Kameo - Elements of Power

Test Christian Schönlein

Wenn Ihnen eine Spielfigur für ein Action-Adventure nicht genug ist, ist dies Ihr Spiel!

Unkrautjäten für Fortgeschrittene: Der Feueratem eines Drachen wirkt Wunder! Unkrautjäten für Fortgeschrittene: Der Feueratem eines Drachen wirkt Wunder! Böse Zungen behaupten, dass die Entwickler von Rare seit den wegweisenden Donkey Kong-Jump&Runs für das Super Nintendo und einem indizierten James Bond-Shooter für das N64 keinen kreativen Output mehr hinbekommen hätten. Solch übler Nachrede wollen die Leute von der Spieleschmiede Paroli bieten und mit dem ambitionierten Xbox-360-Titel Kameo zeigen, dass sie noch immer viel auf dem Kasten haben.

Das Action-Adventure erfindet das Rad zwar nicht neu, das muss ein Spiel aber auch gar nicht, solange es nur gut umgesetzt ist und die Elemente, die es aufgreift, gut vermittelt. Und das schafft das Abenteuer um das Elfenmädchen Kameo, das sich in einem Krieg zwischen Elfen und Trollen wiederfindet, mit Bravour.

Wo komm ich her, wo geh ich hin?

Dieser knuffige Geselle stiert nicht etwa in Kameos Ausschnitt, sondern betrachtet die schöne Spielumgebung. Quelle: Rare. Dieser knuffige Geselle stiert nicht etwa in Kameos Ausschnitt, sondern betrachtet die schöne Spielumgebung. Von ihren Eltern hat Kameo die Fähigkeit erhalten, Elementargeister zu kontrollieren. Damit zieht sie allerdings ungewollt den Neid ihrer Schwester auf sich, die aus lauter Rachsucht eine ganze Troll-Armee heraufbeschwört. Deren Anführer beraubt Kameo ihrer einzigartigen Fähigkeiten und nimmt zu allem Überfluss auch noch ihre Familie gefangen.

Nun liegt es an Ihnen, die Elementargeister wieder einzusammeln und mit ihrer Hilfe Kameos Familie und das gesamte Elfenreich zu retten. Zugegeben, die Story ist recht simpel gestrickt und lässt wenig Platz für überraschende Wendungen. Dafür ist die Spielwelt, in der die Geschichte angesiedelt ist, umso lebendiger umgesetzt.

In verschieden designten Dörfern wuseln seltsame Fantasy-Kreaturen herum, die alle ihren Beschäftigungen nachgehen. Solche Bereiche sind verbunden durch eine weite Ebene, auf der der Krieg zwischen Elfen und Trollen tobt. Besonders diese Szenen zeigen, welche Power in der Xbox 360 steckt.

Hunderte von animierten Figuren kämpfen hier, Panzer feuern riesige Geschosse, die beim Aufprall vernichtende Explosionen verursachen, Drachen schweben am Himmel und spucken Feuerbälle auf die Erde und gigantische Oger stampfen über Freund und Feind hinweg.

Und das alles geschieht ohne einen Ruckler! Absolut beeindruckend! Auch die Umgebungen selbst sehen dank hübscher Lichteffekte und viel Bump-Mapping sehr gut aus. Der Sound ist das Tüpfelchen auf dem i. Die orchestrale Musik unterstreicht die Fantasy-Atmosphäre perfekt und die deutsche Sprachausgabe ist zwar nicht perfekt, verleiht den Charakteren aber nichtsdestotrotz viel Persönlichkeit.

Verwandlungskünstler

Kameo - Elements of Power Viel Zeit, um die Grafikpracht zu bewundern, hat man zu Beginn des Spiels allerdings nicht. Der kurze Eröffnungsfilm mündet nämlich nahtlos in den ersten Level, in dem Kameo aus der Festung der Trolle entkommen muss. Texteinblendungen erklären dabei, wie die Steuerung funktioniert. Hier steuert man auch das erste Mal die Elementargeister, in die sich Kameo durch Druck auf die B-, X- und Y-Tasten verwandeln kann.

Die Wesen können Sie übrigens frei auf diese Tasten verteilen. Dadurch haben Sie stets die Kreaturen im Repertoire, auf die Sie schnell zugreifen wollen und müssen. Um durch die einzelnen Levels zu gelangen, sind deren Fähigkeiten nämlich bitter nötig. Das Kampfkraut buddelt sich beispielsweise in den Boden ein und gelangt so selbst durch enge Durchgänge, die Feuerechse zündet Fackeln an, die neue Wege freimachen, und der Greifer der Tiefe erreicht auch Stellen, die tief unter Wasser liegen.

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