Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition: Eine absolute Frechheit - Test-Update zur Switch-Version

Test Christian Dörre
Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition: Eine absolute Frechheit - Test-Update zur Switch-Version
Quelle: PC Games

Am 11. November erschien mit der GTA Trilogy: Definitive Edition eine Sammlung mit Remaster-Versionen der beliebten Open-World-Rockstar-Spiele GTA, Vice City und San Andreas. Diese erzürnt jedoch die Fans weltweit und auch wir schwankten während unseres Tests, mit dem wir erst zum Release starten konnten, oftmals zwischen Gelächter, Unverständnis und Zorn.

Grand Theft Auto. Fällt dieser Name, flippen Gamer weltweit förmlich aus. Die Open-World-Gangster-Reihe von Rockstar Games ist absoluter Kult. Die Spiele überzeugen seit jeher mit toller Action, abwechslungsreich inszenierten Missionen, bitterböser Sozialkritik, grandios geschriebenen Figuren und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Besonders die zwischen 2001 und 2004 erschienenen Serienableger GTA 3, GTA: Vice City und GTA: San Andreas sind bei den Fans der Reihe äußerst beliebt, sodass es nicht verwundert, dass die nun veröffentlichte Remaster-Collection Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition bei der Ankündigung mehr Hype erzeugte als ein echter neuer Teil anderer Spielereihen.

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Schließlich war auf Rockstar Games immer Verlass und es wurden sogar zahlreiche Verbesserungen angepriesen, die dafür sprachen, dass die Definitive Edition nicht nur eine simple Neuauflage ist. Neben der Grafik sollte nämlich auch die Steuerung überarbeitet werden. Grund genug für einige Fans, von einer kompletten Gameplay-Überarbeitung auszugehen, die das Spielgefühl von GTA 5 in die alten Spiele transportiert. Das war natürlich vollkommen illusorisch. Doch die Remaster-Trilogy scheitert nicht nur an den überzogenen Erwartungen einiger weniger. Sie ist vielmehr eine ziemliche Frechheit, die in diesem Zustand nie hätte veröffentlicht werden dürfen und wohl nur auf den Markt gekommen ist, weil man im Hause Rockstar noch etwas Kohle im Weihnachtsgeschäft abgreifen wollte. So kann man sich den über Jahre erarbeiteten Ruf natürlich auch versauen.

Nette Nostalgie

Die Steuerung bei den Schusswechseln ist zumeist ziemlich hakelig. Vor allem das automatische Anvisieren zickt gerne herum. Quelle: PC Games Die Steuerung bei den Schusswechseln ist zumeist ziemlich hakelig. Vor allem das automatische Anvisieren zickt gerne herum. Kommen wir jedoch erstmal zu den positiven Aspekten der Collection mit dem sperrigen Titel. Alle drei Spiele versprühen noch denselben Charme wie damals und sind obendrein noch ziemlich umfangreich. Natürlich können es weder Gameplay noch Open World mit modernen Genre-Vertretern aufnehmen. Der Straßenverkehr ist nicht sonderlich dicht, es sind nicht viele Passanten unterwegs und vor allem die Schießereien steuern sich recht hakelig. Dennoch macht es auch über 20 Jahre nach Release noch Spaß, durch das Liberty City von GTA 3 zu cruisen.

Vice City und San Andreas sind sogar noch abwechslungsreicher und besser gestaltet. Wer die Spiele damals schon erlebt hat, kann sich nostalgischer Gefühle ganz sicher nicht erwehren, wenn man die altbekannten Viertel durchstreift und die ganzen größeren und kleineren Gags, Easter Eggs und Verrücktheiten in der Spielwelt aufsaugt. Es ist wirklich unfassbar, wie es Rockstar Games damals schon schafften, so organisch wirkende, atmosphärische Welten zu erschaffen. Gerade Vice City und San Andreas sind in dieser Hinsicht auch heute noch überzeugend. Der 80er-Jahre-Charme eines Vice City und das 90er-Ghetto-Gangster-Drama in San Andreas sind gleichermaßen packend und vollkommen überspitzt.

Eine Balance, die den Spielen vor allem durch die toll geschriebenen Charaktere gelingt. Die Geschichten drehen sich um Verrat, Drogen, Mord und weitere eher finstere Angelegenheiten. Dennoch glänzen die Spiele auch mit wunderbarem Humor, der von einigen Figuren getragen wird. Sei es nun der zugekokste paranoide Anwalt Ken Rosenberg in Vice City oder Möchtegern-Rapper OG Loc in San Andreas - so einprägsame Paradiesvögel sieht man in anderen Spielen eher selten.

Überhaupt sind einzelne Szenen oft sehr gut geschrieben und werden von den damals schon hochklassigen Sprechern großartig vorgetragen. Szenen wie die Burger-Bestellung mit Big Smoke oder die Zusammentreffen mit den korrupten Crash-Cops sind auch heutzutage noch absolut super. Der Ablauf der Geschichten und die Einbettung der Missionen darin ist allerdings schon mal etwas holprig. Gerade GTA 3 stolpert eher ein wenig vorwärts. In Vice City gelingt das Storytelling schon ein gutes Stück besser und San Andreas ist in dieser Hinsicht, bis auf kleinere Ausnahmen, sogar richtig gut. Man erkennt an der Trilogy sehr gut, wie sich die Serie, aber auch Rockstar Games selbst entwickelt haben.
Die GTA Trilogy Definitive Edition ist uncut. Es handelt sich also um die damals indizierten respektive hier nicht veröffentlichten Versionen. Quelle: PC Games Die GTA Trilogy Definitive Edition ist uncut. Es handelt sich also um die damals indizierten respektive hier nicht veröffentlichten Versionen.

Action von gestern

Wie bereits angesprochen, können GTA 3, Vice City und San Andreas aber selbstverständlich mit modernen Spielen nicht mithalten. Dafür muss man die Nostalgiebrille nicht mal absetzen. Für damalige Verhältnisse waren viele Missionen wirklich genial inszeniert, heute wirken einige Verfolgungsjagden oder Explosionen eher ein wenig unbeholfen. Es sind eben alte Spiele. Ein PS2-Spiel bleibt ein PS2-Spiel, auch wenn es jetzt auf der PS5 läuft. Das mag jetzt für einige Wenige enttäuschend sein, da sie annahmen, das Gameplay werde an GTA 5 angepasst, aber das wäre eben als Remaster nicht möglich gewesen. Dafür hätte man richtige Remakes machen müssen.

Vor allem San Andreas bietet unglaublich viel Abwechslung. Überhaupt ist der dritte Teil der Trilogie mit Abstand am besten gealtert. Quelle: PC Games Vor allem San Andreas bietet unglaublich viel Abwechslung. Überhaupt ist der dritte Teil der Trilogie mit Abstand am besten gealtert. Dementsprechend gibt es natürlich kein Deckungssystem, wie es damals erstmalig in der Serie in GTA 4 eingeführt wurde. Man sollte also in Bewegung bleiben oder immer wieder hinter eine Wand laufen, um in einem Schusswechsel nicht als Sieb zu enden. Das macht die Steuerung aber eben auch ziemlich hakelig. PC-Spieler haben den Vorteil, frei zielend aus einer Deckung laufen zu können. Das freie Zielen auf Konsolen ist aber ziemlich ungenau, sodass man auf das automatische Anvisieren setzen sollte. Obwohl Rockstar Games das ein wenig überarbeitet hat, ist es teilweise immer noch ein Krampf und erfasst oft den falschen Gegner oder auch gar keinen Feind.

Zudem dauert das Anvisieren oft ein bisschen zu lange, sodass man erstmal selbst ein paar Kugeln frisst, bevor man den Gegner trifft. Das kann ganz schön nervig sein, da man nicht besonders viel einstecken kann und aufgrund des sehr schwachen Treffer-Feedbacks teilweise nicht mal merkt, wie nah man am Exitus ist, wenn man nicht die gerade auf die Lebensanzeige achtet. Dass das Treffer-Feedback visuell nicht angepasst werden konnte, ist bei einem Remaster natürlich verständlich. Allerdings sind die Rumble-Effekte mit jedem Controller ziemlich schwach und enttäuschend. Gerade mit dem DualSense der Playstation 5 wäre mehr drin gewesen.

Die wichtigen Figuren sind meistens ganz okay, aber Charaktermodelle unwichtigerer NPCs jagen einem immer wieder Schauer über den Rücken. Quelle: PC Games Die wichtigen Figuren sind meistens ganz okay, aber Charaktermodelle unwichtigerer NPCs jagen einem immer wieder Schauer über den Rücken. Wenigstens die Waffenauswahl hat Rockstar angepasst. Früher klickte man sich per Schultertaste nach und nach durch die Waffen im Arsenal. Schnell die gewünschte Knarre zu finden, war so kaum möglich. Jetzt gibt es dafür das Waffenrad aus GTA 5. Hält man die linke Schultertaste gedrückt, öffnet sich das Rad, das Spielgeschehen verlangsamt sich und man darf direkt mit dem Analogstick das favorisierte Schießeisen auswählen. Auch die Bewegungen der Spielfigur und das Steuern der zahlreichen Vehikel sind nun ein bisschen genauer und überhaupt wurde die Fahrzeugsteuerung beim Button-Layout etwas modernisiert.

Allgemein merkt man den Spielen ihr Alter zwar an, sie steuern sich aber besser als damals und lassen sich vernünftig spielen. Nur die Schießereien sind wirklich richtig altbacken und arten deshalb an manchen Stellen in Arbeit aus. Hier trifft es sich dann ganz gut, dass fast alle Cheats von damals auch in den Neuauflagen noch funktionieren. Seid jedoch gewarnt: Wer cheatet, erhält selbstverständlich keine Trophäen mehr.

  1. Seite 1 GTA Trilogy - The Definitive Edition: Der Test zur Enttäuschung des Jahres
  2. Seite 2 GTA Trilogy - The Definitive Edition: Fazit und Wertung
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