Fae Farm gespielt: Wie Animal Crossing, nur ganz anders

Special Lukas Schmid
Fae Farm gespielt: Wie Animal Crossing, nur ganz anders
Quelle: Phoenix Labs

In unserer Vorschau zum Nintendo-Switch-exklusiven Farming-Abenteuer Fae Farm verraten wir euch, ob Animal Crossing die neue Konkurrenz fürchten muss.

Besucht man den eShop der Nintendo Switch, sieht es ungefähr so aus: Bei einem Drittel der angebotenen Spiele handelt es sich um Zelda-Klone, beim zweiten Drittel um katastrophal schlechte Asset Flips, der Rest sind Farming-Simulationen. Gut, das war jetzt natürlich übertrieben, in Wahrheit sind es viel mehr Farming-Sims. Und ja, das war jetzt schon wieder übertrieben, aber wir haben unseren Punkt wohl angebracht: Es gibt sehr viele Bauernhof-Spiele auf der Nintendo Switch. Da hervorzustechen und sich einen Namen zu machen, ist nicht leicht. Zumal es da ja noch dieses eine, kleine Spiel namens Animal Crossing: New Horizons gibt, das jetzt zwar nicht direkt eine Farming-Sim ist, mit flotten Verkaufszahlen weit, weit jenseits der 40-Millionen-Marke aber die unhinterfragte Königin der Comfy-Sims; also jener Titel, die auf wenig Stress und einfach eine gute, entspannte Zeit ausgelegt sind.

Oh, it's a Fae Farm

Eine wahre Mammutaufgabe also für Fae Farm (jetzt kaufen 69,99 € ), da aus der Masse hervorzustechen. Eine Sache, die für das Abenteuer spricht: Es erscheint konsolenexklusiv für die Nintendo Switch und Nintendo ist nach Aussage unseres Pressekontaktes, mit dem wir während des Anspielens plauderten, recht stark in den Publishing-Prozess involviert.

Eine via Steam vertriebene PC-Version wird es zum Release am 8. September auch geben, der Fokus liegt aber recht klar auf der Nintendo-Fassung, die bei der Entwicklung auch im Mittelpunkt stand und auf der die PC-Umsetzung basiert.

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I got the Bauer

Jetzt aber zum Spiel, und wir beantworten gleich mal die Frage, ob es sich denn dramatisch von den zahlreichen anderen Bauernhof-Spielen der letzten Jahre unterscheidet: nö. Was einem hier geboten wird, wirkt alles recht klassisch und orientiert sich daran, was dereinst das Harvest-Moon-Spin-off (heutzutage bekannt als Story of Seasons) Rune Factory etablierte.

Bedeutet: Ihr kümmert euch nicht nur um Kuh, Kind und Karotten, sondern bekommt auch ein rudimentäres Kampfsystem spendiert, dank dem ihr euch in Gebieten abseits eurer Farm und der angrenzenden Stadt gegen Feinde wehren und wertvolle Ressourcen abstauben könnt. Darüber gestäubt gibt's noch wie üblich eine kleine Portion Rollenspielelemente und fertig ist das bekannte Gericht.

Aber: So, wie es hier angerichtet wird, schmeckt es schon ziemlich gut. Fae Farm scheint bezüglich der zahlreichen Spielelemente wenig Kompromisse einzugehen und anstatt einen klaren Fokus zu suchen, jeden Bereich gleich interessant gestalten zu wollen.

Gefütterte Hühner in Fae Farm Quelle: Phoenix Labs Also ja, ihr legt Felder an, pflanzt Samen, gießt sie und freut euch dann über eure Ernte; ihr pflegt euer Getier und werdet mit Eiern, Milch und Co. belohnt.

Der Bauer baut

Genauso umfangreich erschien uns beim Anspielen aber das Craftingsystem, im Rahmen dessen wir an allerlei verschiedenen Maschinen Zaubertränke, nützliche Gegenstände und andere Helferlein herstellen.

Auch unser Haus kann erweitert und freilich frei eingerichtet werden, zusätzlich lässt sich auch im Dorf selbst bis zu einem gewissen Grad der innere Außenarchitekt aktivieren. Schön auch, dass man nicht auf eine Gemeinde beschränkt sein wird; im Laufe der Handlung gelangt man in verschiedene Städtchen, in denen man sich seine virtuelle Existenz aufbauen kann.

Geht es dann in die Dungeons, erwartet uns immer eine Vielzahl an Ebenen und je tiefer man sich hineinwagt, desto wertvoller sind die Ressourcen, mit denen man belohnt wird. Ein typisches Risk-Reward-System also, das dem ersten Eindruck nach aber gut umgesetzt wirkt.

Magic is in the air

Um all das bekannte Gedöns herum wurde ein Magiesystem gestrickt. Unsere im umfangreichen Figureneditor selbsterstellte Heldin verfügt über einen Zauberstab, dank dem sie nach und nach verschiedene magische Sprüche auszuführen kann. Die helfen dann bei Kämpfen, aber auch allerlei Alltagsaufgaben, indem zum Beispiel ein Feld auf einen Schlag bewässert werden kann.

Ein bestelltes Feld in Fae Farm Quelle: Phoenix Labs Auch abseits der Magie ist die Spielfigur versatiler als die Bauernopfer aus anderen Farming-Games. Sie kann springen (später dank Zauberei auch mittels Doppelsprung), unsichtbare Wände gibt es kaum, die Spielwelt Arzoria wirkt nicht so beschränkt wie in anderen Titeln des Genres, sondern ist eher so aufgebaut wie jene eines Action-Adventures.

Vulkanerde ist ein guter Dünger

Passend dazu erwarten euch neben Wald, Wiese und Meer auch ungewöhnlichere Areale wie Eislandschaften und sogar ein Vulkan. Also, ungewöhnlich nach Bauernhofspiel-Standard. Ganz gewöhnlich für das Genre dürft ihr euch auf jeden Fall auf schnell dahin sausende Tage und verschiedene Jahreszeiten nebst wechselndem Wetter und saisonalen Events freuen.

Ein paar sinnvolle Quality-of-Life-Features haben es ebenfalls ins Spiel geschafft. So funktioniert der Einsatz der Farming-Tools kontextsensitiv, heißt, dass man etwa, wenn man vom Holzfällen zum Bewässern eines Feldes via Gießkanne wechselt, nicht erst umständlich im Menü die Ausrüstung wechseln muss. Eine kleine, aber feine Sache, die viel unnützes Ins-Menü-Starren erspart.

Auch sonst wirkt das Gegenstände-Management durchdacht, ob sich das sehr spielerfreundliche Design durch das ganze Spiel zieht, muss sich aber natürlich erst noch beweisen.

Oh, und wer will, muss übrigens kein einsames Farmer-Dasein fristen: Bis zu drei weitere Spieler können gemeinsam mit euch den Bauernhof pflegen und Abenteuer erleben. Dabei steigen die zusätzlichen Feldbesteller in den Spielfortschritt des primären Bauern ein. Das funktioniert dankenswerterweise sowohl lokal als auch online, ausprobieren konnten wir den kooperativen Multiplayer aber noch nicht.

Kennt man, mag man

Wir könnten jetzt natürlich noch die zahlreichen verschiedenen Spielelemente auflisten, die Fae Farm zu bieten hat, das wäre aber etwas fruchtlos. Ja, es bietet eine Handvoll spannende eigene Ideen, am Ende des Tages ist es aber eben doch eine klassische Farming-Sim.

Bildergalerie

Aber eben eine gut gemachte, bei der man durchaus merkt, warum offenbar auch Nintendo Potenzial darin sieht. Worin wir uns definitiv nicht verliebt haben, ist der doch arg belanglose Stil, den man so oder so ähnlich schon zigmal gesehen hat und der einen gewissen Mobile-Game-Vibe versprüht.

Wer darüber hinwegsehen und sowieso nie genug von Spitzhacke, Rechen, Sense und Melkmaschine bekommen kann, der sollte Fae Farm definitiv im Auge behalten.

Fazit

Sicher keine Revolution, aber ein vielversprechendes Bauernhof-Abenteuer mit einigen netten Ideen

Fae Farm erscheint am 8. September 2023 konsolenexklusiv für die Nintendo Switch. Neben der Nintendo-Fassung wird es auch eine Version für den PC geben, die allem Anschein nach exklusiv über Steam vertrieben wird. Wenn ihr vom Leben auf dem Bauernhof gar nicht genug bekommen könnt, guckt euch gerne unser Special zu Farming-Sims an.

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