Highguard: Zerstört durch Ragebait und Reviewbombing nach den Game Awards
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Ein Trailer, ein falsches Narrativ und ein Shitstorm, der das Studio wochenlang begleitete. Highguard stand früh unter einem schlechten Stern. Was als ambitionierter Shooter gedacht war, wurde schnell zum Reizthema in der Community.
Nach der viel beachteten Enthüllung bei den Game Awards 2025 galt Highguard für viele Zuschauer schnell als Witz. Jetzt spricht ein ehemaliger Entwickler offen darüber, wie Ragebait, falsche Annahmen und massives Reviewbombing dem Spiel schon vor dem Release geschadet haben.
"Von der ersten Minute an eine Lachnummer"
Highguard beendete die Game Awards 2025 mit einem Trailer, der eine Fantasy-Welt voller Wächter und magischer Reittiere zeigte. Kurz darauf formte sich online jedoch ein negatives Narrativ. Laut Josh Sobel, ehemaliger Lead Technical Artist bei Wildlight, sei das Spiel intern vor der Enthüllung durchweg positiv aufgenommen worden. Kritik habe es gegeben, aber sie sei konstruktiv und lösbar gewesen. Viele im Team hätten fest daran geglaubt, dass Highguard ein Erfolg werden könnte.
Diese Stimmung kippte unmittelbar nach der Show. Sobel beschreibt, dass Content Creator und Teile der Community sehr schnell auf ein negatives Framing gesetzt hätten. Besonders hartnäckig hielt sich die Annahme, Wildlight habe für den Game-Awards-Slot eine "millionenschwere Werbeplatzierung" bezahlt, etwas, das laut Sobel schlicht nicht stimmte, aber dennoch von Influencern und sogar einzelnen Journalisten als Fakt behandelt worden sei.
Highguard wurde in kürzester Zeit zum Meme. Begriffe wie "Concord 2" oder "Titanfall 3 ist dafür gestorben" dominierten Kommentarspalten, lange bevor Spieler selbst Hand anlegen konnten. Sobel spricht davon, dass das Spiel praktisch "für tot erklärt" wurde, noch bevor es überhaupt eine faire Chance hatte.
Highguard: Entlassungen und verpasste Chancen
Auch nach dem Release im Januar konnte Highguard das negative Image kaum abschütteln. Zwar erreichte das Free-to-Play-Spiel zum Start eine ordentliche Spielerbasis, blieb aber deutlich unter der Marke von 100.000 gleichzeitigen Spielern. Kritik an Kartengröße und dem 3-gegen-3-Format versuchte Wildlight mit Updates abzufedern, unter anderem indem der zuvor zeitlich begrenzte 5-gegen-5-Modus fest ins Spiel integriert wurde.
Doch der Schaden war laut Sobel längst angerichtet. Zum Launch erhielt Highguard mehr als 14.000 negative Bewertungen von Nutzern mit weniger als einer Stunde Spielzeit. Viele hätten nicht einmal das verpflichtende Tutorial abgeschlossen. Für das Team sei das extrem frustrierend gewesen, zumal der Shitstorm auch persönliche Folgen hatte. Sobel berichtet, dass er sein X-Profil sperrte, nachdem Videos auftauchten, in denen man ihn verspottete, weil er öffentlich stolz auf das Projekt gewesen war.
Nur wenige Wochen nach dem Start folgten Entlassungen bei Wildlight. Das ist ein bitterer Schlusspunkt für ein Projekt, das laut Sobel weniger an seinem Kernkonzept als an einem eskalierenden Online-Narrativ gescheitert sei. Ob Highguard ohne den riesigen Auftritt bei den Game Awards besser oder schlechter gestartet wäre, könne niemand mit Sicherheit sagen. Habt ihr den Ego-Shooter selbst getestet? Ist die negative Welle für euch ein reiner Kindergarten, oder ist ein schlechtes Spiel, das diese Abfertigung verdient?
Quelle: Eurogamer
