FIFA 19 im Test: Die Königsklasse des Fußballs? - Update: Jetzt auch mit Switch-Wertung

Test David Benke
FIFA 19 im Test: Die Königsklasse des Fußballs? - Update: Jetzt auch mit Switch-Wertung
Quelle: PC Games

"Die Meister, die Besten, les grandes équipes, the champions" - so schallt es uns nun auch in FIFA 19 aus den Lautsprechern entgegen. Der neueste Ableger von EAs Fußballsimulation trumpft in diesem Jahr groß mit den Champions-League-Rechten auf. Ob der Titel aber auch in den anderen Bereichen auf Weltklasse-Niveau spielt, lest ihr im FIFA 19-Test.

Aktuelle Änderungen hervorheben

FIFA 18 kann man wohl guten Gewissens als kontrovers beschreiben. Mit großen Ambitionen und sehr ansehnlichen Verkaufszahlen gestartet, zog der Titel im Laufe des letzten Jahres stetig den Unmut der Spieler auf sich. Größter Kritikpunkt: Das Gameplay wollte so gar nicht mit dem übereinstimmen, was in der Demo gezeigt wurde. Die Unzufriedenheit der Fans gipfelte in der #FixFifa-Initiative - 40.000 Unterstützer unterschrieben eine entsprechende Internetpetition. Namhafte eSportler verließen bei großen Live-Events demonstrativ die Bühne. Manche schworen der Szene sogar gänzlich ab. Mit FIFA 19 (jetzt kaufen ) hat EA Sports in diesem Jahr also etwas gut zu machen.

Unser Update mit der Wertung für die Switch-Version findet ihr unter Punkt 5:



In der Demo machte FIFA 19 bereits einen guten Eindruck. Das Gameplay schien insgesamt etwas entschleunigt. Akteure mit einem hohen Geschwindigkeitswert liefen den Gegenspielern nicht mehr einfach davon. Ganze Abwehrreihen ließen sich nicht mehr durchdribbeln als seien es bloß Übungsstangen. Auch sonst fühlten sich die Kicker auf dem Rasen insgesamt etwas schwerfälliger an. Flinke Drehungen oder Ballverarbeitungen gingen nicht mehr so einfach von der Hand. Die richtige Positionierung spielte im Spielaufbau eine ebenso wichtige Rolle wie die nötige Präzision. Insgesamt unterschied sich der Titel spürbar vom Spielgefühl des Vorjahres und ließ Fans auf ein neues, verändertes FIFA hoffen.

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FIFA 19 im Test: Nicht ganz so gut wie die Demo

Leider haben es nicht alle Gameplayänderungen aus der Testversion ins fertige Spiel geschafft. FIFA 19 spielt sich seinem Vorgänger doch recht ähnlich. Insgesamt ist der Fußball hier schneller und auch irgendwie ein wenig "arcadiger" als bei Konkurrent Pro Evolution Soccer 2019. Josef Martinez vom FC Atlanta dribbelt in den Strafraum. Quelle: PC Games Die Spieler bewegen sich ein wenig schneller als noch in der Demo - dank neue Animationen aber auch sehr geschmeidig. Dennoch haben die Entwickler einige Neuerungen mit eingebracht, an die ihr euch zu Spielbeginn erst einmal gewöhnen müsst. Das Dribbling fühlt sich im Vergleich zum Vorgänger etwa noch einmal etwas flüssiger und intuitiver an. Das liegt unter anderem am neuen "Active Touch System", das euch eine bessere Ballkontrolle ermöglicht. Das ist besonders bei der Ballannahme zu spüren - hier haben eure Spieler nun noch mehr Möglichkeiten, die Kugel zu stoppen und zu verarbeiten. Die Kicker nehmen situationsabhängig auch Hacke oder Brust zu Hilfe, was etwa Tricks wie verdeckte Ballannahmen oder Flickup-Volleys ermöglicht. Dank neuer Animationen sieht das Ganze auch noch ausgezeichnet aus und sorgt für zusätzlichen Spielfluss.

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Edinson Cavani und Kylian Mbappe von PSG im Zusammenspiel. Quelle: PC Games Das Passspiel in FIFA 19 wurde noch einmal verfeinert. Auch Passen und Schießen sind noch einmal anspruchsvoller geworden. Bei Zuspielen müsst ihr nun nicht nur darauf achten, Richtung und Kraft richtig zu dosieren, in FIFA 19 spielt auch eure Position zum Ball eine tragende Rolle. War es im Vorgänger noch möglich, aus dem Stand lockere No-Look-180-Grad-Pässe zu spielen, gehen solche Versuche jetzt öfters in die Hose. Ihr müsst also den Ball in Ruhe annehmen, zielen und euch passend ausrichten, um präzise Zuspiele zu meistern.

FIFA 19 im Test: Mehr Timing bei Schüssen und Zweikämpfen

Beim Torschuss führt FIFA 19 das Abschlusstiming ein. Damit werden wuchtigere, gezieltere Schüsse abgefeuert. Um das Timing zu benutzen, müsst ihr den Schuss-Button zweimal drücken. So aktiviert ihr eine zweite Schussleiste, die ein wenig an die Elfmeter-Anzeige aus FIFA 15 erinnert. Ihr habt also einen Cursor, der sich von einem roten in einen kleinen grünen Bereich bewegt. Erwischt Beim Abschlusstiming gilt es, im richtigen Moment die Schusstaste zu drücken. Quelle: PC Games Das Abschlusstiming-Feature sorgt für sehenswerte Treffer - hier und da aber auch für etwas Unordnung. ihr diesen genau richtig verleiht ihr dem Ball noch einmal zusätzliche Power. Dumm nur, dass besagte Leiste nicht immer auf dem Bildschirm angezeigt wird. Um sie sehen zu können, müsst ihr im Menü das Trainingsoverlay aktivieren und noch dazu die Abschlusstiming-Anzeige einblenden. Ganz schön umständlich. Außerdem aktiviert man die neue Schussfunktion mit derselben Tastenkombination, auf der in den vergangenen Spielen der flache Schuss lag. So kommt es zu Beginn durchaus einmal vor, dass man versehentlich das neue Feature aktiviert, das Timing versaut und statt einem Flachschuss aufs Tor einen verhunzten Kullerball neben den Pfosten setzt.

Zu guter Letzt hat auch das Zweikampfverhalten ein Update spendiert bekommen. In FIFA 19 ist es anspruchsvoller, den Ball zu behaupten oder Zwei Spieler von Valencia CF und Atletico Madrid im Zweikampf. Quelle: PC Games Der Kampf um den Ball wird in FIFA 19 nun noch intensiver geführt. vom Gegner zurückzuerobern. Das Abschirmen mit der L2-Taste wurde ein wenig entschärft. Zudem führen die Entwickler von EA die 50/50-Battles ein: Dadurch nehmen Benutzerreaktionen und Spielerattribute mehr Einfluss darauf, wer einen Kampf um den freien Ball für sich entscheiden kann. Somit haben großgewachsene Akteure wie Gerard Piqué auch im Spiel ihre natürlichen Vorteile gegenüber kleineren Gegenspielern. Hinzu kommen eine überarbeitete KI, die verteidigen aber auch angreifen (gerade über die Flanken) vereinfacht. Außerdem wurde der Abstoß leicht abgeändert. Die Spielzeituhr zeigt nun auch die Nachspielzeit an und das Radar bildet die Mannschaften als Kreise oder Dreiecke ab, was die Übersicht erleichtert.

FIFA 19 im Test: Neues bei Anstoß, FUT und The Journey

Auch bei den verschiedenen Spielmodi hat sich einiges getan. Der überarbeitete Anstoß bietet nun etwa einige zusätzliche Spielvarianten - etwa Das Menü des "Hausregeln"-Spielmodus bietet einige Auswahlmöglichkeiten. Quelle: PC Games Im Hausregeln-Modus könnt ihr einige neue Spielvarianten ausprobieren - etwa ein Match ohne Regeln. Survival-Matches, Partien ohne Regeln oder Begegnungen, in denen nur Volleys zählen. Die verschiedenen Variationen sind alle gelungen und sorgen, besonders im zusammen mit Freunden, für ein spaßiges Erlebnis und eine gelungene Abwechslung. Im Ultimate Team-Modus wurden die altgedienten Online-Saisons durch die neuen "Division Rivals" ersetzt. Hier tretet ihr in wöchentlichen Wettkämpfen gegen Spieler eines ähnlichen Skill-Levels an und kämpft um attraktive Boni. Zudem führt EA neue FUT-Sets ein, bei denen ihr aus fünf vorgegebenen Spielern wählen könnt. ICONS wie Klose und Ballack betreten erstmals die große FIFA-Bühne und die Weekend League wurde für alle Plattformen auf 30 Partien begrenzt.

Alex, Kim und Danny - die Protagonisten aus The Journey - sitzen gemeinsam auf einer Couch. Quelle: PC Games Im letzten Kapitel von The Journey habt ihr mit Alex, Kim und Danny gleich drei Hauptcharaktere zur Auswahl. Darüber hinaus darf sich der Journey-Modus über neue Inhalte freuen. Hier wird die Geschichte rund um Shooting-Star Alex Hunter zu einem Ende gebracht. Allerdings steht im dritten Teil der Story nicht mehr nur der junge Engländer im Mittelpunkt, in FIFA 19 bekommt ihr drei spielbare Charaktere mit ihren ganz eigenen Geschichten präsentiert. Neben Alex und seinem Kumpel Daniel Williams schlüpft ihr auch in die Rolle von Alex' Halbschwester Kim. Mit dem Trio kämpf ihr um Erfolge in der Champions League beziehungsweise der Frauen-Weltmeisterschaft. Das Spiel gibt euch dabei keine strikte Reihenfolge vor. Stattdessen zeigt FIFA 19 immer wieder einen empfohlenen Handlungsstrang an, bei dem es etwas Neues zu sehen oder spielen gibt.

Und davon gibt es einiges: Insgesamt könnt weit ihr über 20 Stunden in The Journey investieren. Es gibt vier Kapitel, die dieses Mal glücklicherweise viel sportlichen Bezug haben. Mit Alex wählt ihr etwa einen Mentor, der ihm bei der fußballerischen Weiterentwicklung hilft. Wenn ihr das Zusammenspiel mit ihm perfektioniert, winken euch zusätzliche Skill-Boni. Zudem habt ihr die Möglichkeit, Spiele ausschließlich mit Alex und den Spielern seiner Mentorengruppe zu spielen. Aber auch die Geschichte kommt nicht zu kurz. Hier und da werdet ihr immer wieder vor wichtige Entscheidungen gestellt oder ihr müsst in Interviews euren Charakter beweisen. Insgesamt ist das Finale des FIFA-Storymodus ansprechend präsentiert, streckenweise aber ein wenig zu langatmig. An manchen Stellen hatten wir zudem das Gefühl, dass unsere Entscheidung keine Konsequenzen nach sich ziehen. Teils wurde auch künstlich Drama erzeugt - etwa, wenn plötzlich Rivalen oder Familienangehörige wie aus dem nichts auftauchen und für Konflikte sorgen.

FIFA 19 im Test: Karrieremodus inklusive Champions League

Die Zeit, die EA in The Journey investiert hat, hat der Entwickler wohl leider beim Karrieremodus eingespart. Hier hat sich nämlich wenig bis gar nichts getan. Die Das Menü aus dem Karrieremodus von FIFA 19. Quelle: PC Games Die größte Neuerung im FIFA 19-Karrieremodus stellt die Champions League dar, die auch die Benutzeroberfläche beeinflusst. Entwickler gaben in einem Interview mit gamespot sogar zu, der Modus sei quasi unverändert. Laut Sam Rivera, Lead Gameplay Producer von FIFA 19, sei die größte Veränderung hauptsächlich die Implementierung der Champions League. Die sieht zugegebenermaßen auch sehr hübsch aus, bietet aber spielerisch kaum einen Mehrwert. Ähnlich verhält es sich beim neuen Ultimativ-Schwierigkeitsgrad, der bisher exklusiv im FIFA Ultimate Team-Modus verfügbar war. Einzig nennenswertes Feature sind wohl die neuen dynamischen Taktiken. Mit diesen könnt ihr vor Spielbeginn mehrere taktische Herangehensweisen festlegen und dann während des Matches aktivieren. So könnt ihr eure Formation und Spieleranweisungen an jede Situation anpassen.

Ansonsten kann man FIFA 19 aber nicht viele Vorwürfe machen. Die Menüs sind - gerade im Vergleich zu Konkurrent Pro Evolution Soccer 2019 - schön designt, simpel und übersichtlich. Der Soundtrack bietet wie jedes Jahr reichlich Abwechslung. Zudem erwartet euch in EAs neuester Fußballsimulation das volle Lizenz-Paket. Neben den offensichtlichen Ergänzungen von Champions und Europa League gibt es auch einige kleine Änderungen: Die Chinese Super Leauge mit ihren brasilianischen Superstarts Hulk, Oscar oder Paulinho wurde ins Spiel aufgenommen. Die italenische Spitzenklasse heißt nun endlich wieder Serie A statt Calcio A. Ärgerlich finden wir nur, dass die Bundesliga ein wenig vernachlässigt wurde. Abgesehen von RB Leipzig kann sich kein Bundesligist über eine große Anzahl neuer Spielergesichter freuen.

FIFA 19 im Test: Update zur Nintendo Switch-Version

Wie bereits im letzten Jahr kommt der neue FIFA-Ableger auch für die Switch. Auf Nintendos Heimkonsole müssen Spieler allerdings ein paar Auch auf der Nintendo Switch macht FIFA 19 mit der Champions League eine gute Figur. Quelle: PC Games Auch auf der Nintendo Switch macht FIFA 19 mit der Champions League eine gute Figur. Abstriche hinnehmen. Die abgespeckte Version von EAs Fußballsimulation kann in einigen Punkten nicht mit den "großen" Versionen für PC, PS4 und Xbox mithalten. Das beginnt bereits beim Umfang: Auf der Switch müsst ihr etwa erneut auf den Story-Modus The Journey verzichten. Der war mit der eigens für die Handheld-Konsole genutzten Engine einfach nicht umsetzbar. Nintendo-Spieler bleiben also leider im Unklaren darüber, wie das Abenteuer rund um Alex Hunter zu Ende geht. Zudem fehlen einige wesentliche Inhalte, mit denen FIFA 19 dieses Jahr groß beworben wurde. Der Karrieremodus verfügt etwa über keinen Ultimativ- Schwierigkeitsgrad und auch auf interaktive Transferverhandlungen müsst ihr noch immer verzichten. Insgesamt wirkt das Karriere-Menü des Switch-Ablegers etwas altbacken und erinnert eher an das Design aus FIFA 15. Entsprechend haben es im Bereich Team Management auch nicht die neuen Dynamic Tactics ins Spiel geschafft.

In Sachen Gameplay rangiert die Switch-Version ebenfalls in einer anderen Liga. Der Handheld-Kick spielt sich zwar flüssig, ist in Sachen Realismus aber nicht vergleichbar mit den PC- oder Konsolen-Ablegern vergleichbar. FIFA 19 fühlt sich hier wesentlich arcadiger an. Dribbeln, Der Detailgrad der Switch-Fassung ist allerdings nicht mit dem der 'großen' Versionen vergleichbar. Quelle: PC Games Der Detailgrad der Switch-Fassung ist allerdings nicht mit dem der "großen" Versionen vergleichbar. Passen und Schießen sind nicht so authentisch wie beim "großen Bruder". Daran ändert auch die Einführung des Timed Finishing nicht viel. Besonders, da das Feature kaum merkliche Auswirkungen auf den Spielfluss hat. Ebenso verhält es sich übrigens auch mit den authentischen Spielstilen, die auf der Nintendo-Website angepriesen werden. Mit diesen soll sich die Spieler-KI an Taktiken der realen Fußballelite orientieren und das Geschehen auf dem Rasen noch besser aussehen. Das funktioniert aber nur mäßig. Apropos aussehen: Optisch ist der Titel das bisher schönste FIFA für die Switch. Das liegt auch an der neuen Champions League, deren Präsentation mit Bannern, Logos und Hymne auch auf der Nintendo-Konsole richtig gut gelungen ist. Technisch hat die Version im Vergleich zur Konkurrenz jedoch etwas das Nachsehen. Es fehlt oft an Details, besonders im TV-Modus lässt FIFA 19 die nötige Schärfe vermissen. Dafür läuft das Spiel aber stets flüssig.

Insgesamt ist FIFA 19 für die Switch ein solides Spiel. Wer auch auf seiner Nintendo-Konsole mal den Ball über den virtuellen Rasen jagen möchte, bekommt hier eine gute Alternative geboten, die mit einem ordentlichen Spielumfang, vielen Lizenzen und einer realistische Spielpräsentation punkten kann. Wer Fußball in seiner schönsten Form erleben möchte, greift dann aber doch lieber zu der PC-, PS4- oder Xbox-Version.

FIFA 19 im Test: Fazit

Meinung

Wertung zu FIFA 19 (PS4)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu FIFA 19 (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu FIFA 19 (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Champions League und Europa League spielbarOptisch ansprechende PräsentationSpektakuläre Torraumszenen dank AbschlusstimingNeue Anstoß-ModiNeue Animationen sogen für noch flüssigeres SpielgefühlNoch mehr taktische AnpassungsmöglichkeitenGuter Abschluss der "The Journey"-Story ...
... die hier und da aber etwas langatmig ausfälltKarriere- und Pro Club-Modus vernachlässigtkaum neue Stadien und Gesichter für die Bundesliga
Fazit

FIFA 19 spielt sich zwar leicht anders als in der Demo, macht dank vieler neuer Inhalte aber dennoch einen guten Eindruck.

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