Gothic Remake vor Release: Aktueller Stand macht Hoffnung, aber es bleiben Fragen
Kolumne
Sechs Jahre nach dem holprigen Start hat das Gothic Remake ein Releasedatum. Welt, Fraktionen, Orks, Kampfsystem und Community-Feedback im großen Status-Check - mit vorsichtigem, persönlichem Fazit.
Werte Schatten, Templer, Gardisten, Banditen, Erzbarone und Söldner! Wir haben höchste Alarmbereitschaft! Das ist keine Übung! Das Gothic Remake hat endlich ein Release-Datum! Nach sechs Jahren Entwicklungszeit ist es endlich so weit.
In diesem Artikel
Release-Termin steht: Gothic Remake in der heißen Phase
Am 5. Juni 2026 geht es zurück in die Kolonie. Das ist noch mal eine kleine Verschiebung, nachdem es letztes Jahr eigentlich für Anfang 2026 angekündigt wurde. Aber offenbar brauchen sie noch ein kleines bisschen mehr Zeit.
Aber ich dachte mir, der Moment ist trotzdem genau richtig, um mal zu schauen: Was steckt denn jetzt alles hinter der Neuauflage? Was wissen wir, wo sind noch Fragezeichen? Oder kurz gesagt: Was ist der Status quo vom Gothic Remake (jetzt kaufen / 49,99 € ), wo der Release endlich greifbar ist? Als Gothic-Turbofan verfolge ich das Projekt natürlich schon, seit es damals gestartet ist. Ende 2019 hat THQ den ersten Teaser online gestellt und direkt eine saftige Watsche von den Fans bekommen.
Darüber brauchen wir nicht diskutieren: Das Ding war furchtbar und vor allem alles, aber kein Gothic. Aber genau diese Reaktion wollte das frisch gegründete Entwicklerstudio von Alkimia Interactive. Die wollten maximal weit weg vom Originalspiel, um maximal viel Input zu bekommen. Denn durch den Aufschrei haben dann auch richtig viele Leute bei der anschließenden Umfrage mitgemacht. Der erste Teaser von 2019 war also eher ein geplanter Aufreger für Gothic-Fans.
Das erkennt man auch daran, dass die Entwickler anschließend alles von diesem Teaser in die Tonne geschmissen und einfach noch mal komplett von vorn angefangen haben - diesmal aber eben sehr viel näher am Original. Das fängt schon mit der Spielwelt an. Im ersten Teaser durfte man ja bereits den Austauschplatz erkunden - nur hat man den nicht wiedererkannt. Er war viel größer und mit komischen Tempelanlagen ausgestattet.
Quelle: THQ Nordic
Ein ikonischer Moment: Der Levelschlauch am Anfang öffnet sich und gibt den Blick über das weitläufige Minental frei.
Im Original war das halt nur ein kleiner Tümpel mit Wasserfall dran, und dann ging's in einer schmalen Schlucht schon Richtung verlassene Mine und altes Lager. Und das hatte vor allem eine wichtige Wirkung! Du kommst aus diesem engen Schlauchlevel raus und plötzlich öffnet sich das Minental vor dir. Das gibt dir sofort ein Gefühl von Weite.
Die Kolonie wächst
Und das haben die Entwickler zum Glück erkannt. Die finale Version im Remake ist deutlich näher am Original dran. Der Wasserfall, der Teich, die Schlucht zum Tal hin: Das ist alles da und vor allem erkennbar. Aber es wurde an den richtigen Stellen nachvollziehbar erweitert.
Denn wo im Original nur ein paar abgeranzte Holzpalisaden und der Steg für die Waren aus der Außenwelt stehen, ist jetzt ein kleines Mini-Lager mit Platz für die Waren aus der Außenwelt - und auch eine kleine Hütte gibt's jetzt. Das sind behutsame und vor allem verständliche Erweiterungen. Es ergibt natürlich viel Sinn, dass einer der wichtigsten Außenposten etwas mehr abgesichert und ausgebaut ist.
Bildergalerie
Und mit diesem Ansatz sind die Entwickler auch an das restliche Minental rangegangen. Schaut man von oben auf die Kolonie, erkennt man die wichtigsten Locations sofort. Aber eben in etwas größer und erweitert. Im Interview hat mir der Director mal erzählt, dass die Welt so um die 20 Prozent größer ist als im Original. Ich finde das vom Gefühl her einen ganz guten Wert für Neues in einem Remake.
An manchen Stellen haben sie sich aber auch mehr ausgetobt. In einigen Trailern sah man zum Beispiel schon ein paar Fokusplätze - das sind Orte, die für die Hauptquest wichtig werden. Und die wurden teilweise schon sehr ordentlich überarbeitet und umgestaltet.
Das finde ich aber nicht grundsätzlich schlimm. Im Gegenteil: Die Entwickler haben eben ihre eigenen Ideen und die sollen sie ja auch einbringen - solange sie nicht übers Ziel hinausschießen. Xardas Turm ist genau so ein Fall. Der sieht von innen eigentlich sehr cool aus mit dem Kartentisch und allem. Aber von außen könnte man auch denken, das wäre Saurons Turm Barad-dûr mit Lava und scharfkantigen Ecken. Aber hey: Das ist natürlich auch Gewöhnungssache.
Und ich finde es ebenfalls spannend, die Kolonie mal neu zu erleben. Da gehört die Erkundung von neuen oder umgestalteten Orten dazu. Ich hoffe, dass das so ein bisschen das Gefühl vermittelt wie damals bei der Erweiterung von Gothic 2. In der Nacht des Raben besucht man größtenteils bekannte Gebiete. In denen gibt's aber neue Sachen, NPCs, Orte und mehr zu entdecken. Auf der nächsten Seite lest ihr mehr über Quests im Endgame, die Lore und die Vertonung.
