FIFA 16 im Test: Die Titelverteidigung ist in greifbarer Nähe, doch unerwartet grätscht der längst abgeschriebene Underdog aus Fernost mit plötzlich verbessertem Gameplay dazwischen. So oder so ähnlich muss sich FIFA in diesem Jahr fühlen. Warum FIFA 16 trotzdem ein richtig starkes Fußballspiel ist, lest ihr in unserem Test. Update: PC-Wertung
Test zu FIFA 16: Ohne Frage, FIFA 15 war trotz zahlreicher kleiner Fehler (teilweise auch durch verschlimmbessernde Patches) ein sehr gutes Spiel. Mit kleinen wohltuenden Anpassungen ans Gameplay sollte es dieses Jahr also ein Leichtes sein, den Fußballthron zu verteidigen. Oder eben auch nicht. FIFA 16 zeigt sich zwar wirklich stark verbessert, doch am grandios auftrumpfenden PES 2016 kommt es diesmal nicht vorbei.
Wie sich die Fußballsimulation von Konami spielt, lest ihr in unserem Test zu PES 2016. Wer die beiden Kicker vor dem Kauf Probe spielen will, hat anhand der Demos die Möglichkeit dazu. Die Testversionen stehen für PC, PS4, Xbox One, Xbox 360 und PlayStation 3 als Download bereit. FIFA 16 erscheint am 24. September. Konamis PES 2016 ist seit dem 17. September im Handel erhältlich.
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FIFA 16 im Test: Zwei Schritte vor, einer zurück
Quelle: Computec Media GmbH
Den Zweikämpfen fehlt zuweilen etwas der spürbare Zugriff.
Da die Offensive im letzten Ableger klar übermächtig war und schnelle Spieler die überforderte Abwehr reihenweise ausdribbelten, war es ein nötiger Schritt die Defensive zu verbessern. Dies ist FIFA 16 auch wirklich gut gelungen. Die Abwehrrecken agieren bei Weitem nicht mehr so kopflos, verschieben gut und machen die Räume dicht. Jetzt muss man geduldig die Räume suchen und blitzschnell zuschlagen, um zum Erfolg zu kommen. Das liegt auch daran, dass das Dribbling sehr entschärft wurde. Wer einfach drauflossprintet, hat bald keine Puste mehr oder rennt sich in der Abwehrreihe fest. Selbst die KI setzt in höheren Schwierigkeitsgraden nicht mehr nur auf Schnelligkeit, sondern versucht euch mit gutem Passspiel auseinander zu nehmen. Ein echter Fortschritt!
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Allerdings ist auch hier nicht alles rosig. Aufgrund der verbesserten Defensive hätten nämlich auch die offensiven Laufwege ein wenig angepasst werden müssen. Oft genug kam es vor, dass wir eine Lücke in der Abwehrreihe aufrissen, unser Mitspieler jedoch nur halbherzig mitlief statt in den freien Raum zu stoßen. Das ist besonders ärgerlich, wenn man dem die tolle KI von PES 2016 gegenüberstellt. Ebenfalls etwas durchwachsen fanden wir das Zweikampfverhalten.
Quelle: Computec Media GmbH
Auch die KI foult jetzt öfter.
Die Zweikämpfe wurden ordentlich entschlackt, um die teils kuriosen Verrenkungen aus dem Vorgängerspiel zu verhindern. Blöd nur, dass man so nicht mehr ein richtiges Gespür für den Körpereinsatz hat. Oft kann man nicht einschätzen, ob man nun den Gegner abdrängt oder sich an ihm vorbeidrückt. Hier braucht man etwas Zeit, um sich einzuspielen. Das ist besonders Schade, da die Gegner nun öfters die Zweikämpfe suchen und auch vor Fouls nicht zurückschrecken, was viel authentischer wirkt als noch im letzten Jahr.
Die Verteidigung im Raum oder ohnehin das Spiel ohne Ball funktioniert jedoch sehr gut und verdient genauso ein Lob, wie die viel gescholtenen Torhüter. Patzer sind eine Seltenheit, meistens präsentieren sie sich sogar mit tollen Paraden und halten euch so den Kasten sauber.
FIFA 16 im Test-Video
FIFA 16 im Test: Der Rest vom Fußball-Fest
Quelle: Computec Media GmbH
TV-Atmosphäre pur: Selbst die Torlinientechnik wird in FIFA 16 verwendet.
Obwohl sich technisch nicht besonders viel getan hat, ist die Präsentation jedoch wieder einmal überragend und fängt das Flair einer Fernsehübertragung fast perfekt ein. Zudem ist nun die TV-Präsentation der Bundesliga lizenziert und sorgt zusammen mit den ordentlichen Kommentatoren für ein Atmosphäre-Plus. Schade nur, dass nicht alle deutschen Stadien enthalten sind. Ansonsten dürft ihr euch aber natürlich wieder mit so ziemlich jeder halbwegs relevanten Mannschaft aus allen halbwegs relevanten Ligen ins Gefecht stürzen. Hier bleibt FIFA der König.
Die angekündigte Verbesserung des Karrieremodus ist allerdings eher nett als bahnbrechend. Ihr dürft nun Vorbereitungsturniere bestreiten, um euch etwas zum Transferbudget dazu zu verdienen. Außerdem dürft ihr nun Spieler individuell trainieren und so ihre Werte verbessern. Dies geschieht in den bekannten Mini-Spielen aus den Ladepausen oder ihr simuliert einfach. So lohnt es sich auch wirklich mal junge Talente zu verpflichten und zu fördern. Ansonsten bleibt alles (auch in anderen Modi) wie gehabt. Auch die erstmals spielbaren Damenmannschaften bringen nicht so viel frischen Wind, wie von vielen gedacht. Sie spielen sich etwas weniger robust, aber genauso gut wie die Männer.
FIFA 16 im Test für PC - [COLOR=textColor3]Update
Quelle: Computec Media GmbH
FIFA 16 PC ist identisch mit den Versionen für Xbox One und PlayStation 4.
FIFA 16 ist ab sofort für PC erhältlich. Spieler haben die Wahl zwischen einer Disk- und Downloadversion; ein Account bei Origin ist Pflicht. Anders als im Vorgänger gibt es bei FIFA 16 auf PC keinerlei Startschwierigkeiten: Die Fußballsimulation läuft reibungslos. Bei unserem Test auf einem High-End-Rechner mit Windows 10 traten weder Abstürze noch nervige Bugs auf. Um FIFA 16 entsprechend an die jeweilige Systemleistung anzupassen, lassen sich über einen Launcher verschiedene Grafikeinstellungen vornehmen. Viele Optionen stehen allerdings nicht zur Auswahl: Die Einstellungen sind auf Auflösung, Rendering-Qualität (niedrig oder hoch), MSAA-Optionen (Aus, 2x, 4x) und Bildrate beschränkt. Letztere lässt sich wahlweise auf 30 oder 60 FPS feststellen. Wer auf einem leistungsstarken PC spielt, schaltet die FPS-Limitierung auf Wunsch ab.
Schade: Eine Option, um FIFA 16 in einem rahmenlosen Fenster auszuführen, gibt es im Launcher nicht - ein Nachteil bei Setups mit mehreren Bildschirmen. Stattdessen kann nur zwischen Vollbild und Fenstermodus gewählt werden. Ebenfalls unschön: Wird im Vollbild die Tastenkombination Alt + Tabulator gedrückt, lässt sich FIFA 16 zwar minimieren. Beim erneuten Aufrufen setzt das Programm allerdings im Fenstermodus fort. Ein Klick auf die Maximieren-Schaltfläche im Fenster bewirkt nichts, auch kein erneutes Drücken von Alt + Tab. Erst mit Alt + Enter kehrt die Fußballsimulation wieder ins Vollbild zurück.
Quelle: Computec Media GmbH
Ronaldo netzt in FIFA 16 PC genauso schön ein wie auf PS4 und Xbox One.
Im Launcher weist Electronic Arts auf Mikroruckler hin, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei einigen Spielern auftreten können. Um das zu verhindern, lässt sich bei Bedarf das Windows Aero Theme abschalten. Bei unserem Test machte es allerdings keinen Unterschied, ob wir diese Option aktivierten oder deaktivierten - FIFA 16 funktionierte stets tadellos. Etwaige Ruckler stellten wir keine fest. Technisch liegt die PC-Version auf einer Höhe mit FIFA 16 auf PS4 und Xbox One. Lediglich unter Verwendung einer Lupe lassen sich minimale grafische Unterschiede erkennen, etwa beim Detailgrad der Zuschauer.
Beim Gameplay gibt es keine Unterschiede: FIFA 16 spielt sich auf dem PC genauso wie auf den aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft. Dass eventuell irgendwelche Spielmodi fehlen könnten, müssen PC-Spieler übrigens nicht befürchten. Es sind die gleichen Spielvarianten enthalten wie auf PS4 und Xbox One. Bis auf die im Launcher zur Verfügung stehenden Einstellungsmöglichkeiten und winzigen grafischen Unterschiede ist FIFA 16 auf PC identisch mit den PS4- und Xbox One-Versionen.
