Test zu Luigi's Mansion 3: Ein ebenso unterhaltsamer wie abwechslungsreicher Gruseltrip!
Test
Nachdem er in zwei Spielen bereits mehrere Villen von ihren geisterhaften Bewohnern befreit hat, erwartet den grünen Mario in Luigi's Mansion 3 sein bisher größter Horrortrip: Es gilt, ein ganzes Hotel von allerlei spektralen Unholden zu befreien! Wir haben das Gebäude von unten bis oben und jeden Winkel erforscht und erklären in unserem großen Test plus Testvideo, warum Luigi's Mansion 3 der bisher beste Teil der Serie ist.
It's-a me, Mario! Moment, nein, stimmt ja gar nicht! In Luigi's Mansion 3 (jetzt kaufen 59,99 € ) ist nicht der berühmteste Klempner der Welt am Start, sondern sein grün gewandeter Bruder tritt wieder einmal ins Rampenlicht! Nach unfreiwilligen Horrortrips in eine respektive mehrere Villen in Luigi's Mansion und Luigi's Mansion 2 wird diesmal deutlich mehr als zuvor aufgefahren: Ein ganzes Hotel wird von üblen Spukgestalten heimgesucht und es liegt an Luigi, dem Treiben ein Ende zu bereiten und die vom bösen König Buu Huu entführten Mario, Peach und drei Toads zu befreien.
In diesem Artikel
Mit diesen wenigen Worten haben wir tatsächlich auch schon die ganze Geschichte des Abenteuers zusammengefasst. Nein, wie im Pilzkönigreich bis auf wenige Ausnahmen üblich, wird auch hier in Sachen komplexe Erzählung nicht wirklich auf die Pauke gehauen. Spoiler: Am Ende rettet Luigi alle seine Freunde. Huch! Allerdings, was den Humor inklusive kompetent umgesetzten Slapsticks, die charmante Weltgestaltung und die Atmosphäre angeht, macht dem Spiel wie schon den Vorgängern niemand was vor!
Das fängt bei den sehr gut geschriebenen (nicht vertonten) Dialogen voller Wortwitz an, reicht über allerlei schräge Momente und zeigt sich vor allem im Situationshumor. Luigi reagiert extrem ulkig auf die Geschehnisse um sich herum und obwohl oder gerade weil viele Sequenzen gänzlich ohne Dialoge auskommen, mussten wir während des Spiels mehr als einmal laut lachen! Luigi war zudem schon immer der deutlich nuancierter geschriebene der beiden Klempnerbrüder und die Furcht, die er quasi durchgehend während seines Hotelaufenthalts verspürt, zeigt sich wunderbar in seiner extrem ausdrucksstarken Mimik und den brillanten Animationen. Seine Mitstreiter und Widersacher können sich in dieser Hinsicht aber ebenfalls sehen lassen! Doch nicht nur die Animationen sind toll, generell kann sich Luigi's Mansion 3 grafisch echt sehen lassen.
Quelle: PC Games
Zum Aufzugsknopf drängt, am Aufzugsknopf hängt doch alles. Wir müssen die leuchtenden Schönheiten den diversen Bossen entreißen, um im Hotel voranzukommen.
Wir gucken immer aus einer festen Perspektive auf die verschiedenen Räume des Hotels und die Entwickler nutzen diesen Umstand geschickt, um das Hotel wie ein riesiges Diorama voller kleiner Details wirken zu lassen. In jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, aufgewirbelter Staub erfüllt die Luft, wenn wir an ewig nicht mehr angerührten Objekten vorbeilaufen und sehr gute Licht-, Feuer- und Wassereffekte erfüllen die Orte mit Leben. Man nehme den Fakt hinzu, dass der Spaß durchgehend ruckelfrei läuft und fertig ist eines der hübschesten Spiele für die Nintendo Switch!
Hotel Luigi
Einziger Wermutstropfen in dieser Hinsicht: Manchmal leidet die Übersicht unter der starren Kameraperspektive. In einigen Momenten durchaus gewollt, wenn etwa ein Durchgang bewusst verborgen ist und durch Umgebungshinweise entdeckt werden muss. An anderen Stellen rennt man aber auch mal etwas ratlos herum, weil Objekte und Umgebung ineinander übergehen und der Weg nicht gut zu erkennen ist. Das ist aber nur ein kleiner Makel und angesichts der sonstigen technischen Qualitäten verschmerzbar. Dankenswerterweise steht die relativ sparsam genutzte, aber die Atmosphäre sehr kompetent unterstreichende Musik nicht hinten an. Vor allem aber sind es die Soundeffekte, welche den humorvollen Horror perfekt ergänzen; seien es nun Luigis je nach Untergrund unterschiedliche Schrittgeräusche, das unterhaltsame Gegacker der Geister, natürlich wieder einmal Luigis inzwischen ikonische "Mario!"-Schreie und einfach das Knarren und Knarzen des Hotels.
Quelle: PC Games
Die verschiedenen Bossgeister unterscheiden sich bezüglich des Anspruchs, kommen aber allesamt mit viel Charme daher.
So doof das bei einem völlig überzeichnet gestalteten Cartoon-Gebäude klingt: Die Spielwelt wirkt wie ein echter Ort! Und ein ganz schön abwechslungsreicher - nur die ersten paar Etagen entsprechen dem, was man sich von einem Hotel erwarten würde. Da laufen wir durch Gästezimmer, einen Gastronomiebereich und die Lobby. Je höher wir im Hotel gelangen - unser Ziel ist wenig überraschend das oberste Stockwerk -, desto kreativer werden die Orte, die wir erkunden. Eine Etage mag uns an einen Strand nebst angehängtem Geisterschiff schicken, eine in eine Diskothek, eine andere in eine Wüste samt thematisch passender Pyramide voller Mumien, und wieder eine an ein völlig durchgeknalltes Filmset. Es ist beeindruckend, wie viel Varianz hier geboten wird!
Klar, mit der Hotelthematik haben diese Abschnitte im Grunde nichts zu tun. Aber sie sorgen für jede Menge Spielspaß und das ist ja wohl das Wichtigste. Schön auch, dass wir jederzeit frei zwischen den verschiedenen Stockwerken wechseln können, sobald wir sie freigeschaltet haben. Vorbei sind die Zeiten der nervigen und auf Handheld-Bedürfnisse hin getrimmten missionsbasierten Erkundung aus Luigi's Mansion 2, die uns regelmäßig aus dem Geschehen riss! Nicht ganz so zusammenhängend wie die Map des ersten Spiels, bei Weitem nicht so zerstückelt wie die Spielerfahrung in der Fortsetzung - der dritte Gruseltrip findet hier zum Glück die richtige Balance.
Schreck weg dank Schreckweg
Quelle: PC Games
Die Animationen und Mimik von Freund und Feind, allen voran Luigi selbst, sind über jeden Zweifel erhaben. Generell ist Luigi’s Mansion 3 ein grafischer Leckerbissen.
Jedoch, schlussendlich können Atmosphäre und Weltgestaltung ein Spiel nur teilweise tragen. Auch spielerisch muss es überzeugen. Und das tut Luigi's Mansion 3 - zumindest größtenteils. Mit einer neuen Iteration unseres bewährten Geister-Staubsaugers Schreckweg ausgestattet, machen wir uns auf, das Hotel von allerlei Geisterwesen zu befreien. Wir saugen noch mehr als je zuvor alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist und können manche Räume auf diese Weise quasi völlig leerräumen. Auf diese Weise finden wir Geld, mit dem wir uns in einem Shop allerlei hilfreiche Items wie Wiederbelebungs-Knochen kaufen können sowie Herzen zum Auffüllen unserer Energie.
Vor allem aber geht es mit dem Schreckweg eben den Spukgestalten an den Kragen. Wie bisher müssen wir die Geister dafür mit der Taschenlampe anstrahlen und sie dann in unseren Staubsaugerbeutel befördern. Die Gefechte gehen deutlich schneller vonstatten als bisher - das liegt an einer neuen Funktion, die es uns erlaubt, Geister zu packen und durch die Gegend und sogar auf andere Gegner zu schleudern. Cool: Durch dieses Feature treten wir nun auch gegen deutlich größere Gegnergruppen an als in den Spielen zuvor. Vor allem aber sorgen die Bosskämpfe für Freude. Jedes Stockwerk des Hotels wird von mindestens einem besonders mächtigen Geist beherrscht, welcher am Ende des Abschnitts um einen der Aufzugknöpfe erleichtert werden muss.
Beim 3DS-Vorgänger beschwerten wir uns, dass die sogenannten Portraitgeister aus dem Erstling nicht mehr mit an Bord waren und abseits sehr seltener Endgegner lediglich die immergleichen Gespenster bezwungen werden mussten. Die Etagen-Bosse sind ein würdiger Ersatz für die Portraitgeister, erfordern, dass wir mit mehr Strategie als "draufleuchten und einsaugen" aufwarten und sind vor allem wunderbar gestaltet. Besonders die Endgegner-Spukgestalten auf der Läden- und der Filmstudio-Etage haben es uns durch ihr humorvolles Design und die tollen Kämpfe angetan!
