Mad Max im Test: Zu Fuß schwach, im Auto genial

Test Peter Bathge
Mad Max ist ein solides Open-World-Actionspiel, nicht mehr, nicht weniger.
Quelle: PC Games

Was taugt Mad Max? PC Games testet das Open-World-Actionspiel für PC, PS4 und Xbox One. Und stellt fest: Wer Spaß am Erforschen des Ödlands haben will, muss Geduld mitbringen. Viel Geduld. Mit Video-Review und allen Infos zur PC-Technik!

Mad Max: Von der großen Weite in beengte Räume

Für ein Spiel, das sich seiner endlosen Weiten rühmt, schickt euch Mad Max übrigens ungewöhnlich oft in unterirdische Bunker. Diese dusteren Innenräume sind mies texturiert und bestehen aus wenigen, sich dauernd wiederholenden Bausteinen. Weil die Kamera sehr eng am Körper des Helden klebt, fehlt es zuweilen auch an Übersicht. Die Kamerasteuerung per Maus hilft hier am PC, kann das Problem aber nicht vollends lösen. Auch die Suche nach Schrott, Wasser, Munition und Benzin wird durch die hakelige Kamera erschwert, zumal das Spiel minutiös auflistet, wie viele Sammelgegenstände wir an einem Ort noch nicht gefunden haben. Was folgt, ist ein auf Dauer nerviges Suchspiel.

Bosskämpfe folgen alle demselben Muster. Ganz wichtig: rechtzeitig ausweichen! Quelle: PC Games Bosskämpfe folgen alle demselben Muster. Ganz wichtig: rechtzeitig ausweichen! Erschwerend kommt hinzu, dass ihr kaum nennenswerte Upgrades findet. So dürft ihr etwa eine Reihe von NPC-Festungen mit Objekten wie Wassersammler oder Munitionsfabrik verbessern, wodurch bei jedem Besuch euer Wasser- und Munitionsvorrat aufgefüllt werden. Praktisch, aber die wichtigen Verbesserungen stecken woanders. So tauscht ihr bei einem mysteriösen Schamanen verdiente Punkte gegen Verbesserungen wie mehr Lebenspunkte ein. Die Zähler bekommt ihr unter anderem für erfolgreiche Angriffe auf feindliche Lager, die überall in der riesigen Spielwelt herumstehen.

Bevor Max in so ein Lager spaziert und sich drinnen um die (Mad Max-gewohnt verrückten) Widersacher kümmert, muss er erst einmal den äußeren Verteidigungsring aus Flammenwerfer, Scharfschützen und Mörser ausschalten sowie das Tor aufsprengen. Unverzichtbar dabei: Der Greifhaken des Manum Opus, mit dem ihr Türme abreißt und Gegner durch die Luft schleudert. Spaßig! Das Arsenal wird um Max' Schrotflinte sowie später einen Flammen- und Raketenwerfer ergänzt. Diese Hilfsmittel kommen auch bei den wuchtig inszenierten Autokämpfen zum Einsatz, die zu den Höhepunkten von Mad Max zählen.

Mad Max: Road Warrior

In Sachen abgedrehter Charaktere lässt Mad Max viel (Film-)Potenzial liegen. Quelle: PC Games In Sachen abgedrehter Charaktere lässt Mad Max viel (Film-)Potenzial liegen. Viele der 16 Hauptmissionen sowie zahlreiche Nebenaufgaben schicken Max und seinen Magnum Opus in den Kampf gegen stachelbewehrte PS-Schleudern - auf offener Straße. Die Steuerung funktioniert dabei sowohl mit Maus und Tastatur als auch Gamepad tadellos. Nur eine Sache stört uns: Wenn wir mit unserer Karre in engen Canyons einen Felsen touchieren, dreht sich der Magnum Opus übertrieben oft um die eigene Achse oder überschlägt sich. Da wäre weniger mehr gewesen. Im Kampf auf offener Straße fällt dieser Kritikpunkt aber nicht ins Gewicht. Dafür haben wir viel zu viel Spaß daran, Benzinkanister am Heck gegnerischer Schlitten zur Explosion zu bringen oder Reifen per Harpune abzureißen.

Richtig wild wird es, wenn wir einen Konvoi angreifen, dann rempeln und rammen alle Fahrer um die Wette. Autos explodieren rechts und links, es kommt zu spektakulären Unfällen und wir erwischen uns immer wieder dabei, die fantastisch aussehenden Feuereffekte zu bestaunen, statt uns aufs Fahren zu konzentrieren. Gut für Ingame-Fotografen: Ein Fotomodus erlaubt es euch, das Spiel jederzeit zu pausieren, die Perspektive nach Wunsch zu ändern und das fertige Bild mit einer Reihe von Filtern und Rahmen zu versehen. Viele Screenshots in diesem Artikel sind auf diese Weise entstanden.

Das Arcade-Fahrmodell begünstigt die Enstehung solcher spektakulären Stunts/Crashes. Quelle: PC Games Das Arcade-Fahrmodell begünstigt die Enstehung solcher spektakulären Stunts/Crashes. Glanzpunkte setzt Mad Max schließlich in den zufällig auftretenen Stürmen. Dann ballen sich riesige Wolken am Horizont zusammen und wenn wir nicht rasch einen Unterschlupf finden, holen uns Blitz und Donner in Sekundenschnelle ein. Genial: Solche Stürme können auch mitten in einer Mission oder einem der optionalen Rennen auftreten. Das verschärft die Spannung beträchtlich, sieht grandios aus und lockt zudem mit Belohnungen: Wer sich herumfliegende Beutekisten im Sturm per Harpune schnappt, kriegt dafür eine Extraportion Schrott.

Stark gemacht, aber zu selten: Dynamisch entstehende Stürme lehren euch das Fürchten, locken allerdings mit dicken Beutekisten. Quelle: PC Games Stark gemacht, aber zu selten: Dynamisch entstehende Stürme lehren euch das Fürchten, locken allerdings mit dicken Beutekisten. Alternativ könnt ihr zwecks Schrottgewinnung auch feindliche Autos entern und zurück in die eigene Festung fahren - dann stehen sie euch fortan als Alternativvehikel zur Auswahl und ihr bekommt einen dicken Bonus für eure Mühe. Allerdings sind wir im Test hauptsächlich mit dem Magnus Opus rumgedüst, denn nur der lässt sich aufbrezeln.

Einzige Ausnahme: Ab und zu steigen wir in den Wüstenbuggy von Max' Verbündeten Chumbucket. Denn nur der beherbergt einen Spürhund, mit dem wir Minenfelder ausfindig machen und die versteckten Sprengkörper entschärfen können. Das klingt genauso langweilig, wie es sich spielt und ist damit nur ein Beispiel für die wohl größte Schwäche von Mad Max: den Mangel an Abwechslung.

  1. Seite 1 Mad Max im Test: Spielwelt und Kämpfe
  2. Seite 2 Mad Max im Test: Zu Fuß schwach, im Auto genial
  3. Seite 3 Mad Max im Test: Öde Aufgaben, schwerfällige Story
  4. Seite 4 Mad Max im Test: Wie gut ist die PC-Version? + Fazit
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