Treuer Wegbegleiter
Wenn es um Sekunden und Millimeter geht, hilft der Schnellzieh-Modus.
Das Pferd ist neben seinen Waffen Coltons treuster Gefährte, da es zur Fortbewegung durch die weitläufigen Areale unverzichtbar ist. Außerdem kann es im Kampf eingesetzt werden, um auf feindlich gesinnte Pistoleros einzutrampeln. Über Hindernisse wie Bäche oder umgeknickte Baumstämme springt es locker hinweg. Auf dem Rücken Ihres Kleppers können Sie die Waffen wie gewohnt mit allen Funktionen inklusive des Schnellziehen-Modus benutzen, wobei die Zielsicherheit stark von der Geschwindigkeit des Pferdes abhängt.
Diese können Sie erhöhen, indem Sie dem Gaul die Sporen geben, was bei übertriebenem Einsatz allerdings zum frühzeitigen Ableben des Pferds führen kann. Die Steuerung ist dabei wunderbar durchdacht, sodass der Spieler bereits nach kurzer Zeit die absolute Kontrolle über sein Pferd hat und voller Freude durch die Prärie galoppiert. Besonders spektakulär sind die Feuergefechte zwischen mehreren Reitern, in denen es äußerst actionreich zur Sache geht.
Geniale Atmosphäre
In dieser Mission müssen Sie einen Saloon vor Brandstiftern schützen.
In technischer Hinsicht merkt man der Grafik bei genauem Hinsehen ihre Verwandtschaft mit den Tony Hawk-Spielen an. Die größtenteils traumhaften Umgebungen gäben besonders bei Reitausflügen in die Prärie wunderbare Fotomotive ab, einige Pässe durch Gebirge wirken hingegen aufgrund schlichter Texturen etwas leb- und lieblos. Ansonsten präsentiert sich GUN hervorragend und gibt keinerlei Grund zu Beanstandungen.
Nicht nur optisch, sondern auch akustisch wird der Spieler verwöhnt: Für die musikalische Untermalung war der bekannte Soundtrack-Komponist Christopher Lennertz zuständig, dessen Werk vom bekannten Northwest Symphonia Orchester sehr eindrucksvoll vertont wird. Die Stimmen der Spielfiguren sind die mehr oder weniger prominenter Hollywood-Darsteller wie "Rubber Duck" Kris Kristofferson, bekannt aus Convoy, Blade oder Payback, oder Thomas Jane, der unter anderem in den Streifen The Punisher und Deep Blue Sea mitwirkte.
Auf eine Synchronisation in deutscher Sprache wurde zwar verzichtet, dank Untertiteln verpassen aber auch Spieler ohne Englischkenntnisse nichts vom Geschehen. Die Mischung aus gelungener Grafik und perfekter Akustik schafft eine sehr authentische Wildwest-Atmosphäre, die den Spieler schnell in ihren Bann zieht und stundenlang vor den Bildschirm fesselt.
Endloses Vergnügen?
In Sachen Langzeitmotivation muss GUN leider passen. Zwar bietet es dem Durchschnittsspieler Spaß für mindestens zehn Stunden, wozu die Nebenmissionen auch ihren Teil beitragen, aber dennoch werden geübte Zocker bereits nach acht bis zehn Stunden in den Genuss des Abspanns kommen. Aber auch wenn GUN sich nicht mit dem bombastischen Umfang eines GTA messen kann, sollten auch überzeugte GTA-Jünger dem Spiel eine Chance geben: Die packende Story, das Szenario im Wilden Westen und die saubere Technik bringen Abwechslung ins Genre und machen Neversofts Ausflug zum Hit.
