Heading Out im Test: Das stilvollste Spiel des Jahres lässt uns staunen

Test Michael Grünwald
Heading Out im Test: Das stilvollste Spiel des Jahres lässt uns staunen
Quelle: Serious Sim

Die klassische Erfahrung von Need for Speed trifft auf ganz viel Style. Heading Out kommt aus dem Nichts und kann komplett überzeugen.

Anhand von Bildern, Texten und eines Sprechers bekommen wir Einblicke in Auseinandersetzungen mit bestimmten Figuren. Manchmal geschehen schlichtweg Dinge, aber zwischendurch bietet sich uns als Outlaw auch die Gelegenheit, eine Entscheidung zu treffen: Helfen wir lieber dem schwarzen Staatsbürger bei einer Polizeikontrolle aus der Patsche, oder schlagen wir uns auf die Seite der Gesetzeshüter?

Unsere Wahl kann dafür sorgen, dass wir Geld erhalten, oder bestimmte Personen ein Ablenkungsmanöver starten, um uns mehr Vorsprung gegenüber den nervigen Verfolgern zu erhalten. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass wir dadurch Zeit verlieren und erneut vor der Angst flüchten müssen.

Eine Verfolgungsjagd aus der Cockpit-Perspektive. Der Himmel leuchtet rot. Quelle: Serious Sim

Need For Speed

Das bringt uns nun zum zweiten Part des Gameplays. Denn sobald es richtig brenzlig wird, greifen wir selbst hinters Lenkrad. Hat uns die Angst eingeholt, geraten wir in eine Polizeikontrolle, oder leisten wir uns ein Rennen mit anderen Autofahrern, gibt's in Heading Out auch ordentlich Action.

Aus wahlweise zwei verschiedenen Verfolgerperspektiven, einer Cockpit-, einer Stoßstangen-, oder einer Motorhaubenansicht düsen wir mit unserem Fahrzeug durch kurze Abschnitte. Pro Akt schalten wir eine Karre frei, am Ende stehen uns also insgesamt vier Stück zur Verfügung.

Wie lange die Bereiche dauern, hängt entweder von der Länge des gespielten Songs ab - die Liedlänge bekommen wir vor der Mission angezeigt -, oder wie schnell wir den Cops entkommen. Auf den Highways der USA gibt's immer wieder Abzweigungen, die uns beim Abschütteln der Gegner helfen.

Aber Achtung: Viele Straßen sind unbefestigt, eng und gepflastert mit Hindernissen. Die Umwege bieten also auch Nachteile. Die spektakulären Verfolgungsjagden erinnern uns an die ersten Teile der Need-For-Speed-Reihe, in denen wilde Katz-und-Maus-Spiele mit der Polizei noch im Vordergrund standen.

Gewinnen wir Rennen, schütteln wir Gesetzeshüter ab, und setzen wir uns für richtige Dinge ein, beeindruckt das die Bevölkerung und wir erhalten einen besseren Ruf. Das kann uns im weiteren Verlauf der Story zugutekommen.

Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei aus der Cockpit-Perspektive Quelle: Serious Sim Die Gameplay-Einlagen dauern nicht allzu lange. Nach drei bis fünf Minuten ist der Spaß vorbei und wir kommen nach einer Bewertung unserer Fahrt wieder zurück zur Übersichtskarte. Die kurzen Ausflüge runden das Erlebnis allerdings auf fantastische Art und Weise ab.

Leider wiederholen sich manche Begegnungen sowie Sequenzen im letzten Abschnitt des Spiels. Wenn wir jede Stadt auf unserem Roadtrip erkunden - schließlich können wir nur dann ein wenig schlafen und unser Auto reparieren -, kommen die kleinen Nebengeschichten an ihr Limit.

Es gibt unterwegs auch einige Sammelgegenstände, aber der Wiederspielwert hält sich nach dem Abschluss insgesamt in Grenzen. Wer aber unbedingt einmal den Umweg über den Nordwesten der USA fahren möchte, kann die Strapazen in einem weiteren Durchlauf auf sich nehmen.

Tokyo Drift

Sitzen wir hinterm Steuer unserer vier Karren, macht das Fahrverhalten ziemlich viel Spaß. Das arcadige Gameplay passt perfekt zum Stil von Heading Out. Gehen wir vom Gas oder ziehen wir die Handbremse, driften wir in Mario-Kart-Manier um die Kurven.

Dennoch brauchen wir schnelle Reflexe, und auch Erfahrungen aus dem Rennspielbereich helfen beim Manövrieren. Vor allem die Missionen, bei denen wir uns durch einen Stau kämpfen, sind recht anspruchsvoll. Donnern wir beispielsweise gegen ein stehendes Auto, beschädigen wir unser Fahrzeug, was die Flucht deutlich schwerer macht.

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