Eines der allerbesten PS2-Spiele schafft es doch noch nach Deutschland.
Trotz festgelegter Kameraperspektiven klappen auch heikle Balanceakte ohne Problem.
Vor über einem Jahr ist God of War in Nordamerika erschienen und wenige Monate danach auch in Europa - mit einer großen Ausnahme: Deutschland. Aufgrund der von der USK verweigerten Einstufung wollte Sony den Titel in Deutschland nicht veröffentlichen, weshalb wir seinerzeit auch auf einen Test in der PLAYZONE verzichtet haben.
Nach vielem Hin und Her und einer erneuten Prüfung durch die USK passierte dann so etwas wie ein Wunder: Das Spiel erhielt nun doch noch einen roten USK-Sticker mit der Aufschrift "Keine Jugendfreigabe" und kann ab dem 10. Mai auch bei uns überall käuflich erworben werden. Was für ein Glück, denn beinahe wäre dem deutschen Markt eines der besten PlayStation-2-Spiele durch die Lappen gegangen und da inzwischen sogar ein zweiter Teil exklusiv für die PS2 angekündigt ist, dürfen wir auch auf die Veröffentlichung des Nachfolgers in Deutschland hoffen.
An dieser Stelle wollen wir uns aber mit dem Erstlingswerk beschäftigen, das im Action-Genre völlig neue Maßstäbe setzt. Es ist schwer in Worte zu fassen, wodurch letztendlich diese Faszination erzeugt wird, die den Spieler an God of War fesselt, bis der letzte Gegner schließlich besiegt ist. Liegt es an der fantastischen Präsentation inklusive gelungener Zwischensequenzen, dem flüssigen Gameplay mit aufsehenerregenden Combos oder sorgt der ausgesprochen coole Anti-Held des Spiels für die weltweit ausgelösten Begeisterungsstürme? Die Antwort liegt in der perfekten Vermengung bekannter Spielelemente zu einem herausragenden Action-Spektakel, das Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen dürfen.
Besser als Kino
Solange die blaue Energieleiste gefüllt ist, dürfen Sie Magie-Attacken verwenden.
Zwar wirkt die Kurzbeschreibung "spielt sich wie ein interaktiver Film" völlig abgedroschen, doch im Fall von God of War ist sie absolut zutreffend. In der Rolle des furchtlosen Kratos werden Sie von einem Höhepunkt der griechischen Mythologie zum nächsten gejagt und es bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. Bildschirmfüllende Monster wie die Hydra oder der Kriegsgott Ares höchstpersönlich wollen mit einer bestimmten Taktik besiegt werden, während Zyklopen, Minotauren und Medusen schon beinahe als Kanonenfutter herhalten müssen.
Sie sehen Ihr virtuelles Alter Ego bei der perfekt inszenierten Action meist von hinten, während die Kamera völlig eigenständig das Geschehen ins rechte Licht rückt. Die Entwickler haben bewusst auf die Option einer verstellbaren Kamera verzichtet, um mit außergewöhnlichen Ansichten einen noch filmähnlicheren Eindruck zu erzeugen. Oftmals leidet die Spielbarkeit unter solchen Maßnahmen, glücklicherweise aber nicht im Fall von God of War.
Durch das ausgefeilte Leveldesign und die gut gewählten Perspektiven gibt es kaum Situationen, bei denen man sich bevormundet fühlt und lieber die Kamera selbst schwenken möchte. Darüber hinaus glänzt das Spiel mit genialen Quick-Time-Events: Beispielsweise taucht über geschwächten Monstern ein Kreis-Symbol auf.
