Rupert hat eins an die Omme
bekommen und schwingt gleich den Hammer.
Fans von Strategiespielen im Besitz von Spielkonsolen im Allgemeinen und der Xbox im Speziellen haben es nicht leicht. Nur selten lässt sich ein Titel des Genres blicken und noch seltener kann dieser qualitativ wirklich überzeugen. Glücklicherweise haben die koreanischen Entwickler von Blue Side und Phantagram diesen beklagenswerten Umstand erkannt und spendierten uns letztes Jahr die packende Mischung aus Strategie und Action Kingdom under Fire: The Crusaders.
Selten zuvor wurden Massengefechte so dramatisch und mitreißend in Szene gesetzt, dass man sich fast in eine Schlacht aus Der Herr der Ringe versetzt fühlte. Dementsprechend hoch waren und sind die Erwartungen an den Nachfolger, der nun endlich nach zahlreichen Verschiebungen erscheint.
Volles Haus
Ist Ihr Charakter angeschlagen, gilt es den linken Analog-Stick zu malträtieren.
Auf den ersten Blick mag man kaum Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger ausmachen. Noch immer besticht die Optik durch detaillierte Charaktere, die zudem geschmeidig animiert über die Schlachtfelder ziehen. Waren die Kampfgebiete schon im Vorgänger mit jeder Menge Einheiten übersät, so haben die Entwickler noch einmal an der Technik-Schraube gedreht: Bis zu 200 Soldaten, Orks, Elfen und unzählige andere Fabelwesen bevölkern den Bildschirm gleichzeitig.
Leider hat sich an der Performance der Optik überhaupt nichts verändert und so sind nach wie vor meist recht öde Landschaften und eine etwas holprige Bildrate zu beklagen. Glücklicherweise wirken sich diese Technikmacken nicht auf die Spielbarkeit aus und sonderlich viel Zeit für Sightseeing bleibt im Eifer der Gefechte ohnehin nicht.
Alles hört auf mein Kommando!
Gegnerische Zauber bringen die eigenen Planungen ganz schnell durcheinander.
Auch was das Gameplay betrifft, fühlen sich Fans des Vorgängers sofort heimisch. Auf der jederzeit einblendbaren Übersichtskarte zieht man seine Einheiten einzeln oder gemeinsam zum gewünschten Einsatzort, legt Wegrouten fest oder gibt den Befehl zum Angriff. Noch immer wirkt die Steuerung hier etwas hakelig, doch in der Praxis kommt man nach etwas Eingewöhnungszeit gut mit der Kommandovergabe zurecht.
Wir hätten uns lediglich eine Vergrößerung der Karte gewünscht, da beim Ziehen der Einheiten gut zwei Drittel des Bildschirms eine durchaus ansehnliche Grafik darstellen, die während dieser Zeit aber keinerlei Beachtung findet. Dies ändert sich, sobald man sich im Nahkampf befindet und seine Feinde mit vernichtenden Schlägen eindeckt. Relativ simple Tastenkombinationen scheuchen Ihre Spielfigur durch die Gegnerhorden. Wer sich die Kloppereien sparen möchte, geht direkten Konfrontationen aus dem Weg oder stürzt sich direkt auf den Anführer der gegnerischen Einheit.
Kaum ist dieser erledigt, ergeben sich dessen Gefolgsleute und der (Teil-)Sieg gehört Ihnen. Während der Nahkämpfe stört nach wie vor die unflexible Kamera, die nicht immer optimale Übersicht verschafft. Damit wären aber auch schon alle wesentlichen Kritikpunkte aufgezählt, der Rest ist gut wie eh und je.
Mach mal Pause
Zwischen den Missionen machen Sie in Dörfern, Städten oder Festungen Rast und verwenden im Kampf erspielte Erfahrungspunkte zur Verbesserung Ihrer Einheiten oder kaufen sich von erbeuteten Goldstücken bessere Ausrüstung. Der leichte Rollenspiel-Einschlag ermöglicht jedem Spieler die individuelle Gestaltung seiner Truppen. Je nach erlernten Fähigkeiten ändern Sie mit wenigen Tastendrücken die Aufgabe Ihrer Einheiten oder verbessern deren Resistenz gegen Zauber und andere magische Attacken.
