Iron Harvest in der Vorschau: Company of Heroes mit Steampunk-Mechs
Special 5,99 €
Nach langer Zeit gibt es ein Lebenszeichen vom Steampunk-Echtzeitstrategie-Spiel Iron Harvest 1920+. Wir konnten die ersten Missionen der Kampagne anspielen und verraten euch in unserer Vorschau, was ihr vom erfolgreichen Kickstarter-Projekt von King Art Games erwarten könnt.
Mit diversen Neuauflagen altbekannter Klassiker wie Age of Empires 1 und 2, hat das totgeglaubte Echtzeitstrategie-Genre neuen Wind bekommen. Auch wenn nicht alle Remaster-Versionen wie etwa im Fall von Warcraft 3: Reforged die Spieler begeistern können, zeigt sich, dass weiterhin großes Interesse am Genre besteht. Dieses Interesse versuchen die Entwickler von King Art Games aufzugreifen. 2018 sammelte das Studio 1,3 Millionen anstatt der eigentlich veranschlagten 450.000 US-Dollar für ihr Spiel Iron Harvest. Die Macher von Die Zwerge und Book of Unwritten Tales hatten bereits in der Alpha deutlich gezeigt, wo die Reise hingehen soll. Jetzt hatten wir die Möglichkeit, eine frühe Vorschauversion anzuspielen.
Auf dieser Seite
Die Ostfront des Zweiten Weltkriegs mit einzigartigen Kriegsmaschinen
Was Iron Harvest (jetzt kaufen 41,35 € / 5,99 € ): 1920+ einzigartig macht, ist das Setting. Denn das basiert auf der Fantasiewelt des polnischen Künstlers Jakub Rózalski und trägt den Namen "World of 1920+." Die recht unbekannte Fantasiewelt Rózalskis stützt sich auf eine alternative Geschichtsschreibung, welche nach den 1920er-Jahren angesiedelt ist. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen die drei Reiche Sachsen, Polen und Russland. Nach dem Ersten Weltkrieg baut sich zwischen diesen eine Spannung auf, die in einen Krieg mündet. Das Interessante daran ist aber nicht unbedingt die politische Situation, sondern die Kriegsmaschinen, die in den Gefechten zum Einsatz kommen. Dank der Steampunk-Elemente des Universums werden haushohe Mechs in den Kampf geschickt, die sich in Form und Funktion stark unterscheiden.
Quelle: PC Games
Der PZM-9 "Straznik" wurde für den Kampf gegen Infanterie konzipiert. Mit seinen Maschinengewehren und seiner hohen Feuerrate ist er äußerst tödlich. Durch seine einzigartige Bewegung kann er auch während des Laufens auf Gegner feuern.
Das Schicksal der Republik Polonia
In den fünf Missionen, die in der Vorschau-Version spielbar waren, folgen wir der Protagonistin Anna Kos, einem zu Beginn noch kleinen Mädchen aus der Republik Polonia. In der ersten Mission bekommen wir die Grundmechaniken des Spiels beigebracht. Anna möchte zeigen, was sie drauf hat und tritt gegen eine Gruppe Jungs in einer Schneeballschlacht an. Wir müssen gegen die Überzahl der Jungs taktisch vorgehen, Deckungen nutzen und die Gegner von der Flanke angreifen. Im Verlauf der weiteren Missionen folgen wir Annas Aufstieg von der jungen Dame zur Hoffnungsfigur der Rebellen und treffen dabei ebenfalls auf Onkel Lech und damit den Anführer der Rebellen. In der finalen Version des Spiels wird man ebenfalls die Möglichkeit haben, in die Rolle der Rusviets und der Sachsen zu schlüpfen und den Krieg aus deren Perspektive erleben. Denn jede der drei Fraktionen hat eine eigene spielbare Kampagne.
Company of Heroes in einem anderen Setting
Während wir am Anfang nur Anna inklusive ihren Bärenbegleiter Wojtek und ein paar wenige Infanterie-Einheiten kontrollieren, werden uns über die weiteren Missionen mehr und mehr Mechaniken und Einheiten vorgestellt. Ähnlich wie in der Company-of-Heroes-Reihe gibt es nur wenige Gebäude und Einheitentypen. Es kommt darauf an, wie man diese einsetzt. Jede Einheit ist wichtig und kann mit genügend taktischem Geschick einen großen Einfluss auf dem Schlachtfeld haben. Speziell die Mechs, welche unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen, können eine Auseinandersetzung zu euren Gunsten entscheiden. Ressourcen werden durch das Einnehmen von Sektoren und das Aufsammeln von Vorratskisten generiert. Wer mit den Ressourcen jedoch nur Mechs baut, wird nicht weit kommen. Denn diese sind auf die Bodentruppen angewiesen. Die Mechaniker können die Mechs zum Beispiel reparieren, auch wenn sie sich im Kampf befinden. Jede Bodeneinheit hat zudem die Möglichkeit, ihre Ausrüstung und ihre Waffen zu wechseln. Erledigt man einen Anti-Mech-Trupp, bleiben die Waffen zurück. So kann zum Beispiel ein Sturmtrupp, welcher relativ wenige Ressourcen kostet, zu einem Anti-Mech-Trupp aufgerüstet werden. Neben dem Wechsel von Ausrüstung und Waffen sind Bodentruppen ebenfalls in der Lage, Kanonen und schwere Geschütze zu besetzen und diese zu steuern. Dadurch könnt ihr aus kostengünstigen Einheiten das Maximum herausholen. Zusätzlich besitzen die Einheiten wie auch Anna besondere Fähigkeiten. Grenadiere können beispielsweise Granaten werfen, Medics ein Lazarett bauen und Mechaniker können Gebäude, Stacheldraht und Befestigungen errichten. Wer also Erfahrung in Company of Heroes gesammelt hat, wird sich schnell in den Spielablauf und die Mechaniken von Iron Harvest einfinden.
Quelle: PC Games
Manche Mechs sind so groß und mächtig, dass sie eine ganze Armee in Schach halten können. Mit mehreren Anti-Mech-Trupps können wir auch große Mechs zu Fall bringen.
Großes Potenzial und Probleme
Insgesamt bietet Iron Harvest: 1920+ einiges auf das man sich freuen kann. Neben dem frischen Setting und der tollen Inszenierung stützt man sich auf altbewährtes Gameplay aus dem RTS-Genre und erweitert dieses durch detailgetreue sowie erfrischend andersartige Einheiten wie die unterschiedlichen Mechs. Die Vorschauversion hatte allerdings noch einige Schwachstellen und Fehler. Die Missionen erzeugen den Spielspaß durch eine künstlich hochgeschraubte Schwierigkeit. Jede Einheit ist wichtig und der Spieler muss sehr langsam vorgehen und einen Schritt nach dem anderen setzen, um gegen die haushohe Überzahl der Gegner anzukommen. Die Schwierigkeit wird daher aber nicht durch die taktische Raffinesse des Gegners erzeugt, sondern durch seine schiere Übermacht - der Spieler ist hingegen in seinem Handeln je nach Aufgabe und Anzahl der Einheiten limitiert. Deshalb hatten auch die Bugs, auf die wir gestoßen sind, einen großen Einfluss auf das Spielgeschehen.
Im Großteil der Missionen blieben Einheiten in Trümmern von Gebäuden oder Steinformationen hängen und konnten nicht mehr daraus befreit werden. Dadurch konnte unter anderem Annas Begleiter Wojtek für eine ganze Mission nicht genutzt werden. Zusätzlich hat die künstliche Intelligenz einige Probleme, die sich ebenfalls negativ auf das Spielerlebnis auswirken. An einigen Stellen funktioniert die Wegfindung nicht richtig, wodurch Einheiten durch Wände laufen, in denen sie wie auch Wojtek hängen bleiben, oder ahnungslos neben Gegnern herlaufen und deshalb nutzlos sind. Allgemein bekommt man gelegentlich das Gefühl, keine wirkliche Kontrolle über die Trupps zu haben. Die Einheiten reagieren oft langsam oder setzen Eingaben nicht zu hundert Prozent um. Beispielweise ist es schwierig, Bodentruppen hinter einer Deckung zu platzieren, da sie diese gerne auch mal überspringen oder nur die Hälfte dahinter Platz nimmt. Bis man die Truppen richtig platziert hat, ist die Hälfte schon gestorben.
Quelle: PC Games
Sollte eine Heldeneinheit den Löffel abgeben, kann man diese mit der Hilfe eines Infanterie-Trupps wiederbeleben. In dem Fall ist Onkel Lech der Übermacht des Gegners zum Opfer gefallen.
Trotz allem sind dies Fehler, die bis zur finalen Version behoben werden können - erfahrungsgemäß muss in einer frühen Vorschau-Version längst noch nicht alles stimmen. Die Missionen, die wir anspielen konnten, haben zumindest einen guten Eindruck bei uns hinterlassen und so sind wir gespannt, wie der Rest des Spiels aussieht und was Entwickler King Art Games bis zum Release noch verbessern kann.
