Homefront: The Revolution im Test - Aufstand-Feature, Waffen und Ausrüstung, Grund zum Mäkeln, Wertungstendenz

Test Stefan Weiß Christian Dörre
Homefront: The Revolution - Szene aus der Testversion
Quelle: PC Games

Homefront: The Revolution greift zwar das Thema des Ego-Shooters Homefront aus dem Jahre 2011 auf, spielt sich aber inhaltlich ganz anders. Anstatt linear von einem Skriptereignis zum nächsten zu hetzen, lässt euch Entwickler Dambuster Studios eher in Open-World-Manier Zone um Zone das von Nordkoreanern besetzte Philadelphia befreien.

So funktioniert das Aufstands-Feature in Homefront: The Revolution

Was die eher unspektakulär wirkende Open-World-Inszenierung aber dennoch motivierend macht, ist die daraus resultierende Revolutionsbereitschaft der Bevölkerung, was folgendermaßen funktioniert: Der unglücklich ins Deutsche übersetzte Begriff "Herzen und Gedanken" steht für die Bereitschaft der Bevölkerung, sich gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Mit jeder abgeschlossenen Haupt- oder Nebenaufgabe steigt die Entschlossenheit der Bewohner. Sobald der Wert 100 % erreicht hat, könnt ihr mithilfe eines Radiofunkspruchs die Revolution ausrufen. Die Idee ist im Prinzip ganz gut umgesetzt. Schade ist nur, dass sich das Aufgaben-Repertoire in jeder Zone zu sehr ähnelt: Locations einnehmen, Radios finden, Sabotage- und Befreiungsaktionen erledigen, das war's. Das für Open-World-Spiele typische Abarbeiten von Icons auf der Karte findet auch in Homefront: The Revolution statt. Das macht eine Zeitlang zwar ordentlich Spaß, mutiert auf Dauer aber zur Routinearbeit ohne Überraschungen.

Je mehr Aufgaben ihr erfüllt, desto deutlicher sind die Spuren des Widerstands in den Zonen erkennbar. Das motiviert, in jedem Gebiet möglichst alle Anforderungen zu erfüllen. Quelle: PC Games Homefront: The Revolution - Je mehr Aufgaben ihr erfüllt, desto deutlicher sind die Spuren des Widerstands in den Zonen erkennbar. Das motiviert, in jedem Gebiet möglichst alle Anforderungen zu erfüllen. Die Befreiungsaktionen lassen sich zudem oft an den gleichen Stellen wiederholen. So konnten wir zum Beispiel an einer Stelle Bewohner simpel befreien, indem wir eine dort platzierte Wache ausgeschaltet haben. Schon nach wenigen Minuten war an exakt der gleichen Stelle eine neue Wache zur Stelle und die Befreiung ließ sich problemlos unbegrenzt wiederholen.

Homefront: The Revolution - Gratis-Weekend-Special auf Steam Quelle: PC Games Homefront: The Revolution - Die Story-Missionen sorgen für angenehme Spannung. Hier etwa müssen wir unser Flugabwehrgeschütz mehrere Minuten gegen anrückende Gegner verteidigen. Je mehr Aufgaben ihr erfüllt, desto deutlicher sind die Spuren des Widerstands in den Zonen erkennbar. Das motiviert, in jedem Gebiet trotz der auf Dauer monotonen Aufgaben möglichst alle Anforderungen zu erfüllen, um eine 100%-Wertung zu erreichen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt durch erfolgreich absolvierte Aufgaben ist die Zunahme an Widerstandskräften, die eigenständig in den Zonen agieren. So tummeln sich dann immer mehr bewaffnete NPCs in den Levels, die sich mit KVA-Einheiten anlegen und so für Ablenkung sorgen. Das Ganze lässt sich sogar taktisch ausnutzen. Bis zu vier Kämpfer lassen sich per Tastendruck anwerben, wenn ihr nahe bei solchen Charakteren steht. Ab dann folgen euch die NPCs, um euch zu unterstützen. Die Widerstandskämpfer sind mit unterschiedlichen Waffen ausgerüstet, was ihr schon an ihrem Äußeren erkennt und was sich für bestimmte Missionen nutzen lässt. Wenn ihr etwa gerade dabei seid, KVA-Panzerfahrzeuge auszuschalten, sind logischerweise Widerständler mit Raketenwerfer besser geeignet als deren Kompagnons mit Schrotflinten. Falls ihr den Kampf auf große Distanz bevorzugt, könnten eher Scharfschützen von Nutzen sein. Schade ist allerdings, dass ihr den Mitstreitern keinerlei Befehle erteilen könnt. Im schlimmsten Fall endet das mit nervigem Navigationsgefummel, nämlich dann, wenn ihr euch in enger Umgebung aufhaltet. Da eure Begleiter gerne die körperliche Nähe zu Ethan Brady suchen, versperren sie damit schon mal stur Durchgänge, Türen und Öffnungen.

Das Waffen- und Ausrüstungsarsenal in Homefront: The Revolution

Modifizerbare Waffen, Gadgets und Ausrüstungs-Upgrades - die individuelle Spezialisierung ist in Homefront: The Revolution ganz ordentlich umgesetzt. In jedem Widerstandslager habt ihr Zugriff auf den Waffenspind. Dieser fungiert, wie in Far Cry 3 und 4 als zentrale Ausrüstungsbasis.
Im Waffenlager handelt ihr und verbessert eure Ausrüstung. Alternativ lässt sich das aber auch an jedem Waffenspind im Spiel erledigen. Quelle: PC Games Homefront: The Revolution - Im Waffenlager handelt ihr und verbessert eure Ausrüstung. Alternativ lässt sich das aber auch an jedem Waffenspind im Spiel erledigen.
Die 16 verfügbaren Waffen decken eine breite Palette ab und unterscheiden sich ordentlich. Im Angebot sind etwa Flammenwerfer und Schrotflinte für den Kampf auf kurze Distanz. Wer es unauffälliger mag, greift zur Armbrust, oder zum Scharfschützengewehr. Auch Pistole, MP, MG und Minenwerfer sind verfügbar. Die verschiedenen Waffen schaltet ihr nach und nach frei, maximal drei Knarren kann Brady gleichzeitig bei sich tragen.
Großartig wechseln mussten wir allerdings kaum, im Storymodus haben wir über weite Strecken nur auf MP, LMG und Raketenwerfer gesetzt.

Das Upgrade-System funktioniert ähnlich wie in The Division. Sprich, sofern ihr passende Aufsätze besitzt, lassen sich diese jederzeit in die Waffen, die ihr bei euch tragt, per Menü einbauen. Zur Wahl stehen Visiere, Schalldämpfer, Mündungsbremse, Handgriff und Zweibein. Da die Aufsätze vielseitig verwendbar sind, lässt sich beispielsweise auch ein MG mit dem passenden Visier sehr präzise einsetzen.

Bei jeder Gelegenheit versuchen wir, die Nordkoreaner zu sabotieren. Gadgets wie etwa ferngezündete Bomben helfen uns dabei. Quelle: PC Games Homefront: The Revolution - Bei jeder Gelegenheit versuchen wir, die Nordkoreaner zu sabotieren. Gadgets wie etwa ferngezündete Bomben helfen uns dabei. Außer Waffen lassen sich am Waffenspind auch Gadgets beziehen. Diese sind unterteilt in Brandbomben, Sprengstoff, Hack-Gerät und Ablenkung. Jedes Tool gibt es in drei Ausführungen: Als Wurfobjekt, als gezielt platzierbare Variante oder in Form eines ferngesteuerten Modellautos. Die beiden letztgenannten Versionen zündet ihr per Smartphone. Wer mag, kann die Gadgets selbst herstellen, die dafür nötigen Rohstoffe gibt's zuhauf zu finden oder ihr kauft sie am Waffenspind ein. Das nötige Geld erhaltet und findet ihr reichlich. Um Ethan Brady selbst aufzuwerten, sind 11 Kleidungsobjekte im Angebot. So verringert die taktische Weste etwa den Schaden um 25 %, leichte Stiefel reduzieren die Lautstärke um 50 % etc. Da sich diese Items nicht aufbrauchen, nimmt man sie gern mit.

Noch Grund zum Mäkeln

Nicht so ganz gelungen ist die deutsche Lokalisierung. So gibt es beispielsweise mitunter peinliche Übersetzungsfehler, etwa wenn "Gasoline" für Benzin (bei der Herstellung von Molotov-Cocktails) als Gas bezeichnet wird. Besonders bei emotional geprägten Situationen, in denen es um Verlust, Wut, Angst und Ähnliches geht, wirkt die deutsche Sprachausgabe einfach zu aufgesetzt und nicht gerade authentisch. Zum Glück lässt sich Homefront: The Revolution in den Sprachoptionen der Steam-Anbindung, die zwingend erforderlich ist, problemlos auf die englische Sprache umschalten. In der Originalvertonung hören sich die Dialoge schon bedeutend besser an. Ein zusätzlicher Download der entsprechenden Sprach-Dateien ist dabei nicht notwendig, da die Installation des Spiels gleich mehrere Sprach-Files integriert.
Rekrutierte Widerständler unterstützen euch im Kampf gegen die KVA, was äußerst nützlich ist. Quelle: PC Games Homefront: The Revolution - Rekrutierte Widerständler unterstützen euch im Kampf gegen die KVA, was äußerst nützlich ist. In technischer Hinsicht hinterließ die Vorabversion einen noch nicht ganz runden Eindruck. Typisch Cry-Engine 3 bringt Homefront: The Revolution schon mal einen gehörigen Hardware-Appetit mit. Beim Vortest hatten wir selbst mit 16 GB RAM, einer Geforce 980 und mit einem flotten Core i7 öfter mit Lags und heftigen Framedrops zu kämpfen. Auch beim automatischen Speichern gab es immer wieder Ruckler. Bei einem zweiten Testsystem mit einer Geforce 970 und 8 GB RAM wurden manche Texturen einfach nicht geladen. Laut Herstellerinfo seien solche Probleme auf die aktuellen Treiberversionen von Nvidia zurückzuführen, an deren Lösung man derzeit noch arbeite. Wir hoffen, dass diese Probleme mit dem schon angekündigten Day-One-Patch behoben sein werden.

 In den einzelnen Spielzonen herrscht bis auf wenige Story-Ausnahmen auch ein dynamischer Tag-Nacht-Wechsel. Quelle: PC Games Homefront: The Revolution - In den einzelnen Spielzonen herrscht bis auf wenige Story-Ausnahmen auch ein dynamischer Tag-Nacht-Wechsel. Am Ende der Kampagne blicken wir in die Statistikanzeige des letzten Spielstands: Knapp 22 Stunden Spielzeit und 70% Komplettierung. Das rührt daher, dass wir nicht jede Nebenaufgabe in allen Zonen absolviert haben. Wer alle Aufträge und damit 100% Komplettierung erreichen möchte, dürfte rund 25 bis 30 Stunden beschäftigt sein. Wichtig dabei ist, dies vor dem letzten Story-Abschnitt zu erledigen, da ihr danach keine Gelegenheit mehr dazu habt. Lobenswerterweise haben die Entwickler hierfür einen Extra-Hinweis vorgesehen, der euch definitiv fragt, ob ihr ab diesem "Point of no return" mit der Story fortfahren oder lieber erst noch ausstehende Aufgaben erfüllen möchtet.

Der Ego-Shooter erscheint am 20. Mai 2016 für PC, Playstation 4 und Xbox One. Mehr zu Homefront: The Revolution findet ihr auf unsere Themenseite.

Wertung zu Homefront: The Revolution (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Homefront: The Revolution (XBO)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Homefront: The Revolution (PS4)

Wertung:

5.0 /10
Pro & Contra
Umfangreiche KampagnenspielzeitStorymodus mit Überraschungen und WendungenViel spielerische Freiheit in den einzelnen ZonenOrdentlicher Umfang an Waffen und AusrüstungAbwechslungsreiche SpielgebieteMotivierendes RevolutionsfeatureRekrutierbare NPC-MitstreiterZahlreiche Versteckmöglichkeiten erlauben unteschiedliche Spielweisen
Nebenaufgaben wiederholen sich zu oftAusgeschlagene oder verlorene Missionen wirken sich nicht ausKleine technische Mängel in der kampagne auf dem PCGlitches im Koop-ModusKatastrophale Technik auf den KonsolenKI überzeugt im Suchmodus nicht so rechtDeutsche Vertonung wirkt oft recht aufgesetztKein freies Speichern möglich
Fazit

"Auf dem PC ein guter Shooter mit toll inszenierter Kampagne und mauem Mehrspieler-Modus, auf den Konsolen eine Frechheit.“

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 Homefront: The Revolution im Test - Story, Setting, Spielwelt, Open-World
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