In unserem Test zu MXGP 2: The Official Motocross Videogame erklären wir, warum das Rennspiel von Milestone trotz der interessanten Lizenz leider in allen Belangen nur Mittelmaß ist. Vor allem die mangelhafte Kollisionsabfrage erstickt den Spielspaß oftmals im Keim.
Ach ja, die guten alten Nischen-Rennspiele, die meistens gar nicht so gut sind, aber trotzdem mit Zähnen und Klauen von der kleinen Fan-Base (die je nach Spiel locker in eine Telefonzelle passen würde) verteidigt wird. MXGP 2: The Official Motocross Videogame reiht sich hervorragend in diese Gruppe ein. Der Motocross-Titel von Entwickler Milestone begeht nämlich die gleichen Fehler wie Sébastien Loeb Rally EVO vom selben Studio: Der Umfang ist durchaus beachtlich, doch der Spaß auf der Strecke wird einem immer wieder durch ein unausgegorenes Fahrgefühl vermiest.
Quantität statt Qualität
Zunächst also zu den löblichen Aspekten von MXGP 2. Neben Einzelrennen dürft ihr an Stadion-Wettbewerben teilnehmen, im Monster Energy FIM MXoN mit einer Nationalmannschaft in den Rennklassen MX, MX 2 und Open antreten und natürlich mit dem Fahrerfeld der 2015er Saison die Meisterschaft des letzten Jahres nachspielen. Zudem gibt es noch einen Karrieremodus, in dem ihr als MX-2-Fahrer startet und euch schließlich weiter nach oben arbeitet. Wer in der unteren Klasse dominiert, bekommt schon bald gute Angebote von anderen und auch höherklassigen Teams. Mit verdienten Credits dürft ihr außerdem euren Fahrer und euer Motorrad äußerlich nach euren Vorstellungen gestalten. Es gibt also richtig viel zu tun.
Quelle: PC Games
Die Ego-Perspektive ist leider ziemlich unbrauchbar, da man
so die hanebüchene und rempelwütige KI nicht im Auge behalten kann.
Viel Gas, wenig Spaß
Das Fahrverhalten der verschiedenen Bikes ist jedoch oftmals vollkommen willkürlich. Liegt das Motorrad gerade noch stocksteif auf der Strecke und wir kommen nur mit dem Einsatz der Hinterradbremse um eine Kurve, fängt die Kiste auf gerader Strecke plötzlich an zu schlingern, lässt sich selbst mit Gegenlenken nicht mehr abfangen und crasht gegen ein Hindernis. Zudem ist die Kollisionsabfrage entweder vollkommen verbuggt oder sie war den Entwicklern einfach furzegal. Mal reicht eine kleine Berührung schon aus, dass sich euer Fahrer über die Piste kugelt (und die anderen Piloten einfach über ihn fahren), ein anderes Mal landet ihr nach einem Sprung auf dem Kopf eines Gegners, der vollkommen unbeeindruckt weiterfährt, während ihr mit dem Hinterrad auf seinem Helm beschleunigt. Ebenfalls mies ist das System für das Zurücksetzen auf die Strecke. Viel zu oft kamen wir ein paar Zentimeter von der Piste und lenkten gerade wieder ein, als das Spiel plötzlich entschied, uns selbst wieder dorthin zu setzen. Dadurch büßten wir etliche Plätze ein. Allerdings sind die auch schnell wieder aufgeholt, denn die KI ist arg dümmlich und selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad greift ein übermächtiger Gummiband-Effekt. Nur beinharte Motocross-Fans haben hier Spaß.
