Und wieder einmal sorgt Hudson für Angst und Schrecken auf der Xbox 360.
Münzen einsammeln ... wer kommt bloß auf solche verrückten Ideen?
Hey, endlich mal ein Partyspiel für die Xbox 360. Nachdem Hudson das unglaubliche Kunststück vollbracht hat, die Bomberman-Serie so richtig gepflegt in den Sand zu setzen, blüht da ja die Seele des Multiplayer-Fetischisten auf. Aber was ist das denn? Der Blick auf die Spielhülle sorgt schon wieder für eine böse Vorahnung - der Entwickler von Fuzion Frenzy 2 ist nämlich auch (bitte schreckliche Überraschungsmusik einspielen): Hudson.
Aber halt! Keine voreiligen Schlüsse, bitte. Schließlich war Hudson über Jahrzehnte ein Garant für coole Spielideen und hammerharte Actiongames. Vielleicht war Bomberman Act: Zero ja nur ein Ausrutscher.
Nehmen wir mal die Auflösung vorweg: Nein, das vergeigte Bomberman war kein Ausrutscher. Was Fuzion Frenzy 2 ganz besonders auszeichnet, ist die Einfallslosigkeit. Dies beginnt mit der Präsentation und findet schließlich seine Krönung in den Ideen für die über vierzig Minispielchen. Diese sind auf einem Niveau, dass man sich wünschte, jemand hätte den Entwicklern im Vorfeld vielleicht das Handbuch "So wird es ein schöner Kindergeburtstag" zugesteckt. Oder was halten Sie von Spielideen, in denen es darum geht, möglichst schnell zufällig eingeblendete Tastenkombinationen einzugeben? Dafür braucht man nicht extra ein Spiel.
In einem anderen Spielchen setzt man alle vier Spieler in eine kreisrunde Arena und lässt sie sich gegenseitig ohne Regeln mit den Fäusten malträtieren, bis einer übrig bleibt. Da macht heutzutage sogar Pong noch mehr Spaß. Oder ein anderes Beispiel: Sie lenken zu viert jeweils einen Mechroboter über ein Schachfeld und sammeln Münzen ein. Nichts weiter ... das war's. Oder ein weiteres Beispiel ... oder nein, lassen wir das lieber. Im Redaktionstest hatten wir hinterher jedenfalls mehr Spaß dabei, uns gegenseitig Häschen-Witze zu erzählen, als wenn wir noch eine weitere Runde "Drück auf Knöpfchen" gespielt hätten. Positiv ist jedoch die Grafik zu erwähnen: Sie ruckelt nicht und gibt sich auf höherem Xbox-Live-Arcade-Niveau. Im selben Atemzug muss jedoch auch angemerkt werden, dass sie nicht spektakulär ist und die Präsentation der Spielchen durch einen erbärmlichen Zukunfts-Showmaster stark an den Nerven zehrt.
Sollten Sie wirklich mal zu viert zu Hause hocken und etwas spielen wollen - dann meiden Sie bitte Fuzion Frenzy 2. Nehmen Sie sich ein paar Arcade-Spiele oder schnappen Sie sich das Handbuch "So wird es ein schöner Kindergeburtstag". Wenn Sie einen Bekannten bei Hudson haben, dann fragen Sie ihn doch mal danach. Die müssten noch ein Exemplar ungelesen bei sich rumliegen haben.
