Lost: Das Spiel

Test Horst Heindl

Werden Sie zu einem der Gestrandeten und bieten dem dunklen Rauch die Stirn.

Als Lost-Fan haben Sie es sicher satt, immer dann, wenn es am Ende einer Episode spannend wird, eine ganze Woche bis zur nächsten Folge warten zu müssen. Ubisofts Adventure Lost: Das Spiel können Sie dagegen am Stück durchspielen und echte "Losties” werden das auch tun. Dazu braucht man kein Orakel zu sein. Denn eines ist sicher: Kenner der Serie fühlen sich sofort wie zu Hause und tauchen in die immer dichter werdende Handlung ein.
Lost: Das Spiel (Via Domus) - Trotz der veralteten Technik kann sich das Ergebnis sehen lassen. Lost: Das Spiel (Via Domus) - Trotz der veralteten Technik kann sich das Ergebnis sehen lassen.
Diese entwickelt sich genau wie in der Fernsehvorlage im Verlauf von Episoden fort, für die Sie jeweils zwischen 15 und 45 Minuten Spielzeit einplanen dürfen. Mehr noch: Jede Episode beginnt mit einem Vorspann, bevor Ihnen endlich passend zur authentischen Musik der rotierende Titel entgegenflimmert. Spätestens jetzt stellt sich das Gänsehautgefühl ein und nach dem furiosen Flugzeugabsturz im allerersten Vorspann kann es endlich losgehen.

Amnesie

In ersten Gesprächen mit Jack, Kate und Co. stellt Ihre Spielfigur Elliott fest, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Darum geht es auch in dem Spiel: Finden Sie heraus, wer der Spieler ist und was es mit dessen dunkler Vergangenheit auf sich hat. Natürlich kommen Sie dabei nicht umhin, alle wichtigen Orte aufzusuchen, die in der Serie vorkommen, darunter mehrere Dharma-Stationen wie "Schwan" oder "Hydra". Übrigens haben alle wichtigen Serien­charaktere einen oder mehrere Auftritte, darunter auch der einäugige Russe Mikhail und natürlich der charismatische Ben von den zwielichten "Anderen", die schon vor dem Absturz auf der Insel lebten.
Lost: Das Spiel (Via Domus) - Jack bedroht Tom, während im Hintergrund der Spieler zu sehen ist. 
Eine gewisse Ähnlichkeit zu George Clooney lässt sich nicht verleugnen. Lost: Das Spiel (Via Domus) - Jack bedroht Tom, während im Hintergrund der Spieler zu sehen ist. Eine gewisse Ähnlichkeit zu George Clooney lässt sich nicht verleugnen.
Fans wird es freuen, dass sowohl die deutschen als auch die englischen Originalsprecher auf die deutsche Disk gebannt wurden. Ein dickes Atmo­sphäreplus! Den kernigen schottischen Akzent von Desmond und Charlies herrliche Manchester-Schnauze sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Nicht fehlen darf der typische Lost-Humor. Sawyer etwa, der die Angewohnheit hat, beleidigende Spitznamen für seine Mit-Überlebenden zu erfinden (Wer ist Sommersprosse?), hält auch für Sie ein paar davon parat. Natürlich verraten wir die nicht an dieser Stelle. Auch Nimmersatt Hurley ist immer für einen Lacher gut.

Rätselhaft

Neben ausführlichen Gesprächen stehen in periodischen Abständen diverse Rätseltypen an. Hin und wieder müssen Sie Strom mithilfe dreier Typen von Sicherungen umleiten, um damit elektronische Geräte zu aktivieren. Oder Sie orientieren sich anhand von Markierungen im Dschungel. Das ist mitunter schwerer, als es sich anhört, denn nicht selten müssen Sie vor dem schwarzen Rauch Reißaus nehmen und sich anschließend neu orientieren. Alles in allem sind die Rätsel aber eher zu leicht als zu schwer, wenngleich die Rätselhärte stetig zunimmt. Das gilt auch für die kleinen IQ-Tests, die Sie an einigen Computerterminals absolvieren müssen.
Lost: Das Spiel (Via Domus) - Die Schalttafel-Rätsel werden mit der Zeit richtig knifflig. Lost: Das Spiel (Via Domus) - Die Schalttafel-Rätsel werden mit der Zeit richtig knifflig.
Ein wichtiges Spielelement sind Elliotts Rückblenden, denn die helfen seinem Gedächtnis auf die Sprünge. Zunächst erblicken Sie ein Fragment zu einem Bild. Danach tauchen Sie hinein in die verschwommene Welt Ihrer Erinnerung. Mit einer virtuellen Kamera müssen Sie in der jeweiligen Erinnerung das richtige Fragment - sprich Motiv - finden, es scharf stellen und knipsen. Lost-Fans werden diese Erzählweise lieben.

Ubisofts Versoftung von Lost überzeugt vor allem mit der tollen Geschichte. Die Rätsel machen Spaß, nutzen sich aber mehr und mehr ab. Technisch ist das Spiel eher in der mittleren Liga anzusiedeln. Für einen hohen Wieder­erkennungswert reicht das jedoch allemal. Tipps zu dem Spiel finden Sie in der Tipps und Tricks-Sektion auf unserer Internetseite.

Wertung zu Lost (X360)

Wertung:

75 /10
Pro & Contra
OriginalsprecherDichte StoryGute Rätsel, …
… die sich aber mit der Zeit abnutzen.Stellenweise zu leicht
Fazit

Überraschend gute Serienumsetzung mit kleineren Mängeln für Serienkenner- und liebhaber.

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