Wir schreiben das Jahr 2161. Der Klimawandel hat den mittleren Westen der USA in eine Wüste verwandelt und das Land nicht nur geografisch entzweit. Während der Westen auf gesetzlich verbotene Genmanipulation setzt, um die menschliche Rasse an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen, weigert sich der Osten, Gott zu spielen, und verlässt sich auf kybernetische Technologien.
Quelle: LucasArts
Ohne eine gute Deckung, habt ihr kaum eine Chance in Fracture.
Als die Pazifische Allianz schließlich versucht, die Macht an sich zu reißen, bricht Krieg aus. Ihr steuert Brody, einen Soldaten der Atlantischen Allianz. Euer Ziel ist es, den Anführer der westlichen Armee dingfest zu machen. Dazu ballert ihr euch quer durch den Westen der USA, zeigt Unmengen an genetisch modifizierten Soldaten, wo der kybernetische Hammer hängt, und zerstört unter anderem die Golden Gate Bridge.
Zerstört wird in Fracture so einiges! Hier hat es die Golden Gate Bridge erwischt.
Terraforming
Das zentrale Gameplay-Feature von Fracture ist die Möglichkeit, jederzeit den Boden anzuheben oder abzusenken. Mit dem "Verformer" schießt ihr dazu einfach auf die gewünschte Stelle. So ist es möglich, Schutzwälle und Gräben zu erschaffen oder an vorher nicht zugängliche Orte zu gelangen. Dadurch kommt eine taktische Komponente ins Spiel, die in dieser Form neu ist. Es gibt zahlreiche Situationen, die den Einsatz des "Verformers" erfordern, da ihr ansonsten keine Chance gegen die zahlenmäßig oft weit überlegenen Angreifer hättet.
So nahe werdet (und solltet!) ihr euren Gegnern selten kommen.
Kybernetik rules!
Die Gegner sind meist in der Überzahl und lassen eure Schildenergie (unten Mitte) schnell schrumpfen.
Zusätzlich stehen euch natürlich, wie es in Shootern so üblich ist, diverse Waffen zur Verfügung. Vom Standardgewehr, das schnell, aber wenig durchschlagskräftig feuert bis hin zur Haftminen anbringenden "Schwarzen Witwe" und verschiedenen Granatenarten ist alles vertreten, was man in diesem Genre gewohnt ist. Auch bizarrere Argumentationsverstärker wie eine Magnetfelder aufbauende Kanone, die sowohl Gegner als auch Steinbrocken anzieht, kommen im Laufe des Spiels zum Einsatz. Außerdem werdet ihr in regelmäßigen Abschnitten mit Modifikationen für euren Kampfanzug versorgt, die euch z. B. erlauben, höher zu springen oder härter zuzuschlagen.
Hart, härter, Fracture!
Fracture ist ein grundsolider Shooter, der hohe Anforderungen stellt. Ohne sich die Umgebung zunutze zu machen, hat man nicht lange etwas zu lachen. Wer blind auf seine Gegner losstürmt, wird im Sekundentakt das Zeitliche segnen. Zwar werden euch hin und wieder ein paar CPU-gesteuerte Verbündete zur Seite gestellt, diese sterben aber wie die Fliegen. So seht ihr euch in schöner Regelmäßigkeit einer enormen Übermacht gegenüber, die nur durch geschickten Einsatz des "Verformers" zu bezwingen ist.
Vorher: Das offene Terrain macht euch zur leicht zu treffenden Zielscheibe.
Nachher: Mit Hilfe des „Verformers“ haben wir einen schmucken Schützengraben ausgehoben und sind bereit zum Kampf!
Nur indem ihr euch hinter selbst gebauten Erdwällen verschanzt, hin und wieder hervorkommt, um einige Feinde auszuschalten, und anschließend sofort wieder Deckung sucht, sind diese Schlachten zu meistern, da es zudem keine Medi-Paks gibt, sondern sich die Schildenergie eures Kampfanzugs selbstständig regeneriert.
Für Puristen
Stachelgranaten lassen Stalagmiten aus dem Boden schießen.
Ist man mit Fracture erst mal warm geworden, entfaltet der Titel sein ganzes Potenzial. Gerade die Kämpfe gegen Gegnerhorden, ab acht aufwärts, sind schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad eine echte Herausforderung. Die Optik ist ansprechend und bis auf gelegentliche Slowdowns gibt es wenig zu meckern. Trotz zahlreicher Rücksetzpunkte sind Frusterlebnisse dennoch ein fester Bestandteil des Spiels.
Einzelne Auseinandersetzungen können gut und gerne 30 Minuten dauern und müssen von vorne begonnen werden, wenn euch der Bildschirmtod ereilt. Auch nutzt sich das Spielprinzip nach einer Weile ab und besteht zu einem großen Teil aus einer schier endlosen Wiederholung von schießen und in Deckung gehen.
