Indiana Jones und der Große Kreis stundenlang gespielt: So gut wird der neue Indy wirklich!
Special
Die Wolfenstein-Macher wollen das ultimative Indy-Abenteuer erschaffen, wir haben es stundenlang gespielt. Kämpfen, schleichen, erkunden und rätseln - in unserer Vorschau mit Video erfahrt ihr, wie sich das Abenteuer wirklich spielt.
Wenn das beste Indiana-Jones-Videospiel schon 32 Jährchen auf dem Buckel hat, sollte einem das zu denken geben. Da hat man den berühmtesten Abenteurer der Kino-Geschichte, die ultimative Steilvorlage! Und trotzdem gab es seit dem gefeierten Fate of Atlantis kein Indy-Videospiel mehr, das dem großen Namen noch so richtig gerecht wurde.
Doch genau das könnte sich bald ändern, denn mit Indiana Jones und der Große Kreis (jetzt kaufen 79,99 € / 62,99 € ) soll endlich das lang ersehnte Comeback gelingen - diesmal mit Ego-Perspektive, brandneuer Geschichte, dichter Film-Atmosphäre und jeder Menge Fan-Service.
Entwickelt wird das Spiel von Machine Games in Schweden. Die sind vor allem für die erstklassigen Wolfenstein-Shooter bekannt, haben davor aber auch schon mit den Riddick-Spielen gezeigt, dass sie was auf dem Kasten haben. Bethesdas Todd Howard hat die Idee geliefert, und natürlich hat auch Lucasfilm Games ein wachsames Auge auf das Projekt. Es steckt also massig Know-how dahinter - aber wie spielt sich das Abenteuer eigentlich?
Das konnte ich endlich selbst rausfinden!
Bethesda hat zu einem Preview-Event nach London eingeladen. Dort konnte ich zwei bis drei Stunden lang die PC-Version ausprobieren und drei Level ausführlich erkunden. Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt, um mit Axel Torvenius (Creative Director) über das Spiel zu quatschen. Wichtigste Erkenntnis aus dem Gespräch: Die Lizenz scheint bei Machine Games in sehr guten Händen zu sein!
Keine Lust zu lesen? Die Vorschau gibt's auch als großes Video.
Das Abenteuer ruft
Indiana Jones und der Große Kreis beginnt im Jahr 1937. Damit setzt die Geschichte nur ein Jahr nach den Ereignissen aus Jäger des verlorenen Schatzes ein, spielt aber noch vor Der letzte Kreuzzug. Vor allem der erste Film stellt für die Entwickler einen wichtigen Bezugspunkt dar, wie mir Torvenius erklärt: "Für mich hatte Indy in dem Film einfach seinen stärksten, ikonischsten Auftritt." Darum wurde besonders hier genau hingeschaut, um den Stil, die Bewegungen und die Mimik von Harrison Ford so detailliert wie möglich nachzubauen. Das gilt auch für die Kulissen, die Charaktere, die Gegner, die Kleidung - die Entwickler wollen die Ära genau so abbilden, wie sie auch in den Filmen präsentiert wird.
Aber was ist das eigentlich, dieser "Große Kreis"? Aus den Trailern wissen wir nur, dass es sich um einen Mythos handelt, der verschiedenste bedeutende Orte auf der ganzen Welt zu verbinden scheint. Was sich dahinter verbirgt? Weiß niemand so genau! Manche glauben aber, dass das Geheimnis um den Großen Kreis ungeahnte Macht verleihen soll - und aus dem Grund haben es auch die Nazis darauf abgesehen. Klare Sache, dass Doktor Jones da zur Tat schreitet - und so wird er wieder mal in einen Wettlauf gegen die Mächte des Bösen hineingezogen, der ihn um die halbe Welt führt.
Bildergalerie
Das Spiel beginnt eines Nachts im Marshall College, an dem Indy normalerweise Archäologie unterrichtet - jedenfalls wenn er nicht gerade irgendwelchen Artefakten hinterherjagt. (So ein Kreuz von Coronado stiehlt sich schließlich nicht von selbst!) Doch ein lautes Geräusch reißt ihn aus dem Schlaf und er beschließt, der Sache nachzugehen. Was folgt, ist ein kurzer, aber sehr stimmungsvoller Einstieg, in dem es auch schon die ersten netten Details zu entdecken gibt. Die Leveldesigner haben nämlich überall Notizen, Fotos und anderen Sammelkram verteilt, der aufmerksames Erkunden belohnt. Auch in den späteren Levels fällt mir das immer wieder positiv auf.
Nachts im Museum
Das Abenteuer wird aus der Ego-Perspektive gespielt, eine Verfolger-Ansicht wie in Uncharted gibt es nicht. Auch wenn diese Entscheidung für manche Kontroverse gesorgt hat, bleiben die Entwickler dabei: Sie wollen einfach, dass ihr euch so fühlt, als würdet ihr selbst in Indys Schuhe schlüpfen. Aber keine Sorge: In Zwischensequenzen, Dialogen und auch bei einigen Geschicklichkeitseinlagen ist euer Held trotzdem in voller Pracht in einer Third-Person-Ansicht zu sehen - die Entwickler nutzen einfach die Perspektive, die der Geschichte und der Atmosphäre gerade am besten dient.
Quelle: Bethesda
Während Indy die Hallen der Universität erkundet, entdeckt er eine Spur der Verwüstung, die ihn schließlich in den Museumsbereich führt. Dort entdeckt er einen mysteriösen Einbrecher, gespielt von Candyman-Darsteller Tony Todd, der sich mit roher Gewalt auf unseren Protagonisten stürzt. Großartig: Der Riese packt Indy an der Gurgel, in dessen Augen erkenne ich einen Anflug von Panik - und genau das ist er, der Held meiner Jugend!
Denn Indiana Jones ist nicht unbesiegbar oder unfehlbar, ganz im Gegenteil: Er ist zutiefst menschlich, darf Überraschung, Scham oder Furcht zeigen - und hin und wieder geht bei ihm auch einfach mal etwas schief. Der Zweikampf mit dem Riesen ist genau so ein Moment - und so erwacht am nächsten Morgen ein ziemlich zerbeulter Indy inmitten eines Trümmerhaufens.
Quelle: Bethesda
Die nächste Aufgabe: Rausfinden, was der Einbrecher wollte und was er aus dem Museum gestohlen hat! Hier darf ich erstmals kleine Rätsel lösen, muss zum Beispiel Ausstellungsstücke in die richtigen Schaukästen einsortieren. Mein Highlight ist aber die liebenswerte Begleitung, denn an meiner Seite steht kein Geringerer als Marcus-hat sich-in-seinem-eigenen-Museum-verlaufen-Brody. Gibt es eigentlich irgendeinen Indy-Fan, der diesen Burschen noch nicht ins Herz geschlossen hat?
Auch in Sachen Atmosphäre weiß dieser Abschnitt zu gefallen. Als ich nun bei Tag durch das College marschiere, lande ich zum Beispiel in einem Klassenraum, der aussieht, als hätten die Entwickler ihn direkt aus dem Film abgepaust. Später stolpere ich dann in das gemütlich-chaotische Büro, in dem sich Indy gerne mal vor seinen quengelnden Studenten zurückzieht.
