Fable: The Journey im Hands-On-Test - Ein unfreiwilliger Held - Infos zum Kinect-Support

Special Sandro Odak
Fable: The Journey im Hands-On-Test: Wie schlägt sich das neue Fable-Abenteuer?
Quelle: Microsoft

Wir waren in München zu Besuch, um uns Fable: The Journey in einem Hands-On-Test genauer anzuschauen. Das neue Albion-Abenteuer erscheint exklusiv für Xbox 360 und verspricht tolle Features für die Bewegungssteuerung Kinect. Wie sich Fable: The Journey schließlich spielt, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Unfreiwilliger Held

Ein Faulpelz soll der neue Held Albions sein? Wohl kaum. Und trotzdem straucheln wir irgendwie in diese Rolle herein, als wir der Seherin Theresa helfen. Sie taucht plötzlich am Wegesrand in einem Wald auf und braucht Hilfe - und wer wären wir, wenn wir ihr die nicht gewähren würden? Wir setzen sie in den Karren und ... reiten erneut zehn Minuten lang vor einem bösen Schatten davon, der die Welt hinter uns in Beschlag nimmt. Von ihr werden wir in die Magie-Schiene geschubst: Ein magischer Tümpel, bewacht von den drei Helden Albions (es sind doch nicht etwa die Protagonisten der vergangenen Spiele?), stattet uns mit Zauberkraft aus, um Albion gegen die neue Bedrohung zu beschützen - ob wir wollen oder nicht!

So geht es dann auch zum zweiten Teil des Tutorials über. Wir lernen, wie man Stoß- und Blitzzauber verwendet, einen Schild nutzt und Geschossen ausweicht. All das funktioniert auch durch Gestensteuerung, der Stoßzauber etwa, indem man die linke Hand über seine Schulter hebt und sie dann in Richtung des Feindes auf dem Bildschirm ausstreckt. Einmal richtig kalibriert, soll ein Zauber dann auch wirklich das angepeilte Ziel treffen. Den Angriffszauber führen wir auf dieselbe Art mit dem rechten Arm aus.

Technisch funktioniert die Erkennung auch gar nicht mal schlecht. Während dem Tutorial wird automatisch eine Kalibrierung vorgenommen. Zauber treffen dann meist die Gegner, die wir anpeilen. Nur beim Schild gibt es immer wieder Probleme. Das setzt man ein, indem man den linken Arm schützend vor die Brust hält. Die Geste kann aber nicht sofort ausgeführt werden, wenn man eben noch einen Stoßzauber mit dem linken Arm vollführt hat - der schnelle Positionswechsel verwirrt den Kinectsensor noch. Aber nur weil es technisch funktioniert, überzeugt es inhaltlich noch lange nicht. Selten haben wir uns in einem Actionspiel mehr gelangweilt. Wir vermöbeln Hobbes und Riesenspinnen mit unserer Magie, strecken dafür mal den linken, mal den rechten Arm in Richtung Bildschirm aus, und denken uns die ganze Zeit "Was ist nur aus dieser wirklich tollen Spielserie geworden?" Die Handlung auf dem Schirm ist belanglos, die Bewegungen repetitiv und nach knapp einer Stunde werfen wir entnervt das Handtuch: Das Gameplay ist auf einfachste Grundmechaniken zusammengeschrumpft, RPG-Elemente machen wir gar nicht mehr aus und auch die Story zieht uns noch nicht so sehr in den Bann.

Warum Kinect?

Dabei wäre Fable: The Journey als klassisches Action-RPG in der Third-Person-Sicht mit einem Gamepad vielleicht gar nicht mal so schlecht geworden. Stattdessen nutzt Lionhead diese aufgesetzte Kinect-Steuerung, mit der man endlich auch Core-Gamer mit einer epischen Geschichte erreichen will. Wir sagen eines voraus: Ein Coregamer wird sich nicht lange mit diesem, auf drei Bewegungsabläufe minimalisierten, Gameplay auseinandersetzen. Und für die Casual-Truppe ist die Einstiegshürde vielleicht schon zu groß. Bei Fable: The Journey schreit einfach alles nach "Hallo, wir sind Microsoft. Hier ist ein Koffer Geld, macht uns ein Spiel für Kinect."

Bildergalerie

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