Landwirtschafts-Simulator 22 im Test: Eine gute Ernte für Fans

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Landwirtschafts-Simulator 22 im Test: Eine gute Ernte für Fans
Quelle: PCGames

Drei Jahre Entwicklungszeit hat er gekostet, der Landwirtschaftssimulator 22. Hat sich das Warten gelohnt? Wir haben den neuesten Serienableger getestet und verraten euch, ob die Simulation ein würdiger Nachfolger geworden ist. Mit Video!

Aaaaach ja, kennt ihr das auch? Ihr kommt nach einem anstrengenden Tag von der Arbeit nach Hause und wollt euch erstmal entspannen. Stress abbauen. Zur Ruhe kommen. Was tut ihr also? Ihr setzt euch vor den PC und bestellt eure virtuelle Farm.

Was für Außenstehende auf den ersten Blick paradox wirkt, hat sich über die Jahre zu einem echten Relaxing-Garanten entwickelt - zumindest für die Community des Landwirtschaftssimulators. Arbeiten, um zu entspannen, was gibt es Schöneres?

Aber kann Entwickler Giants Software an die Erfolgsgeschichte des LWS 19 mit der neuesten Inkarnation, dem Landwirtschaftssimulator 22 anknüpfen? Oder taugt der aktuelle Serienableger nur als lauwarmer Aufguss eines überholten Konzepts?

Wir haben uns den LWS 22 im Test genauer angeschaut und beantworten die Frage, was die Simulation mehr auf dem Kasten hat als eine bloße Werbeparade für John Deere, Engelbert Strauss und New Holland.

LWS 22: Neuerungen, die begeistern

Gleich vorweg: Ein Blick auf die Liste der Neuerungen, die der Landwirtschaftssimulator 22 gegenüber dem Vorgänger zu bieten hat, zeigt, dass die neue Bauern-Sim die Reihe konsequent weiterentwickelt, das Rad aber nicht neu erfindet. Doch das muss sie auch gar nicht.

Denn wir haben im Test schon nach kurzer Zeit festgestellt, wie gut sich die Neuerungen ins Spielgeschehen einfügen, und uns gefragt, warum die Entwickler diese Features erst jetzt umgesetzt haben.
Die Animationen unserer Charaktere beschränken sich in den Fahrzeugen auf das Wesentliche.<br> &nbsp; Quelle: PCGames Die Animationen unserer Charaktere beschränken sich in den Fahrzeugen auf das Wesentliche.
 
Da wären beispielsweise die Jahreszeiten. Die sind nämlich ab sofort nicht nur optisch im Spiel vertreten, sondern wirken sich auch direkt auf das Spielgeschehen aus. Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen und im Winter der Schnee eure Felder bedeckt, müsst ihr für andere Anbaubedingungen gewappnet sein.

Der Kalender im Menü zeigt uns an, wann wir welche Feldfrüchte anbauen sollten.<br> &nbsp; Quelle: PCGames Der Kalender im Menü zeigt uns an, wann wir welche Feldfrüchte anbauen sollten.
 
Weil jede Feldfrucht nur zu einer bestimmten Jahreszeit wächst und auch geerntet werden muss, gibt es im Spiel einen Kalender. Dort könnt ihr nachlesen, wann es Zeit ist, etwa euren Raps auszusäen oder den Weizen zu ernten. Verpasst ihr ein Zeitfenster für die Ernte, ist euer Ertrag futsch und verrottet. Das sorgt im Vergleich zum Vorgänger für ein realistischeres Spielgefühl und mehr Immersion.

Es macht einfach Spaß, wenn wir überlegen, was wir wann anbauen und welche möglichen Auswirkungen die Jahreszeiten auf unsere Einkünfte haben könnten. Der Tiefgang steigt, ohne uns zu überfordern - und wer lieber entspannt vor sich hin Landwirtschaften will, kann einzelne Folgen der Jahreszeiten oder die Jahreszeiten selbst auch deaktivieren (dazu später mehr).

Geld verdienen können wir im LWS 22 nicht mehr nur durch den Anbau von Getreide, sondern auch durch dessen Weiterverarbeitung über Produktionsketten.<br> &nbsp; Quelle: PCGames Geld verdienen können wir im LWS 22 nicht mehr nur durch den Anbau von Getreide, sondern auch durch dessen Weiterverarbeitung über Produktionsketten.
 
Eine weitere große Neuerung sind die Produktionsstätten, in denen ihr eure Ernte weiterverarbeiten könnt. Die baut ihr entweder selbst auf eurer Farm oder ihr liefert eure Erzeugnisse selbst an ein externes Unternehmen auf der Karte, die dann beispielsweise Getreide zu Mehl umwandeln und Mehl für Backwaren verwerten.

Das erinnert ein wenig an eine Transportsimulation gepaart mit Produktionskreisläufen wie in der Anno-Reihe. Allerdings bleibt es dann auch dabei. Wirklich komplex sind die Warenkreisläufe nicht und auch der Transport der Waren beschränkt sich auf simple Fahrten von A nach B.

Trotzdem: Die zusätzlichen Möglichkeiten, Geld zu verdienen, erhöhen den Spielspaß noch einmal deutlich. Es fühlt sich einfach unglaublich befriedigend an, wenn wir unsere Farm nach harter Arbeit so weit ausgebaut haben, dass wir einen eigenen Backshop eröffnen können. Denn dazu benötigen wir nicht nur Weizen, sondern auch die entsprechenden Verarbeitungsgebäude und diverse tierische Produkte.

Aber der LWS 22 führt nicht nur neue Features wie die Jahreszeiten und die Produktionsstätten ein, sondern verbessert auch vorhandene Spielsysteme, darunter unter anderem das Helfersystem. Wie im Vorgänger können wir nämlich auch im LWS 22 wieder Helfer einstellen, die bestimmte Aufgaben auf unserer Farm übernehmen, etwa die Ernte mit dem Mähdrescher.

Das ist besonders dann hilfreich, wenn wir viel zu tun haben und mehrere Sachen gleichzeitig erledigen müssen. Wer mit aktivierten Jahreszeiten spielt, kann die KI also einsetzen, wenn es einmal brenzlig wird und die Ernte noch vor dem ersten Frost eingefahren werden muss, wir uns aber gleichzeitig noch um unsere Tiere kümmern wollen.

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