F1 2013 im Test auf der PS3: Das Vorzeigerennspiel für Formel-1-Enthusiasten bekommt dieses Jahr neben dem obligatorischen Saison-Update auch einen Retro-Modus spendiert. Wir haben für euch das neue F1 2013 in unserem Test unter die Lupe genommen. Wie gut der Retro-Modus in F1 2013 gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Review zum neuen Formel 1-Rennspiel. Update: Jetzt mit PC-Version.
F1 2013 im Test für PC und PlayStation 3: Dass Codemasters regelmäßig ein Spiel zur jeweils aktuellen Formel-1-Saison auf den Markt bringt, ist mittlerweile Gewohnheit. Fahrer und Rennkalender werden auf den neuesten Stand gebracht, das gegenwärtig gültige Reglement penibel umgesetzt. So weit so gut, der Raum für Innovationen ist thematisch bedingt aber natürlich etwas eng gesteckt. Denkste! Retro-Racer Für die aktuelle Inkarnation der Reihe haben die Entwickler die lange und ruhmreiche Geschichte der Formel 1 bemüht und eine optionale Classic Edition aufgelegt. Dahinter verbirgt sich ein Modus, in dem ihr ausgewählte Fahrzeuge der 80er- und 90er-Jahre um vier Strecken aus der jeweiligen Zeit scheuchen könnt.
Das klingt erst mal etwas schwammig und nicht gerade nach viel, entpuppt sich aber durchaus als wertvolle Dreingabe, die den Spielspaß steigert und der Langzeitmotivation förderlich ist. Dass es nur ein paar Fahrer und Boliden aus der jeweiligen Epoche ins Spiel geschafft haben, hängt mit der extrem komplizierten rechtlichen Situation zusammen, die es offenbar unmöglich macht, allumfassend Lizenzen zu erwerben. Aus diesem Umstand macht Codemasters aber das Beste und so steht euch pro Fahrzeug immerhin einer der damaligen Originalfahrer zur Verfügung. Sein Teamkollege ist dann eine "Teamlegende". So passiert es zum Beispiel, dass Gerhard Berger und Michael Schumacher als Mannschaft einen Ferrari von 1988 um die Piste von Jerez jagen. Kenner rümpfen natürlich die Nase, aber dem Spielspaß tut das Namenswirrwarr letztlich keinen Abbruch.
Fiese Flitzer
Die Turbo-Monster aus den 80ern vermitteln dem Spieler ein etwas anderes Fahrgefühl als ein moderner F1-Renner, Turboloch und plötzliche Leistungsentfaltung inklusive. Vom brachialen Motorensound ganz zu schweigen. Die Bremsen verzögern deutlich schlechter und aufgrund der völlig anderen Reifendimensionen und der primitiveren Aerodynamik verhalten sich die Wagen auch in Kurven anders und erfordern einen anderen Fahrstil. Eine schöne Herausforderung!
Laues Lüftchen
Quelle: play3
Klassiker: Hier beharken sich ein Ferrari und ein Lotus aus den 80ern in Jerez. Der Classic-Modus macht es möglich.
All das haben die Entwickler mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, ein fader Beigeschmack bleibt dennoch: Außer einzelnen Grand Prix (auch auf allen Kursen der modernen F1), zwei Zeitfahrmodi und einigen – zugegebenermaßen sehr gelungenen – Szenarien gibt es keine Verwendung für die Retro- Autos. Zudem wirkt das Durcheinander aus Teams, Fahrern und Maschinen aus insgesamt zwei Dekaden in ein und demselben Rennen schon etwas sonderbar. Alles in allem rechnen wir es Codemasters hoch an, dass sie sich bemühen, mehr als nur ein "Saison- Update" abzuliefern – vielleicht ist es ja in Zukunft möglich, Lizenzen für eine komplette "Retro-Saison" einzukaufen und den Spieler somit etwas schlüssiger die Geschichte des Sports eintauchen zu lassen.
Tolle Technik
Auch aufseiten der Technik hat sich einiges getan. Gab es im Vorgänger noch regelmäßig Ruckler zu beklagen, so läuft F1 2013 konstant flüssig. Trotzdem wirkt das Spiel grafisch schöner denn je, die Skyline von Singapur oder Monaco ist wirklich imposant und alle (Retro-) Fahrzeuge wurden mit viel Liebe zum Detail modelliert. Soundmäßig gab es nicht viel zu verbessern, die modernen Renner sägen und kreischen, wie man es von TV-Übertragungen her kennt. Die Boliden aus den 80ern fauchen und brüllen authentisch und beim Runterschalten kracht es im Getriebe, als gäbe es kein Morgen mehr. Das zaubert dem Fan sofort ein Lächeln auf die Lippen, einfach großartig!
Pralles Paket
Im Kern bietet auch F1 2013 wieder einen tollen Karrieremodus. Einzelne Grand Prix sind ebenfalls wieder möglich, wahlweise mit oder ohne freie Trainings und Qualifikation. Wem das nicht reicht, der kann sein Glück in 12 Szenarien suchen: Hier werdet ihr in ein Rennen unter bestimmten Bedingungen geworfen und müsst konkrete Ziele erreichen, die oft recht happig sind. Das macht Laune und hält den Spieler bei der Stange. Die grandiosen Regenrennen der Vorgänger sehen im Übrigen besser aus denn je. Fans von Simulationen werden das arcadige Fahrverhalten und die großzügige Auslegung der Regeln bemängeln, aber man kann es schwerlich allen recht machen.
Update zur PC-Version von F1 2013
Die PC-Fassung von F1 2013 bietet vor allem eine aufgebohrte Optik. Schärfere Texturen, eine höhere Objektdichte am Streckendrand und hübschere Lichteffekte schmeicheln dem Auge des geneigten F1-Fans. Die famosen Regenrennen wirken noch dramatischer und mit einem potenten Rechner unter dem Schreibtisch bleibt die Framerate stabil und ermöglicht absolut ruckelfreies Zocken. Davon abgesehen ist die PC-Version inhaltsgleich und bietet den gleichen Umfang und alle Funktionen der Konsolenfassungen. Wer sich das Lenkrad also lieber an den Schreibtisch schraubt statt im Wohnzimmer mit einem Gamepad zu zocken und Wert auf eine möglichst detailreiche Optik legt, dem sei F1 2013 auf dem PC wärmstens ans Herz gelegt. Das Renngeschehen ist hüben wie drüben gleichermaßen spaßig!
