Das Kampfsystem ist komplex, aber schnell erlernt.
Die spinnen, die Römer! Als ob Eroberungsfeldzüge und blutige Gladiatorenkämpfe nicht schon genug wären, wollen sie jetzt auch noch Dämonen auf die Welt loslassen. In der Rolle gleich zweier Hauptcharaktere müssen Sie nun versuchen, das drohende Unheil abzuwenden: entweder als wackerer Kämpfer Valens, Sohn eines großen Gladiators, oder als die hübsche Ursula, Tochter des Königs von Nordagh. Die recht schwache Story kann nicht so recht zum Kämpfen anspornen. Einzig und allein das Sammeln der Auszeichnungen, die Sie für gewonnene Turniere erhalten, treibt den Spieler immer wieder in die Arena. Dafür genießen Sie völlige Bewegungs- und Handlungsfreiheit. Auf einer Oberlandkarte reisen Sie durch die Ländereien und entscheiden dabei selbst, zu welchen Arenen Sie sich begeben und welche Kämpfe Sie dort bestreiten. Hier können Sie übrigens auch einen Zweispielermodus freispielen, bei dem Sie mit oder gegen einen Freund in die Arena ziehen. Im Team ist das nur wenig aufregend, doch gegeneinander kommen spannende Turniere zustande. Dieser Mehrspielermodus ist aber lediglich eine nette Dreingabe, das Hauptaugenmerk liegt auf dem umfangreichen Einzelspieler-Abenteuer.
Umfangreich
Mehr als 500 Kämpfe für beide Handlungsstränge gilt es hier zu bestreiten! Mit jedem Charakter werden Sie so rund 35 Stunden in die zahlreichen Kämpfe investieren müssen. Wem das zu viel ist, der darf wahlweise auch einige Kämpfe überspringen. Dann erhalten Sie aber weniger Erfahrungspunkte. Hier kommt der Rollenspielaspekt ins Spiel. Gladius ist nämlich mehr als nur ein Strategie-Titel und so gewinnen Ihre Recken in bestem RPG-Stil stets an Stärke. Mit Geld, das Sie für siegreiche Schlachten erhalten, kaufen Sie bessere Ausrüstung, während gesammelte Erfahrungspunkte in neue Fähigkeiten, Angriffe oder so genannte "Verbundenheiten" ("Affinities") investiert werden. Letztere sind so etwas wie Elementar-Kräfte, die den Waffen zugewiesen sind und besonderen Schaden bei den Gegnern anrichten. Damit solche Angriffe auch richtig sitzen, müssen Sie die so genannte Schwunganzeige beherrschen. Auf einer Energieleiste passen Sie per Angriffstaste eine Markierung ab und landen so tödliche Treffer. Wenn Sie zu früh oder zu spät drücken, wird der Schlag schwächer oder verfehlt gar sein Ziel. Wem das zu nervig ist, der darf diese Schwunganzeige auch der CPU überlassen und sich auf die Taktik in den verschiedenen Kampfarten konzentrieren. Neben simplen Gladiatoren-Kämpfen gibt es nämlich noch viele andere Modi wie "King of the Hill", einen "Capture the Flag"-Klon oder "Vandalismus", wo Sie möglichst viele Fässer zerstören müssen. Leider stellen sich Ihre Gegner dabei oft nicht besonders helle an und verfolgen selbst dann nicht nahe liegende Strategien, wenn ihnen diese einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnten.
Auf in den Kampf
Waffen sind in den zahlreichen Kämpfen nicht Ihre einzigen Verbündeten: In der Nähe von Arenen bieten mögliche Rekruten für Ihre Kämpferschulen ihre Dienste an. Ihre Schule ist sozusagen ein Register aller verfügbaren Recken. Vor einer Schlacht wählen Sie aus dieser Liste die Teilnehmer aus und positionieren sie auf einer Übersichtskarte. Vor dem Kampf ist nach dem Kampf - eine kluge Kämpferwahl und Startposition kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Die taktische Komponente von Gladius ist durch all diese Eigenschaften sehr hoch ausgefallen, wird Genre-Neulinge aber trotzdem nicht überfordern. Umfangreiche Tutorials erleichtern den Spieleinstieg und schnell finden Sie sich in einer fantastischen Welt wieder, die Sie so schnell nicht mehr loslassen wird. Übrigens soll die deutsche Fassung aufwendig lokalisiert werden. Die uns vorliegende Version war noch komplett in Englisch. Die englischen Sprecher leisten aber ganze Arbeit - hoffen wir, dass die deutsche Version ähnlich gut wird.
