Life is Strange: Before the Storm in der Angespielt-Vorschau

Special Matthias Dammes
Life is Strange: Before the Storm in der Angespielt-Vorschau
Quelle: Square Enix

Mit Life is Strange: Before the Storm bekommen Fans des Episoden-Adventures ein letztes Abenteuer mit lieb gewonnen Charakteren. Noch einmal nach Arcadia Bay, noch einmal mit Chloe in diese ­atmosphärische Welt eintauchen. Wir haben das Prequel kurz vor dem Release der ersten Episode angespielt.

Nach dem furiosen Finale von Life is Strange im Oktober 2015 wollten die Fans des Episoden-Adventures eigentlich nur eins: Mehr! Die Wünsche wurden gleich in mehrfacher Hinsicht erhört. Die Entwickler von Dontnod Entertainment arbeiten derzeit an einer zweiten Staffel, die jedoch noch eine Weile auf sich warten lässt. Unterdessen entsteht bei Deck Nine Studios mit Life is Strange: Before the Storm ein Prequel zur ersten Staffel, mit dem ihr ab Ende August für drei Episoden noch einmal nach Arcadia Bay zurückkehren könnt.

Chloe und Rachel

Drei Jahre vor den Ereignissen der turbulenten Woche im Leben von Max Caulfield dreht sich nun alles um Chloe Price. Die 16-jährige Schülerin geht durch eine schwierige Phase. Der Tod ihres Vaters ist noch frisch, ihre beste Freundin Max hat die Stadt verlassen und ihre Mutter beginnt eine neue Beziehung mit dem unsympathischen Kriegsveteran David. In dieser Zeit lernt sie Rachel kennen, eine der beliebtesten Schülerinnen von Arcadia Bay. Die Entwicklung der Freundschaft zwischen beiden Mädchen steht im Mittelpunkt der Geschichte von Before the Storm.

Rund einen Monat vor dem Release der ersten Episode hat uns Publisher Square Enix nun in der Redaktion besucht und wir konnten erstmals einen Abschnitt selbst anspielen. Wir steuern Chloe durch eine alte Sägemühle, die inzwischen als illegaler Veranstaltungsort für Konzerte dient. An diesem Abend spielt dort Firewalk, die Lieblingsband der Protagonistin. Wir haben nun die Gelegenheit uns in der Location umzuschauen, mit Leuten wie Drogendealer Frank zu reden und Chloe ein T-Shirt der Band zu beschaffen.

Vertrautes Gefühl

Das Gameplay unterscheidet sich dabei nicht vom Vorgänger. Interaktive Objekte werden im gewohnten Zeichenstil hervorgehoben und in Dialogen wählen wir aus verschiedenen Optionen. Allerdings gibt es diesmal keine Rückspul-Funktion. Die Fähigkeit der Zeitmanipulation besitzt nur Max. David, der neue, unsympathische Freund von Chloes Mutter, fordert die Teenagerin zum Fist-Bumb auf. Der Spieler entscheidet, wie sie sich verhält. Quelle: Square Enix David, der neue, unsympathische Freund von Chloes Mutter, fordert die Teenagerin zum Fist-Bumb auf. Der Spieler entscheidet, wie sie sich verhält. Daher muss Chloe mit den Konsequenzen leben, die ihr loses Mundwerk nach sich ziehen. Vermisst haben wir dieses prägende Element der ersten Staffel jedoch nicht. Es wäre im Gegenteil eher befremdlich gewesen als Chloe plötzlich auch Zeitkräfte zu verfügen. Stattdessen wird auf diese Weise den eigentlichen Entscheidungen mehr Gewicht verliehen.

Auch ohne Zeitreisen ist es den Entwicklern aber gelungen die spezielle Atmosphäre von Life is Strange einzufangen. Erneut wird ein eher entschleunigtes Spielerlebnis geboten. Es gibt viel zu entdecken und auch Chloe kann in gelegentlichen, sogenannten Zen-Momenten die Gedanken schweifen lassen. Untermalt wird das Spiel wieder von einem handverlesenen Indie-Soundtrack. Anstelle der sammelbaren Fotos von Max rücken diesmal Graffitis, die Chloe an bestimmten Stellen hinterlassen kann. Dabei stehen sogar jeweils zwei verschiedene Motive zur Auswahl.

Video-Vorschau

Was tun?

Zurück in unserer Anspieldemo verfolgen wir weiter den Plan unserer Protagonistin ein T-Shirt zu besorgen. Die 20 Dollar, die der Kofferraum-Verkäufer aufruft, sind Chloe allerdings zu viel. Also lösen wir in einem unbemerkten Moment die Handbremse des Verkaufswagens. Dieser rollt eine Wie es sich für eine aufstrebende Teenagerin am Beginn ihrer rebellischen Phase gehört, schleicht sich Chloe auf ein illegales Konzert ihrer Lieblingsband. Quelle: Square Enix Wie es sich für eine aufstrebende Teenagerin am Beginn ihrer rebellischen Phase gehört, schleicht sich Chloe auf ein illegales Konzert ihrer Lieblingsband. kleine Rampe runter, was den Händler erst einmal ablenkt. Wir können nun ungehindert eines der Shirts aus dem Kofferraum stibitzen. Allerdings beginnt damit auch eine Kette von Ereignissen und Konsequenzen, deren Auswirkung wir jetzt noch nicht erahnen können. Das wird noch deutlicher als Chloe einen Batzen Geld neben den T-Shirts findet. Wir stehen vor der ersten großen Entscheidung: das Geld klauen oder liegen lassen? Wir entscheiden uns die Kohle zu nehmen, wodurch sich gleich neue Möglichkeiten eröffnen. Wir können das Geld für später aufbewahren oder damit zu Frank gehen. Bei diesem können wir entweder unsere Schulden begleichen oder Grass für den Abend kaufen. So macht bereits diese kleine Szene eine Vielfalt von Entscheidungen deutlich. Wie schwerwiegend die Konsequenzen ausfallen, können wir daran jedoch noch nicht abschätzen.

Die größten Kritikpunkte sammelte die erste Staffel vor allem auf der technischen Seite durch hölzerne Animation und häufig mangelnde Lippensynchronität. Hier haben die Entwickler von Deck Nine deutliche Fortschritte gemacht. Das liegt auch an der eigens entwickelten Storyforge, einem Programm in dem die Designer jede einzelne Szene wie in einem virtuellen Theater oder Storyboard arrangieren können. So lassen sich zum Beispiel relativ einfach Emotionen per Schieberegler auf die Gesichter der Figuren legen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Ohne den typischen, an Aquarellgemälde angelehnten, Grafikstil aufzugeben macht Before the Storm optisch bereits einen viel schickeren Eindruck. Wenn das Spiel dazu bei Charakteren und Handlung an den hervorragenden Vorgänger anknüpfen kann, können sich Fans auf ein würdiges Prequel und einen tollen Abschied von Arcadia Bay freuen.

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