Five Nights at Freddy's: Security Breach im Test - Grusel-Spaß oder Bug-Horror?

Test Nicolai Brülke Philipp Sattler
Five Nights at Freddy's: Security Breach im Test - Grusel-Spaß oder Bug-Horror?
Quelle: Steel Wool Studios

Die Horrorspiel-Reihe Five Nights at Freddy's ist sehr beliebt. Mit dem neuesten Teil Security Breach wagen sich die Entwickler an ein für die Serie ganz neues Genre. Wie gut das funktioniert, erfahrt ihr im Test.

Die Five-Nights-at-Freddy's-Reihe gilt für viele als das Survival-Horror-Spiel überhaupt und versammelt viele Fans. Der erste Ableger erschien 2014 und erhielt fast nur positive Kritiken. Die nachfolgenden Titel wurden dann aber nicht ganz so gut bewertet. Dennoch bildete sich mit der Zeit eine große Fanbase.

Ausschlaggebend für die Reihe sind die spannenden Storys und die vielen Jump-Scares, welche in Horrorspielen und -Filmen ein Garant für Gruselfeeling sind. Das Gameplay der ersten Teile war allerdings recht simpel gestrickt. Der Spieler befindet sich in einem abgeriegelten Büroraum. Die Türen sind verschlossen und das Geschehen in den anderen Räumen kann nur über die Kameras darin verfolgt werden.

In diesem Büro musste man nun 5 Nächte überleben, die in realer Zeit jeweils nur etwas mehr als acht Minuten dauern. Dabei musste man sich vor den Tier-Robotern in Acht nehmen, Animatronics genannt. Wenn sie in es schafften, in den Raum zu gelangen, hieß es Game Over und man startete von vorne. Dieses System wurde nun mit dem neuen Titel etwas abgeändert.

Nachdem die ersten Teile hauptsächlich Point-and-Click-Adventure waren, wagen sich die Entwickler von Steel Wool Studios für den siebten Akt an ein First-Person-Adventure in der 3D-Perspektive. Dieses setzt hauptsächlich auf Stealth und Erkundung. Wie gut das System für die Reihe funktioniert und wie die Story der vorangegangenen Titel weitergesponnen wird, verraten wir euch in unserem Test.

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Eingesperrt im Pizza-Paradies

Was sich für viele wie ein wahr gewordener Traum anhört, ist für den kleinen Gregory ein großer Alptraum. Er hat sich unbemerkt in Freddy Fazbear's Mega Pizzaplex geschlichen, es aber nicht rechtzeitig wieder hinausgeschafft. Nun muss er bis zum nächsten Morgen ausharren, da das Sicherheitssystem erst nach sechs Stunden wieder die Türen öffnet. Dabei wird er von den Animatronics heimgesucht, die ihr Sicherheitsprotokoll etwas zu ernst nehmen und jeden Eindringling töten, der ihnen in die Finger gerät.

Mit der Fazwatch kann Gregory auf alle möglichen Daten zugreifen. Quelle: PC Games Mit der Fazwatch kann Gregory auf alle möglichen Daten zugreifen. Auf der Flucht wird Gregory aber vom Namensgeber des Spiels höchstpersönlich unterstützt: Freddy Fazbear. Dieser ist die einzige Figur im gesamten Spiel, die Gregory freundlich gesinnt ist und gibt ihm sogar eine multifunktionale Uhr, die Features wie eine Karte und Kamerasteuerung erlaubt. Das ist eine Premiere für die Reihe und eine schöne Abwechslung, da Freddy sonst immer als einer der Hauptgegner fungierte.

Seine Hilfe ist aber auch nötig, denn in der nächtlichen Umgebung geht vieles nicht ganz mit rechten Dingen zu. Neben den Animatronics wollen auch eine mysteriöse Nachtwächterin und ein verrückter Hase Gregory ans Leder. Um seinen Verfolgern zu entkommen, muss er also geschickt und vorsichtig sein. Nebenbei muss er in dem riesigen Einkaufzentrum diverse Gegenstände finden, um alle Bereiche betreten zu können und sich Vorteile gegenüber den Robotern zu verschaffen. Somit erreicht er mit der Zeit die hintersten Winkel des Gebäudes und deckt mit Freddys Hilfe die dunklen Geheimnisse auf, die dort verborgen liegen. Dabei soll der Spieler alles hautnah miterleben können.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Teilweise kann das Spiel vom Horror-Feeling überzeugen. Quelle: PC Games Teilweise kann das Spiel vom Horror-Feeling überzeugen. Durch das neue Gameplay-Konzept unterscheidet sich Five Nights at Freddy's: Security Beach deutlich von seinen Vorgängern. Statt nur noch in einem Raum gefangen zu sein, steht einem das komplette Einkaufszentrum zur Erkundung zur Verfügung. Dabei kommt man Schritt für Schritt immer weiter voran. Die First-Person-Perspektive zieht einen dabei sehr in das Geschehen, was für Horror-Spiele natürlich essenziell ist.

Neben dem normalen Laufen kann Gregory auch schleichen, was ihm hilft, durch enge Gänge und Lüftungsschächte zu klettern und sich vor Gegnern zu verstecken. Außerdem kann er eine gewisse Zeit sprinten, allerdings ist seine Ausdauer begrenzt und weglaufen daher nicht endlos möglich.

Im großen Kaufhaus geht vieles nicht mit rechten Dingen zu. Quelle: PC Games Im großen Kaufhaus geht vieles nicht mit rechten Dingen zu. Mit der Zeit findet er darüber hinaus verschiedene Hilfsmittel wie eine Taschenlampe, eine Laserkanone und eine Kamera. Mit diesen kann er sich besser orientieren und sich gegen die Animatronics wehren. In ganz brenzligen Situationen kann man auch Freddy zu sich rufen, sich in seinem Bauch verstecken und mit ihm weiterspielen. Da der Gute aber meistens keinen Strom mehr hat oder die Gebiete, die Gregory aufsuchen muss, nicht betreten kann, kommt dieses Feature nur selten zum Einsatz.

Die beste Strategie ist in den meisten Fällen, einfach von Versteck zu Versteck zu schleichen und jegliche Konfrontation mit den Gegnern zu vermeiden. Denn sobald diese einen entdecken, bringt auch wegrennen nichts mehr. Mit seinen kurzen Beinen hat Gregory keine Chance gegen die mechanischen Verfolger.

Das verrückte Labyrinth

Genauso wenig hilfreich ist die Karte, die man bekommt. Das einzige relevante, das auf ihr markiert ist, ist Gregorys Standort. Weder die einzelnen Bereiche des Pizzaplex, noch das nächste Ziel sind markiert. Man muss sich also jeden Ort, an dem man schon war, merken und neue Orte sehr lange suchen. Die einzigen Hinweise, die man bekommt, erhalten wir von Freddy in Sprechform. Wenn man diese Hinweise aber verpasst oder nicht genau mitbekommt, hilft oft nur zielloses Suchen. Nicht selten haben wir uns gefragt: Wo zur Hölle muss ich eigentlich hin?

Die Kameras sind Gregorys wichtigste Helfer. Quelle: PC Games Die Kameras sind Gregorys wichtigste Helfer. Dazu kommt, dass viele Bereiche des Spiels einfach schlecht designt sind und dadurch schnell frustrieren. Ein Beispiel hierfür wäre der Ort, wo man die Laserkanone erhält. Dort gibt es die Möglichkeit, diese wieder zurückzugeben, nachdem man sie seinem Inventar hinzugefügt hat. Wenn man das allerdings tut, kann man sie nur wiederkriegen, indem man den Spielstand neu lädt. Da stellt sich die Frage, warum es die Funktion, sie zurückzugeben, überhaupt gibt.

Generell kommt im Laufe des Spiels sehr oft Frust auf, da manche Situationen einfach nicht genau ersichtlich sind. Dann ist es meistens einfach Glückssache, ob man jetzt den richtigen Weg wählt oder eben nicht. Im schlimmsten Fall geht man wieder drauf und startet vom letzten Speicherpunkt, der auch schon mal 30 Minuten zurückliegen kann. Außerdem ist der technische Stand des Spiels ebenfalls ein Faktor, der sehr zum Frust beiträgt.

Five(hundred) Bugs at Freddy's

Dieser ist nämlich so schlecht, dass man froh sein kann, wenn man in einem Bereich mal keinem Bug begegnet. Diese sind selten vorteilhaft, meistens eher nachteilig und verhindern teilweise sogar das Weiterspielen. Obwohl seit Release bereits über ein Monat vergangen ist, scheint sich daran bis jetzt auch noch nicht so viel geändert zu haben.
Dass Roboter sich nicht ordnungsgemäß verhalten, ist kein Einzelfall. Quelle: PC Games Dass Roboter sich nicht ordnungsgemäß verhalten, ist kein Einzelfall. Gegner reagieren nicht mehr, wie sie sollten, man kann Wege gehen, die vom Spiel eigentlich nicht vorgesehen sind und einmal sind wir sogar in der Wand steckengeblieben und mussten das Spiel neu starten.

Die Animatronics scheinen darüber hinaus etwas zu viel Portal gespielt zu haben. Anders kann man es zumindest nicht erklären, dass sie eben noch durch ein Gitter plus Glasscheibe getrennt vor uns stehen und uns im nächsten Moment schon von hinten anfallen. Selbst wenn die Bugs mal nicht gegen den Spieler arbeiten, sind sie trotzdem blöd. Wenn sie nämlich zum Vorteil dienen, vereinfachen sie das Spiel unnötig und rauben ihm auch ein bisschen seine Essenz.

Zwar ist das Ganze nicht so schlimm wie bei beispielweise Cyberpunk 2077, aber dennoch sollte ein Spiel in diesem technischen Zustand nie veröffentlicht werden.

Doch eher Bug-Horror als Grusel-Spektakel

All das sorgt dafür, dass das passiert, was bei einem Spiel wie FNaF fatal ist: Man hat keine Angst mehr. Wenn ein Gegner in einer Lücke feststeckt und man in aller Ruhe die Umgebung erkunden kann, verliert ein Horror-Spiel seinen kompletten Reiz. Dazu kommt, dass die meisten Jumpscares sehr vorhersehbar sind und man fast immer nur vor den gleichen Robotern wegläuft.

Wenn die Gegner nur verbuggt herumstehen, geht der Spielspaß schnell den Bach runter. Quelle: PC Games Wenn die Gegner nur verbuggt herumstehen, geht der Spielspaß schnell den Bach runter. Nur wenige Momente sind wirklich gruselig und meistens werden diese von Frust überschattet, wenn man sie immer und immer wieder spielen muss. Die unfairen und schlecht designten Missionen überwiegen die innovativen und spaßigen, was den Spielspaß auch nicht gerade fördert.

Die Story ist maximal für Fans und Kenner der Reihe ansprechend. Das Finale ist sehr schwach und die verschiedenen Endings, die man erreichen kann, erfordern fast alle Vorwissen zum Franchise, um sie zu verstehen. Das Spiel ist also zudem nicht wirklich etwas für Neueinsteiger.

Wenn es die Entwickler irgendwann schaffen, sämtliche Bugs zu patchen, dann kann Five Nights at Freddy's: Security Breach zumindest in seiner Grundessenz besser überzeugen. Durch die ganzen Designprobleme und Gameplay-Macken wird der Titel aber auch dadurch nicht gravierend an Qualität gewinnen. Es ist freilich etwas Gutes, wenn Entwickler neue Dinge ausprobieren. Dabei sollte aber jede Entscheidung genau geplant werden. Der Druck der Fans, endlich ein neues Spiel zu bekommen, hat in diesem Fall wohl auch nicht geholfen.

Meinung

Wertung zu Five Nights at Freddy's: Security Breach (PC)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Five Nights at Freddy's: Security Breach (PS4)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Five Nights at Freddy's: Security Breach (PS5)

Wertung:

5.0 /10
Pro & Contra
Spaßiges Stealth-GameplayFreddy als HelferManche Charaktere sind echt coolAbwechslungsreiches Weltendesign …
… das manchmal aber schlecht umgesetzt istZu wenig HilfestellungFrustrierende MissionenFür ein Horror-Spiel nicht gruselig genugViel zu viele Bugs
Fazit

Wenig spaßiger Bug-Horror mit verspieltem Potenzial

Wie diverse Steam-Bewertungen zeigen, können eingefleischte Fans der Reihe trotzdem viel Spaß damit haben. Wer mit den Vorgängern aber keine Berührungspunkte hat, sollte mindestens abwarten, bis alle Bugs gefixt sind, bevor er sich an dieses Survival-Horror-Abenteuer wagt.
Five Nights at Freddy's: Security Breach ist seit dem 17. Dezember 2021 für PC, PS4 und PS5 erhältlich.

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