Wer im Oktober vor vier Jahren eine Xbox 1 besaß und auf westliche Rollenspiele stand, für den führte kein Weg an Fable vorbei. Fast auf den Tag genau vier Jahre später ist nun der Nachfolger Fable II erhältlich, der auch von Star-Entwickler Peter Molyneux und seinem Team erschaffen wurde.
Gut oder Böse
Den ersten Teil zeichnete aus, dass ihr ihn sowohl als guter als auch als böser Hauptdarsteller durchspielen konntet und der Großteil eurer Taten einen Einfluss auf den Spielverlauf hatte. Diesem Konzept blieben die Macher treu, zudem dürft ihr euch zu Spielbeginn entscheiden, ob ihr lieber in die Rolle eines Jungen oder Mädchens schlüpft. Das Szenario ist mit der Fantasy-Welt Albion dasselbe geblieben, mittlerweile hat dort jedoch der technische Fortschritt Einzug gehalten. Zu Beginn der Handlung erwartet euch ein Tutorial, in dem ihr euren Helden gemeinsam mit seiner großen Schwester durch die Altstadt von Bowerstone steuert. Am Ende des Tutorials überlebt ihr nur knapp und macht euch viele Jahre später auf, den Tod eurer Schwester durch den zwielichtigen Lord Lucien zu rächen. Dazu müsst ihr Quest für Quest lösen. Wie im Vorgänger werdet ihr regelmäßig vor die Wahl gestellt, ob ihr gut oder böse handeln wollt. Gute Taten verbessern euer Ansehen beim Volk, mit bösen Taten kommt ihr häufig schneller ans Ziel, allerdings schlagt ihr damit einen anderen Weg ein.
Auf den Hund gekommen
Während eures Abenteuers seid ihr nicht alleine. Schon im Tutorial gesellt sich ein Hund an eure Seite. Dieser erweist sich in erster Linie dann als nützlich, wenn ihr durch unerforschte Areale streift. Wittert euer Hasso nämlich einen vergrabenen Schatz, macht er euch durch Bellen darauf aufmerksam und führt euch an die richtige Stelle. Dort könnt ihr dann anfangen zu graben.
Ein Rollenspiel wäre kein Rollenspiel, wenn ihr die Werte eures Charakters nicht hochleveln könntet. Dies funktioniert auch in Fable II, indem ihr in Kämpfen Erfahrungspunkte sammelt. Diese verteilt ihr anschließend auf insgesamt 16 Fertigkeiten der Kategorien Stärke, Können und Willenskraft. Die Kämpfe selbst laufen extrem simpel ab. Mit der X-Taste zückt ihr euer Schwert und haut drauf. Ihr könnt auch blocken oder kräftigere Schläge aufladen. Daneben dürft ihr mit Schusswaffen wie Armbrüsten oder Gewehren auf eure Gegner feuern. Mit zunehmender Spieldauer lernt ihr sogar, präziser zu zielen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Umgang mit euren magischen Fähigkeiten ausgefallen. Tippt ihr kurz auf die B-Taste, wendet ihr die Magie sofort auf alle Gegner in eurem Umkreis an. Soll die komplette Kraft einen einzigen Gegner treffen, müsst ihr die B-Taste gedrückt halten und den Feind markieren. Dies funktioniert allerdings sehr unpräzise, wenn sich mehrere Rivalen auf einmal auf dem Schlachtfeld vor eurer Nase tummeln.
Eine Frage der Technik
Etwas Fahrt verliert Fable II immer wieder durch sehr häufige Ladepausen. Zudem spendierten die Entwickler dem Spiel ein mangelhaftes Kartensystem. Um euch zu orientieren, müsst ihr jedes Mal erst pausieren und in einem sehr kleinen Kartenausschnitt herumscrollen. Noch dazu ist die Navigation durch die Menüstruktur sehr langatmig und ladeintensiv ausgefallen.
Technisch vorzüglich gelöst ist dafür die grafische Umsetzung. Euch erwartet eine liebevoll entworfene Welt mit vielen farbenfrohen Details und tollen Licht-, Schatten- und Partikeleffekten. Besonders gelungen sehen die Partikeleffekte im verschneiten Bowerstone zu Beginn des Spiels aus.
Fable II wurde obendrein vollständig synchronisiert und die deutschen Sprecher haben ihre Arbeit toll gemacht. Die Hintergrundmusik variiert je nach Spielsituation in ihrem Tempo und passt jederzeit optimal zum Geschehen.
