James Bond: Alles oder Nichts

Test

In diesem Abschnitt muss sich Bond ohne Waffen durchschlagen. In diesem Abschnitt muss sich Bond ohne Waffen durchschlagen. Leben und sterben lassen
Wie bereits anfangs erwähnt, haben die Macher des Spiels sich diesmal da-zu entschlossen, Bond aus einer Außenperspektive zu zeigen. Das sorgt zum ei-nen für mehr Übersicht und gestattet des Weiteren die Implementierung eines Nahkampfsystems. Dann zimmert Bond den Gegnern die Fäuste oder den Ellenbogen ans Kinn, lässt sie Bekanntschaft mit Wänden machen oder schleudert schlecht gelaunte Gegenüber kurzerhand quer durch den Raum. Das sieht nicht nur sehr schick aus, es macht auch ziemlich viel Spaß, was nicht zuletzt an der simplen Steuerung liegt. Im größten Teil des Spiels bedient sich Bond allerdings eines beachtlichen Waffenarsenals. Die obligatorische Walther P99 ist dank des Schalldämpfers für lautloses Vorgehen sinnvoll, gegen größere Gruppen von Gegnern bedarf es aber schon etwas brachialerer Mittel. Ob Pumpgun, Maschinenpistole, Sturmgewehr oder gar Raketenwerfer, Bond kann mit jeder Waffe umgehen. Per Schulterbutton werden Widersacher anvisiert, was leider nicht immer so hervorragend funktioniert, wie die Entwickler sich das wohl gedacht haben. Bei mehreren Gegnern gleichzeitig kommt das Zielsystem schon einmal durcheinander und visiert Feinde an, die weiter weg stehen, obwohl zwei Meter entfernt wesentlich akutere Gefahren lauern. Mit etwas Übung lernt man diese Unzulänglichkeit aber zu beherrschen. Dementsprechend lohnt es sich häufig, etwas vorsichtiger vorzugehen. Auf Knopfdruck lehnt sich Bond an die nächste Wand und kann so die Lage mit einem Blick um die Ecke zunächst einmal sondieren und anschließend aus der relativ sicheren Deckung heraus feuern. Herumstehende Kisten bieten Deckung, sofern man sich duckt; noch effektiver sind allerdings Bonds Hilfsmittel. Ferngesteuerte Roboterspinnen kommen auch durch enge Lüftungsschächte und lassen sich in die Luft jagen. Bonds Tarnanzug lässt ihn für begrenzte Zeit nahezu unsichtbar werden - ein Effekt, der an den Predator aus dem gleichnamigen Schwarzenegger-Film erinnert, aber hier weit besser realisiert wurde. Einige extrem dunkle Stellen im Spiel erfordern die Nutzung von Wärmesicht. Ähnlich wie Sam Fisher in Splinter Cell kann Bond die Gegner dann anhand ihrer Körperwärme ausmachen und besitzt dadurch einen entscheidenden Vorteil. Das ist aber noch längst nicht alles: Hohe Wände erklimmt der Doppelnull-Agent mithilfe eines Enterhakens und ein kleines, ferngesteuertes Auto kommt ebenfalls zum Einsatz. All diese Gimmicks erleichtern den Einsatz erheblich und wer deren Möglichkeiten nicht ausschöpft, der macht sich das Leben nur unnötig schwer. Neben den Feuergefechten zu Fuß darf sich Bond auch in regelmäßigen Abständen hinters Steuer von diversen Fahrzeugen setzen. Diese Passagen sind zum einen richtig fett inszeniert und zum anderen eine nette Abwechslung vom sonstigen Spielgeschehen. Einziges echtes Ärgernis im Bereich der Präsentation sind die nicht angepassten und deswegen unangenehm ruckelnden Videosequenzen.

Der Hauch des Todes
90- bis 95-Prozent-Wertungen wolle man erreichen, so Scott Bandy, Produzent des Spiels im Interview. Dazu reicht es am Ende aber leider doch nicht. Die Präsentation ist über jeden Zweifel erhaben, keine Frage. Die Spielmechanik ist im Gegenzug leider nicht ganz so perfekt. Die Baller-Missionen sind genau genommen nicht sonderlich anspruchsvoll, dennoch beißt man auf dem normalen Schwierigkeitsgrad häufiger ins Gras als der Beißer in Gegenstände, die dafür gar nicht vorgesehen sind. Selbst in der einfachsten Einstellung muss man viele Levels schlicht auswendig lernen, wenn man wirklich Spaß daran haben will. Hier erinnert Bond ein wenig an Max Payne, nur dass die Agenten-Story keinerlei Rücksetzpunkte und keine Möglichkeiten zum Speichern innerhalb der Levels bietet. Zwar sind die einzelnen Abschnitte nie besonders lang, dennoch stört es mitunter gewaltig, ganze Passagen mehrmals spielen zu müssen. Darunter leidet auch der Spielfluss ein wenig. Selbst fortgeschrittenen Spielern sei also empfohlen, den ersten Durchlauf auf "Easy" in Angriff zu nehmen, um Frust zu vermeiden und beim anschließenden zweiten Durchlauf mehr Spaß zu haben - dieser bereitet dann nämlich gleich doppelt so viel Vergnügen. Sobald man die Aufgabenstellungen und Wege kennt, kann man sich ganz auf die Action konzentrieren und die Effektgewitter so richtig genießen. Als Belohnung winken Unmengen von Bonusmaterial.

Man lebt nur zweimal
Wer einen Mitspieler zur Hand hat, der darf sich an die umfangreichen Mehrspielermodi wagen. Zu zweit geht's kooperativ gegen das Böse in der Welt. Hier wird allerdings nicht etwa die Hauptstoryline gespielt, sondern ein eigenes kleines Abenteuer bestanden. Leider ist man als Spieler gezwungen, diesen Modus zu absolvieren, ehe man sich in drei dafür vorgesehenen Arenen gegenseitig bekriegen darf. Dafür können dann sogar bis zu vier Spieler auf Bonds Spuren wandeln und auf die aus dem Einzelspielermodus bekannte Ausrüstung zurückgreifen. Für ein Spiel, das seinen Fokus klar auf dem Einzelspielermodus legt, wird für mehrere Spieler unterm Strich eine Menge geboten. Leider fiel der Online-Modus hierzulande und im Rest Europas der Schere zum Opfer und nur amerikanische Nachwuchs-Agenten dürfen sich auch im Internet beharken.

Wertung zu James Bond 007: Alles oder Nichts (PS2)

Wertung:

85 /10

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