Goblin Commander

Test Christian Schönlein

Bei solch großen
Scharmützeln verliert man schon mal die Übersicht. Bei solch großen Scharmützeln verliert man schon mal die Übersicht. Echtzeit-Strategiespiele sind auf Konsolen eine echte Seltenheit. Noch seltener sind gut spielbare Vertreter des Genres. Entwickler taten sich bislang schwer, die Maus-und-Tastatur-Steuerung, die Hobby-Strategen vom PC gewöhnt sind, sinnvoll für PS2 & Co. umzusetzen. Chris und Ron Millar, zwei ehemalige Blizzard-Mitarbeiter, die unter anderem an Starcraft und Warcraft III gearbeitet haben, packen dieses Problem jetzt an der Wurzel: Mit Goblin Commander präsentieren die Brüder keine Konvertierung, sondern ein eigens für Konsolen entwickeltes Spiel. Ein neuer, actionorientierter Ansatz des Strategie-Spielprinzips und eine eigens für Joypads optimierte Steuerung sollen Echtzeitgefechte auch für Konsolenspieler salonfähig machen.

Strategie Licht
Wie der Name des Spiels verrät, kommandieren Sie einen Goblin-Clan. Dieser wird von anderen Clans verdächtigt, den Goblin-Meister Fraziel hinterrücks ermordet zu haben. Nun ist es an Ihnen, alle Clans unter Ihrer Fahne zu vereinen und herauszufinden, wer wirklich hinter dem Anschlag steckt. Um den Aufbau einer Basis müssen Sie sich dabei allerdings nicht kümmern. Gebäude stehen bereits zu Beginn einer Mission zur Verfügung und so kümmern Sie sich lediglich um eine möglichst schlagkräftige Armee. Um eine solche auf die Beine zu stellen, benötigen Sie Gold, das Sie für zerstörte Gebäude erhalten, sowie Seelen, die Sie aus einem so genannten Seelenbrunnen schöpfen. Dann geht es mit wenig strategischem Feingefühl, dafür umso actionreicher ins Gefecht. Meist reicht es aus, mit einer starken Armee in die Basis des Gegners zu marschieren und alles zu plätten, was nicht niet- und nagelfest ist. Hobby-Strategen fordert das natürlich wenig, Genre-Neulinge sowie Gelegenheitszocker kommen aber auf ihre Kosten. Zumal die Steuerung hervorragend gelungen ist. Bis zu drei Clans, bestehend aus je maximal zehn Einheiten, schicken Sie mit den Symboltasten durch die Spielwelt. Wahlweise können Sie aber auch die Steuerung einer einzelnen Einheit direkt übernehmen. Sie laufen dann in einer Third-Person-Perspektive durch die Gegend, der Rest des Clans folgt brav hinterher. Besonders cool ist das, wenn Sie die Steuerung über Titanen übernehmen. Das sind besonders mächtige Kreaturen, die in kürzester Zeit alles in Schutt und Asche legen. Um in der Hitze des Gefechts die Übersicht zu behalten, bewegen Sie mit dem rechten Analogstick die Kamera - allerdings nur, wenn Sie gerade direkt eine Einheit steuern. In der typischen Draufsicht, in der Sie den Clans indirekt Befehle erteilen, können Sie lediglich näher an das Geschehen heranzoomen. Drehen lässt sich die Kamera dann aber nicht. Trotzdem funktioniert diese Kamerasteuerung überraschend gut. Die Spielumgebungen sind intelligent aufgebaut und bieten immer die nötige Übersicht.

Verschenktes Potential
Weniger Mühe hat man sich bei der Gegner-KI gegeben. Oft steht ein feindlicher Trupp Goblins in der Gegend herum und rührt sich erst dann, wenn ihn der Spieler in einen Kampf verwickelt. Da die Gegner nur selten aggressiv vorgehen, wird Goblin Commander so häufig zum Kinderspiel. Fordernder sind da Gefechte gegen einen menschlichen Mitspieler im Splitscreen-Modus. Für einen Online-Modus hat es allerdings nicht mehr gereicht. Hier wurde leider zu viel Potenzial verschenkt. Hätte man das Spielkonzept nur etwas konsequenter entwickelt, hätte dieser Titel durchaus so etwas wie das Aushängeschild für
Konsolen-Strategiespiele werden können. Dank dem interessanten Spielkonzept und der mehr als gelungenen Steuerung ist Goblin Commander Genre-Neulingen aber dennoch wärmstens zu empfehlen.

Bildergalerie

Wertung zu Goblin Commander (PS2)

Wertung:

78 /10

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