Ferrari F355 Challenge

Test

Hier bekommen Sie auch Punkte fürs Überholen. Hier bekommen Sie auch Punkte fürs Überholen. Zwei Jahre ist es her, dass Sega mit seiner realistischen "Fahrsimulation" in der Spielhalle und auf dem Dreamcast für Furore gesorgt hat. Warum die Umsetzung auf die PlayStation 2 eine halbe Ewigkeit in Anspruch genommen hat, bleibt wohl für immer ein Geheimnis der Verantwortlichen. Am eigentlichen Spiel kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn das ähnelt seinem "Vorgänger" wie ein Ei dem anderen - mit einigen kleinen Ausnahmen.
ANSPRUCHSVOLL HOCH 10
Damals wie auch heute nahm das Spiel für sich in Anspruch, die ultimative Fahrsimulation zu sein. Dies ist den Entwicklern auch gelungen, denn trotz seiner Spielhallen-Herkunft ist F355 sozusagen das pure Gegenteil eines Arcade-Racers. Das Fahrverhalten des Autos ist derart realistisch, dass ohne Übung und genaue Streckenkenntnis erst mal gar nichts funktioniert. Ihr Fahrzeug verzeiht Ihnen dabei keine Fahrfehler, egal ob es sich um zu spätes Bremsen, zu frühes Beschleunigen oder zu starkes Lenken in den Kurven handelt. Da kommt es nur gelegen, dass auch Fahrhilfen aktiviert werden können, die dem Spieler zumindest einen Teil der Arbeit abnehmen und gerade Anfängern tatkräftig unter die Arme greifen. Im krassen Gegensatz zum sonstigen Simulationsanspruch steht, dass das Spiel kein Schadensmodell besitzt und selbst die größten Unfälle keine Auswirkung auf Ihren Wagen haben. Zudem ist die Kollisionsabfrage alles andere als perfekt gelungen. Kommen Sie mit anderen Autos oder der Bande in Berührung, verhält sich Ihr eigener Wagen wenig nachvollziehbar und erinnert an alles andere als an einen realistischen Racer.
AM UMFANG HAPERT ES
Als größter Kritikpunkt des Spiels muss der geradezu lächerlich erscheinende Umfang gewertet werden. 11 verschiedene Strecken und gerade mal ein einziges Auto sind beim besten Willen nicht mehr zeitgemäß. Auch der neu hinzugefügte Spielmodus "Profiherausforderung" kann dieses Manko nicht beheben.
Grafisch kann das Spiel nahezu als 1:1-Umsetzung der Dreamcast-Version aus dem Jahr 2000 bezeichnet werden. Ob man sich darüber jetzt freuen soll oder nicht, ist eine andere Sache. Noch immer sehen die Fahrzeuge - leider ist es eben achtmal dasselbe Automodell - sehr gut aus und sind selbst für PS2-Verhältnisse eine Augenweide. Positiv sollte auch noch die konstante Framerate von 50 fps erwähnt werden, die selbst bei massig Verkehr auf der Strecke nur selten in die Knie geht. Die Streckengrafik kann da leider nicht mithalten und verbreitet weitgehend Tristesse. Anders sieht die Sache bei der Akustik aus. Selten zuvor haben die Motorgeräusche eines Rennwagens in einem Videospiel so überzeugt wie bei Ferrari F355. Der Motor brüllt und grölt, dass es eine wahre Freude ist und man sich durchaus vorstellen kann, dass sich ein F355 wirklich so anhört. Die Hintergrundmusik im 80er-Jahre-Rockstil wirkt dagegen fehl am Platz und kann zum Glück deaktiviert werden.

Bildergalerie

Wertung zu Ferrari F355 Challenge (PS2)

Wertung:

75 /10

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