Schnell, actionreich, herausfordernd - Grip ist ein futuristischer Action-Racer, der dem Spieler alles abverlangt. Wir haben den Titel des kanadischen Indie-Studios Caged Element getestet und dabei auch überprüft, ob die Switch-Version mit den Fassungen für PS4, Xbox One und PC mithalten kann.
Grip (jetzt kaufen / 25,49 € ) wirkt auf den ersten Blick wie das uneheliche Baby von Mario Kart und Wipeout. Jedoch weisen die superschnellen und actionreichen Rennen auf futuristischen Strecken eine Besonderheit auf: Die mit überdimensionalen Reifen ausgestatteten Flundern können auf dem Kopf fahren, was in den mit Loopings, Röhren und Steilwänden gespickten Kursen für eine unglaubliche Dynamik sorgt. Entfaltet sich der Spielspaß ebenfalls im Highspeed-Tempo? Das beantwortet unser Test von Grip.
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Combat Racing
Die Kampagne ist in Turnierform aufgebaut. Jedes Turnier besteht aus drei Events. Nach drei absolvierten Turnieren wartet ein Duell auf euch. Nur wenn ihr dieses gewinnt, wird der nächste Rang der Kampagne freigeschaltet. Neben klassischen Rennen, in denen es darauf ankommt, als Erster die Ziellinie zu überqueren, gibt es noch eine Reihe weiterer Wettkämpfe. Ultimative Rennen belohnen allerlei Aktionen mit Punkten, etwa wenn ihr einen Gegner mit einer Rakete abschießt oder mit einer MG-Salve nervt - hier gewinnt, wer am Ende des Rennens die meisten Punkte auf dem Konto hat. Tempoteufel dagegen verzichtet auf den Einsatz von Waffen. Jedes der grün leuchtenden Extras bringt einen Tempo-Boost, den ihr per Knopfdruck aktivieren könnt. Zudem habt ihr, wie in allen Modi, einen eingebauten Booster zur Verfügung, der sich automatisch auflädt und den ihr jederzeit zünden könnt.
Ein Rennspiel mit Waffen schreit geradezu nach einem Zerstörungs-Wettkampf. Die Grip-Macher haben diesen Ruf erhört und spektakuläre Deathmatch-Events eingebaut. Hier müsst ihr in bestimmter Zeit möglichst viel Schaden an den bis zu neun Widersachern anrichten und erhaltet dafür Punkte. Die Arenen sind so gestaltet, dass es nie lange dauert, bis euch ein Gegner vor die Flinte fährt.
Ohnehin sind die 22 Strecken eine der großen Stärken von Grip. Ständig warten Herausforderungen in Form von Sprüngen, Engstellen oder Hindernissen auf euch. Während ihr zu Beginn der Kampagne noch mit vergleichsweise moderatem Tempo unterwegs seid, ist der Speed in den Tempoteufel-Events derart hoch, dass ihr kaum noch Zeit habt zu reagieren. Verlasst ihr unfreiwillig die Strecke, werdet ihr automatisch zurück ins Geschehen gebeamt, verliert aber natürlich Zeit.
Quelle: PC Games
Die Fahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten jenseits der 500 km/h (Switch)
Alles ist drin
Wie bei Mario Kart spielen bei Grip auch die Faktoren Glück und Zufall eine große Rolle. Teilweise seht ihr vor einem Sprung nicht, in welchem Winkel ihr anfahren müsst. So kann es sein, dass ihr so ungünstig aufkommt, dass ihr euch dreht oder ihr hinter der Streckenbegrenzung landet - beides kostet wertvolle Zeit und meist einige Plätze. Habt ihr gerade kein Schutzschild-Extra parat, wirft euch ein Raketeneinschlag schon mal von der Spitze des Feldes bis ans Ende. Umgekehrt könnt ihr auch in kurzer Zeit mächtig Plätze gutmachen, wenn ihr die Extras gut einsetzt.
Die 15 Fahrzeuge unterscheiden sich merklich voneinander. So lässt sich der mächtige Renegade von einer MG-Salve kaum beeindrucken, hat aber schwache Bremsen. Der Rogue dagegen beschleunigt wie der Blitz, besitzt jedoch ein niedriges Maximaltempo. Tunen lassen sich die Karossen nicht, dafür dürft ihr sie umlackieren, mit Aufklebern versehen und mit anderen Reifen ausstatten, die sich allerdings nicht auf den Grip auswirken. Dieser hängt nicht nur vom gewählten Fahrzeug ab, sondern auch von der momentanen Geschwindigkeit. Fahrt ihr langsam, verhält sich eure Karosse höchst sensibel. Bei hohem Tempo kleben die Reifen dagegen auf dem Untergrund und ihr könnt problemlos eine Steilwand entlangrasen. Das Handling ist sehr direkt, man hat stets ein gutes Gefühl der Kontrolle über seinen fahrbaren Untersatz.
Quelle: PC Games
Bei entsprechendem Tempo sind Steilkurven kein Problem. Die großen Reifen kleben förmlich auf dem Untergrund. (Switch)
Technische Unterschiede
Während die Versionen für PC, PS4 und Xbox One grafisch überzeugen und mit einer flüssigen, weitestgehend Pop-up-freien Optik aufwarten, sieht das bei der Switch schon anders aus. Hier ist die Auflösung merklich niedriger, was beim Blick gen Horizont für ein recht matschiges Bild sorgt. Das erschwert gerade bei einem Highspeed-Racer die Steuerung, zumal auf der Switch auch mehr Objekte ins Bild ploppen, als bei den restlichen Fassungen. Zudem läuft der Racer auf der Nintendo-Konsole mit nicht immer konstanten 30 Bildern pro Sekunde, während die anderen Versionen mit 60 fps protzen. Somit müssen wir Grip für die Switch auch einige Prozentpunkte an Spielspaß abziehen.
Alle Fassungen lassen sich im Splitscreen mit bis zu vier Spielern bestreiten. Auch ein Online-Modus ist enthalten. Den konnten wir mangels Mitspielern allerdings noch nicht ausprobieren.
Quelle: PC Games
Im Deathmatch jagt ihr Rivalen Raketen in den Auspuff. (PS4)
Positiv gilt es noch den Soundtrack zu erwähnen. Unter den 12 Elektro-Tracks finden sich einige Ohrwürmer, welche die Tempojagd optimal unterstützen. Mit einem Wipeout kann Grip klangtechnisch zwar nicht ganz mithalten, motivierend wirken sich die flotten Beats aber allemal aus.
Auch wenn Grip vom Fleck weg viel Fahrspaß bringt und man sich am Temporausch ergötzt, lässt die Langzeitmotivation etwas zu wünschen übrig. Der gleichförmig aufgebauten Kampagne fehlt es an Inspiration. Bei der Präsentation des Spiels hat Indie-Entwickler Caged Element deutlich gespart. Schade, denn dadurch verschenkt der gute Action-Racer einen Teil seines Potenzials.
