Etappenziel erreicht - Polyphony gibt uns einen ausführlichen Vorgeschmack auf den fünften Teil der Edel-Rennspielserie.
Harte Jahre des Wartens liegen endlich hinter uns. Nach zahlreichen Trailern, Ankündigungen, Demos, neuen Demos und Verschiebungen ist Gran Turismo 5 Prologue endlich fertig. Die neue Generation des "real driving simulators" ist da und holt uns zu Beginn erst einmal auf den Boden der Realität zurück. Schadensmodell? Gibt's nicht. Wettereffekte? Nicht vorhanden. Innovationen? Bitte die Lupe zur Hand nehmen. Revolutionäre Ideen? Bitte weiter gehen, hier gibt es nichts zu sehen!
Business as usual
Nein, Gran Turismo 5 Prologue fackelt nicht gerade ein Feuerwerk der neuen Ideen ab und auf den ersten Blick sind es in der Tat lediglich die Schauwerte, die verbessert wurden. Was heißt verbessert, um Lichtjahre vorangetrieben trifft es eher. Unsere Screenshots zeigen deutlich, was in Bewegung noch beeindruckender ausfällt. Die Fahrzeuge und das Beleuchtungsmodell von Gran Turismo 5 Prologue sind die absoluten Stars des Titels. Wir wollen das böse Wort Fotorealismus nicht überstrapazieren, aber auf den ersten Blick könnte man so manchen Schnappschuss für ein echtes Foto halten, oder? Der Detailreichtum der Boliden wurde in nie gesehene Höhen geschraubt und wirklich jede Oberfläche reagiert anders auf Sonneneinstrahlung. Die Schattenwürfe fransen zwar gelegentlich etwas aus, was aber in erster Linie in Replays auffällt und den überragenden Gesamteindruck nicht schmälert. Etwas weniger beeindruckend fallen die Strecken aus. Während London mit detaillierter Architektur begeistert, wird ein Kurs wie Suzuka allein durch die hohe Auflösung nicht spektakulärer. Der Asphalt glänzt in der Sonne, Zuschauer säumen die Strecke und der Himmel ist blauer als er es in der Realität jemals sein wird, aber ein richtiger Hingucker springt dem Spieler nicht ins Auge. Spätestens beim Betrachten des Replays eines Rennens in Daytona kommt gar Enttäuschung auf. Die Zuschauer auf den Rängen sind flache, unbewegliche Bitmaps - das ist nicht unbedingt die nächste Generation, die wir erwarten würden.
Driftfreudig
Die Optik war zwar seit jeher ein wichtiger Wow-Faktor der Serie, doch stundenlang ans Gamepad oder Lenkrad wurde man vor allem durch das ausgefeilte Fahrmodell. Und besonders in diesem Punkt haben die Entwickler von Polyphony Digital ihre Hausaufgaben gemacht. Während Gran Turismo 4 stellenweise fast schon zu realistisch und empfindlich war, fühlt sich Prologue glaubwürdiger und beherrschbarer an - zumindest so lange man am Steuer eines Klein- oder Mittelklassewagens sitzt. Klemmt man sich hinters Lenkrad einer PS-Schleuder vom Schlage eines Fort GT oder Ferrari F430, verlangt das Spiel einen zarten Gasfuß. Wer am Kurvenausgang voll aufs Gas latscht, wird in Sekundenschnelle zum Geisterfahrer oder muss kräftig am Lenkrad kurbeln, um auf der Strecke zu bleiben. Zahlreiche Fahrhilfen können zugeschaltet werden, machen das Unternehmen Rennsieg dann aber nicht zwangsläufig einfacher. Ohne Traktionskontrolle rutscht man schnell hin und her, schaltet man das kleine Helferlein ein, geht's im Schneckentempo um die Kurve. Zwar darf dank des Sixaxis-Controllers analog beschleunigt werden, die Schulterwippen reagieren allerdings recht empfindlich. Es empfiehlt sich also die Nutzung eines Lenkrads, um das Fahrgefühl in seiner ganzen Stärke zu erleben. Wer das nötige Kleingeld und die ungebremste Begeisterung mitbringt, greift am besten direkt zum neuen Driving Force GT von Logitech, an dem während der Fahrt Bremsbalance, Traktionskontrolle und Stoßdämpfereinstellungen verändert werden können.