Machen Sie Schumi unsterblich und gewinnen Sie doch noch die WM!
Diese Kameraeinstellung bietet einen guten Kompromiss zwischen Übersicht und Geschwindigkeitsgefühl.
BILD: PLAYZONE
Tränenreich war er, der Abschied von Michael Schumacher aus der Formel 1. Neun Jahre lang hatte sich der siebenmalige Weltmeister in die Geschichtsbücher der selbst ernannten Königsklasse des Rennsports gefahren. Es bleibt spannend, wie groß die Begeisterung der deutschen Fans in der kommenden Saison ausfallen und ob es jemals wieder einen so dominierenden deutschen Fahrer geben wird. Wer lieber in der Vergangenheit lebt und Schumis Weggang immer noch nicht verkraftet hat, für den dürfte kein Weg an Sonys Next-Gen-Interpretation des rasanten Sports vorbeiführen - denn Formula One Championship Edition hat nicht nur einen ungemein langen Namen, sondern basiert auch auf den Saisondaten 2005/2006!
Jede Menge Power
Monaco sieht ordentlich aus, die Randbebauungen strotzen aber nicht gerade vor Details.
BILD: PLAYZONE
Auch wenn die letzten Teile der Reihe nicht mehr die gleiche Begeisterung bei den Massen auslösen konnten wie noch vor ein paar Jahren, wurde die Spielqualität von Sonys Liverpool-Studio stets konsequent verbessert. Im letzten Jahr reichte es immerhin zum Hit und Fans der Vorlage wurden sehr gut unterhalten. Doch die Technik war an ihre Grenzen gestoßen und viel mehr war aus der PlayStation 2 nicht herauszuholen.
Da trifft es sich gut, dass die PlayStation 3 massig Reserven parat hat, um das ultimative Formel Eins-Spiel möglich zu machen - oder nicht? Formula One Championship Edition ist sehr gut, keine Frage - und die Leistungsfähigkeit der PS3 kommt dem Spiel tatsächlich zugute. Nie zuvor hat ein F1-Renner dermaßen gut ausgesehen. Besonders in den Wiederholungen staunt man ein ums andere Mal nicht schlecht ob der Detailverliebtheit, die die Designer den Rennwagen zukommen ließen.
Jeder Spoiler, jeder Diffusor und jede Lenkstange ist vorhanden und vom Original kaum zu unterscheiden. Demgegenüber fallen die Rennkurse leider etwas ab. Zwar kaschieren die Entwickler geschickt mit Verwischeffekten und wunderschöner Beleuchtung, doch richtig lebendig wollen die Kurse einfach nicht erscheinen. Alles wirkt ein wenig steril und einige Kurse sehen fast so aus, als hätte man die Streckendaten der PS2-Version genommen und etwas aufpoliert. Insgesamt kann sich die flüssige Optik aber dennoch sehen lassen, nicht zuletzt weil sich hier bis zu 22 Wagen auf der Strecke befinden, die über ein ansehnliches Schadensmodell verfügen.
Alles drin, Alles dran
Michael Jackson fährt auch mit und darf sich gleich eine neue Nase abholen.
BILD: PLAYZONE
Die Pflicht in Form aller Strecken, Fahrer und Daten erfüllen die Entwickler also sehr gut und wie schon im letzten Teil hat auch die Fahrphysik und Steuerung ihre Qualitäten. Das etwas hektische Lenkverhalten lässt sich nach wie vor am besten mit einem Lenkrad (das sündhaft teure G25 von Logitech wird ebenfalls unterstützt!) im Zaum halten, mit dem Analog-Stick des Gamepads wird's mitunter knifflig, die richtigen Lenkwinkel zu erwischen.
Wer mag, darf die neuen Trigger des Sixaxis-Pads fürs Beschleunigen und Bremsen verwenden, auch wenn der rechte Analog-Stick präzisere Kommandos ermöglicht. Realistisch, aber nicht unbedingt spielspaßfördernd ist die schicke Beleuchtung. Wer Testfahrten in der Abendsonne bestreitet, wird nicht selten dermaßen stark von der tief stehenden Sonne geblendet, dass die Kurveneinfahrt zum Glücksspiel mutiert.
Ste(r)ile Karriere
Ralf Schumacher hat ein Rad ab, schiebt die Schuld aber anschließend auf den anderen.
BILD: PLAYZONE
Darüber hinaus implementierten die Entwickler einen Karrieremodus, der auf dem Papier durchaus überzeugen kann, in der Praxis aber etwas dröge anmutet. Im stylishen Organizer lesen Sie E-Mails (auf Röhrenfernsehern in recht kleiner Schrift), heuern bei einem Team an, stellen sich Testfahrten, machen aber eigentlich nichts anderes als Rundenzeiten zu unterbieten. Es dauert eine ganze Weile, bis dieser Spielmodus in Fahrt kommt, und der ganz große Wurf ist den Entwicklern damit dennoch nicht gelungen, doch das sollte beinharte Formel-Eins-Fans ohnehin nicht kümmern. Die bekommen alle Strecken, alle Fahrer und alle Rennen der letzten Saison geboten und können dank zahlreicher Fahrhilfen und Optionen selbst mit zwei linken Händen dafür sorgen, dass Schumi doch noch Weltmeister wird. Leider war der Mehrspielermodus zum Testzeitpunkt noch nicht spielbar.
