Mit einem Grafikfilter können Sie das Bild schärfer stellen. Besonders an der Schrift ist der Unterschied gut erkennbar. Dafür flimmert das Bild dann mehr.
Und obwohl es das erste Mal eine frei drehbare Kamera gibt und somit die gesamte Spielwelt in Echtzeit berechnet werden muss, ist sie wunderschön und detailliert. Da können selbst die Umgebungen aus dem zehnten Teil nicht mithalten. Für den Soundtrack hat man wieder Stammkomponist Nobuo Uematsu an Bord geholt, der seiner Musik mit orchestralen Gesängen und anderen liebevollen Details den letzten Feinschliff verlieh.
Das dreckige Dutzend
So weit erfüllt Final Fantasy XII also alle Erwartungen. Aber das neue Gameplay übertrifft sie! Wie bereits in unseren Previews beschrieben, gehören Zufallskämpfe der Vergangenheit an. Monster sind stets auf der Landkarte zu sehen und die Farbe ihres Energiebalkens verrät, ob sie die Gruppe von selbst angreifen oder eher neutral gesinnt sind. Steht eine Auseinandersetzung ins Haus, kommt das neue Kampfsystem zum Zuge, das dem des Online-Ablegers Final Fantasy XI ähnelt.
Ihre Charaktere greifen den Gegner dabei so lange an, bis dieser besiegt ist oder bis sie aktiv ins Geschehen eingreifen und gesonderte Befehle erteilen. Damit Sie dazu nicht permanent zwischen den Charakteren hin- und herspringen müssen, hat sich Square Enix das Gambit-System einfallen lassen. Damit schreiben Sie der KI der Mitstreiter von vornherein detaillierte Kampfhandlungen vor. Ebenfalls neu ist das Lizenzsystem. Zwar gleicht es dem Sphärobrett aus Final Fantasy X, ist aber viel komplexer und erlaubt ein gezielteres Leveln der Heldengruppe.
Freizeit
Dank all dieser neuen Kniffe können Hardcore-Spieler, die ihre gesamte Heldengruppe gerne bis zum Maximum aufleveln, wieder über 100 Stunden mit dem Spiel verbringen. Zwar ist es möglich, den Abspann nach gut 50 Stunden zu sehen, doch dann entgehen Ihnen nicht nur die besten Fähigkeiten der Charaktere, sondern auch wieder etliche Nebenaufgaben.
Diese sind zwar nicht mehr so zahlreich wie in Final Fantasy X-2, dafür haben die Entwickler das vorhandene Angebot sehr herausfordernd gestaltet. In Kneipen können Sie sich beispielsweise zu so genannten Mob Hunts bereit erklären. Bei diesen müssen Sie bestimmte Monster ausfindig machen und töten. Zu Beginn des Spiels ist dies sehr einfach, doch besonders die letzten Mobs übertreffen in ihrer Stärke sogar den finalen Endboss!
Zudem können Sie sich bei einer Gilde anmelden. Für jeden erfolgreich absolvierten Mob Hunt kassiert diese dann Gildenpunkte und steigt im Rang. Davon profitieren Sie wiederum, indem Sie nicht nur von der Gilde eine zusätzliche Belohnung erhalten, sondern in den Gildenshops neue Items freischalten, die es sonst nirgends im Spiel zu finden gibt. Darüber hinaus gibt es insgesamt 13 beschwörbare Dämonenwesen, von denen Sie aber gerade mal fünf erhalten, wenn Sie lediglich dem Hauptplot folgen.
Einfach nur "wow"
Mit Final Fantasy X-2 trauten sich die Entwickler bereits, außergewöhnliche Änderungen in die Serie einzuführen, eckten aber wegen des arg knuffigen Settings bei vielen Fans an. Mit Final Fantasy XII findet Square Enix endlich die Balance. Das Gameplay wurde konsequent weiterentwickelt, die von den Fans liebgewonnen Stärken wie Story und Setting wurden hingegen "nur" ausgebaut, ohne dabei unnötige Experimente einzugehen.
Damit bedeutet Final Fantasy XII nicht nur ein Riesenschritt nach vorne für die Serie selbst, sondern für das gesamte Genre japanischer Rollenspiele. Es scheint fast so, als wollten die Entwickler zum nahenden Ende der PS2 nochmal alles aus der Kiste rausholen, was in ihr steckt und eines der schönsten Rollenspiele aller Zeiten entwickeln. Gratulation, Square Enix, das ist euch gelungen!
Bleibt nur zu hoffen, dass der Titel eine ähnlich gute PAL-Anpassung wie Dragon Quest spendiert bekommt. Zu diesem Thema rückte Square Enix aber noch keine Informationen heraus. Genauso wenig wie einen festen Release-Termin für Europa.
