wir hatten für diesen Text zwischendurch immer fleißig Upgrades gesammelt und schon 20 Stunden gespielt, bevor die Hauptgeschichte in den folgenden fünf Stunden endlich an Fahrt aufnahm. Also Obacht, Mad Max erfordert einiges an Geduld! Nur so verliert man nicht die Lust am über weite Strecken drögen Spielverlauf und stößt zu den launigen Haupt- und Nebenmissionen vor, die geschickt Spannung aufbauen sowie Abwechslung zu den endlosen Wüsten-Treks von einem Kartensymbol zum nächsten bieten.

Mad Max bezieht sich immer wieder auf die Filme. Im Bild: die Donnerkugel (Thunderdome). Quelle: PC Games Mad Max bezieht sich immer wieder auf die Filme. Im Bild: die Donnerkugel (Thunderdome). Allerdings: Selbst ausgemachte Mad Max-Fans mit langem Atem dürften an der Videospielumsetzung ihrer Lieblingsserie so einiges auszusetzen haben. Für deutsche Spieler besonders blöd: Es gibt keine deutsche Sprachausgabe, sondern nur Untertitel. Was bei Grand Theft Auto funktioniert, sollte auch in Mad Max akzeptabel sein? Falsch! Denn die englischen Sprecher sind bei weitem nicht so genial wie in Rockstars GTA-Serie und die Dialoge meist langweilig geschrieben. Es würde uns nicht überraschen, wenn so mancher Spieler die Zwischensequenzen nach einer Weile einfach wegdrückt. Zumal auch abseits der Dialoge nicht viel aus den Boxen kommt: Mad Max ist arm an Musik.

  1. Seite 1 Mad Max im Test: Spielwelt und Kämpfe
  2. Seite 2 Mad Max im Test: Zu Fuß schwach, im Auto genial
  3. Seite 3 Mad Max im Test: Öde Aufgaben, schwerfällige Story
  4. Seite 4 Mad Max im Test: Wie gut ist die PC-Version? + Fazit
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