Kingdom Hearts 2

Test

BILD: PLAYZONE BILD: PLAYZONE Die Kämpfe laufen komplett in Echtzeit ab: Mit Combos, Zaubern und allerlei Special Moves befreien Sie eine Welt nach der anderen von den Herzlosen. In den neu hinzugekommenen Drive-Verwandlungsformen fusioniert Sora mit einem seiner Helfer zu einem besonders starken Helden und teilt für begrenzte Zeit mit gleich zwei Schlüsselschwertern aus.

Zwar hat Square Enix ein komplexes Rollenspielsystem mit Level-ups, Magiepunkten und dazulernbaren Abilities um die Kämpfe gebastelt, doch sind es fast nur die Endgegner, die einem besondere Taktiken abverlangen - und die erste Hälfte des Spiels kommt man relativ problemlos voran, wenn man bloß schnell genug auf die X-Taste einhämmert, denn Sora nimmt ganz automatisch immer den nächsten Gegner aufs Korn. Und wenn mal mehr als Buttonmashing gefordert ist, dann geht's oft nur darum, im richtigen Moment die Dreieckstaste zu drücken, um einen speziellen Angriff auszuführen oder fortzusetzen. Diese sehen zwar grandios aus, sind spielerisch aber eine ziemliche Nullnummer.

Trotz einer flexiblen, voll kontrollierbaren Kamera werden die Kämpfe aufgrund von spektakulären Grafikeffekten, großen Gegnermassen und mit der Zeit ausufernden Luft-Combos im späteren Verlauf des Spiels etwas unübersichtlich. Speziell Einsteigern sei empfohlen, den im Gegensatz zum Vorgänger in drei Stufen regulierbaren Schwierigkeitsgrad auf "Leicht" zu stellen, auch wenn die Kämpfe in den ersten Spielstunden auf "Normal" harmlos erscheinen mögen.

Zuschauen, kämpfen, zuschauen ...

BILD: PLAYZONE BILD: PLAYZONE Zwar lockern diverse Minispiele und die Ballereinlagen beim Reisen zwischen den Welten den Spielablauf ein wenig auf, doch im Grunde ist Kingdom Hearts II eine stete Abfolge von Zwischensequenzen und Kampfszenen im Wechsel - die Umgebungen sind allesamt ziemlich überschaubar und Sie wissen stets, wo Sie als Nächstes hinmüssen. Selbst die wenigen Gespräche, die Sie außerhalb der Zwischensequenzen führen können, dienen praktisch nur der Erinnerung daran, was als Nächstes erledigt werden muss.

Das wäre in anderen Spielen vermutlich sterbenslangweilig, doch nicht in diesem Fall: Die Zwischensequenzen von Kingdom Hearts II sind wahre Meisterwerke, die unheimlich detailverliebt inszeniert und professionell vertont wurden - die deutschen Sprecher verpassen den Figuren zum großen Teil die Originalstimmen aus den Filmen und machen ihren Job hervorragend!

Überhaupt ist es einfach beeindruckend, auf was für einem Niveau die Entwickler den Charakter von Dutzenden von Figuren eingefangen haben. Hier haben Sie wirklich zu jeder Zeit das Gefühl, mitten in der Welt des jeweiligen Disneyfilms gelandet zu sein - selbst bei den weniger comicartigen Neuzugängen wie Fluch der Karibik und Tron. Und manchmal landen Sie nicht nur an den Orten der Filmvorlage, sondern spielen auch mal eine entscheidende Rolle in der altbekannten Handlung - genial!

Zudem passt sich je nach Welt sogar das Aussehen des Heldentrios rund um Sora der Umgebung an: Ob in den futuristischen Tron-Outfits oder als Halloween-Gestalten in der Welt von The Nightmare Before Christmas - die Verwandlungsformen der drei sind äußerst liebevoll gestaltet und immer wieder für Lacher gut. Schauen Sie doch mal genau hin, wenn Sie das nächste Mal den König der Löwen anschauen - vielleicht finden Sie irgendwo im Hintergrund ein tierisches Trio rund um einen jungen Löwen mit stacheliger Mähne!

Wertung zu Kingdom Hearts 2 (PS2)

Wertung:

86 /10
Pro & Contra
Massen an genialen ZwischensequenzenFängt die Atmosphäre der Filme super einProfessionelle, bekannte Synchronsprecher
Kämpfe werden recht unübersichtlich
Fazit

Quasi ein Dutzend Disney-Filme zum Mitspielen: Dank unschlagbarer Präsentation ein ganz klarer Hit!

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